Verzögerung beim Umbau des ehemaligen BRK-Heims „Am Sonnenhang“ in Pleystein
Flüchtlinge kommen später

Eine Baustelle ist derzeit noch der Raum, in dem die Herde für die Flüchtlinge installiert werden sollen. Bei der Besichtigung der neuen Unterkunft im ehemaligen BRK-Heim "Am Sonnenhang" zeigten sich der Gesprächsrunde aber noch viele weitere Baustellen. Bild: bey
Politik
Pleystein
05.09.2016
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Der Einzug der Flüchtlinge in das ehemalige BRK-Heim "Am Sonnenhang" wird sich verzögern. Der 1. Oktober als Stichtag, kürzlich auch von Regierungspräsident Axel Bartelt genannt, wird sich "mit Sicherheit" nicht halten lassen, sagte Ludwig Scheuerer von der Regierung der Oberpfalz.

"Die Stadt Pleystein wehrt sich nicht gegen die Aufnahme von Asylbewerbern, hofft aber bei der Belegung der Gemeinschaftsunterkunft von der Bundes- und Landesregierung, aber auch von der Regierung der Oberpfalz nicht allein gelassen zu werden." Bürgermeister Rainer Rewitzer zeigte mit dieser eindeutigen Forderung beim Gespräch im Rathaussaal mit Regierungsrat Dr. Thomas Thaller und Scheuerer, beide bei der Regierung der Oberpfalz für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständig, den Wunsch der Stadt auf.

Bei dem Treffen waren zudem Eugen Schmidt vom "Camp Pitman" aus Weiden sowie Werner Rieß und Stefan Voit vom örtlichen Arbeitskreis Asyl dabei, um aktuelle Fragen zu erörtern. Rewitzer erinnerte an die Vorgänge zur Umwandlung des ehemaligen BRK-Heims in eine Unterkunft für Asylbewerber.

Hauptsächlich Familien


Ausdrücklich hob der Rathauschef hervor, dass der Stadtrat das baurechtliche Einvernehmen erteilen musste, weil sonst das Landratsamt dies ersetzt hätte. Ersetzt hat die Behörde allerdings die Zeitdauer der baurechtlichen Genehmigung. So hat die Stadt das Einvernehmen für eine Nutzung bis zum 31. Dezember 2019 erteilt, das Landratsamt aber die Genehmigung im Bescheid bis 31. Dezember 2021 befristet.

Die Belegung der Einrichtung soll mit Flüchtlingen erfolgen, die bislang in dezentralen Unterkünften wohnten, sagte Scheuerer. Deshalb werde die Bewohnerzahl nicht rasant ansteigen, in keinem Fall würden Busse mit 50 Flüchtlingen ankommen. Auch sei daran gedacht, viele Familien unterzubringen. Dieser Personenkreis "lasse sich leichter händeln"..

Zweite Bürgermeisterin Andrea Lang nannte die Ängste in der Bevölkerung "massiv". Es stelle sich aber auch die Frage, wie die Flüchtlinge in den Ort kämen und sich dort zurecht finden. "Die Stadt kann keine Aufgaben übernehmen", machte sie klar. Schmidt verneinte, dass auf die Kommune Arbeit zukäme. Wenn nur eine einzige Familie die Örtlichkeiten und den Weg zum Supermarkt kenne, werde dieses Wissen an die anderen Bewohner weitergegeben. Die Pleysteiner Einrichtung soll nach den Worten Schmidts von zwei Hausmeistern betreut werden, die ihren Dienst von 6 bis 16 Uhr leisten. Eine Art Rufbereitschaft für die Hausmeister werde es außerhalb dieser Zeit nicht geben.

Die Sorgen Rewitzers gingen bei der Besprechung auch in Richtung Kindergarten und Kinderkrippe sowie Zottbachtalschule. Gerade in dem Kindergarten und der Kinderkrippe sei die Kapazitätsgrenze schnell erreicht.

Bei der Besichtigung der Einrichtung zeigte sich das BRK-Heim noch als Baustelle. Ein Zeichen für Scheuerer, dass sich der geplante Einzugstermin am 1. Oktober nicht einhalten lässt. Auf einen konkreten Zeitpunkt wollte sich der Vertreter der Regierung der Oberpfalz nicht festlegen.
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