66. Oberpfälzer Bezirksschützentag
Neuer Chef im Schützenbezirk

Sport
Pleystein
19.04.2016
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Die Delegierten der Vereine aus sechs Schützengauen trafen sich zum 66. Oberpfälzer Bezirksschützentag in Pleystein. Im Mittelpunkt standen Neuwahlen.

Roland Roith hatte nach zehn Jahren als Bezirksschützenmeister nicht mehr kandidiert. Zum neuen Bezirksschützenmeister wählten die Delegierten Harald Frischholz vom Nordgau (siehe Infokasten) . Der Delegiertenversammlung im Bachofnersaal gingen ein Kirchenzug und ein Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Sigismund voraus. Im Anschluss zogen die teilnehmenden Schützenvereine mit ihren Fahnenabordnungen, angeführt von der Stadtkapelle, durch die Altstadt.

Erfolgreiche Arbeit


Bezirksschützenmeister Roith blickte auf zehn Jahre mit erfolgreicher Arbeit zurück. "Wir hatten Ideen und versucht, den Bezirksschützentag zu ändern und Wissen in die Vereine zu bringen", sagte er. Es habe sich gezeigt, dass die Schützenvereine bereit gewesen seien, Innovationen aufzunehmen. Die finanzielle Rücklagen des Schützenbezirks seien aufgestockt, gleichzeitig aber viele Investitionen getätigt worden. Dies seien beispielsweise der Kauf von Gewehren, einer neuen Büroausstattung oder von Schießanlagen gewesen, um beste Trainingsmöglichkeiten zu schaffen. "Es ist uns sehr gut gelungen, den Sport nach vorne zu bringen", resümierte Roith.

Weitere Rückblicke und Vorschauen auf das sportliche Geschehen gaben Bezirkssportleiter Hans Kellner, Bezirksjugendleiterin Monika Meier-Lechner und Bezirksdamenleiterin Elfriede Kamm. Bezirksschatzmeister Alfred Popp informierte über die finanzielle Situation.

Konzentration und Fitness


Bürgermeister Rainer Rewitzer nannte Heimatverbundenheit, Traditionsbewusstsein, Jugendarbeit und Festhalten an Brauchtümern als signifikante Merkmale eines Schützenvereins. Diese Attribute würden gepflegt und mit der Ausübung einer anspruchsvollen Sportart verbunden. MdB Uli Grötsch billigte der Stadt mit Blick auf das Jubiläum des örtlichen Schützenvereins zu, in diesem Jahr die "Herzkammer des Oberpfälzer Schützenwesens" zu sein. Der Schießsport gehöre zu den anspruchsvollsten Sportarten, erfordere Konzentration, Ruhe und körperliche Fitness. Es stehe aber auch fest, dass der Schießsport den meisten gesetzlichen Regularien unterliege, betonte Grötsch. Unter dem Beifall der Delegierten machte er deutlich, dass der Bundestag die von der Europäischen Union herausgegebene Vorlage zur Änderung der Feuerwaffenrichtlinie nicht billigen werde. Das Waffenrecht in Deutschland müsse nicht weiter verschärft werden, betonte Grötsch.

Landesschützenmeister Wolfgang Kink bezeichnete den Bezirksschützentag als die Gelegenheit, die Vielfalt des Schützenwesens in der Öffentlichkeit darzustellen. Gleichzeitig diene das Treffen der Kommunikation unter den Schützenvereinen und sei zukunftsweisend. Seit zwei Monaten gehöre das Schützenwesen zum immateriellen Kulturgut der Unesco, werde aber ständig von neuen gesetzlichen Regelungen "gegängelt". So sorge die Befristung des Waffenbedürfnisses auf fünf Jahre mit Verlängerung nur nach "standardisierter medizinischer Untersuchung" für Kosten bei den legalen Waffenbesitzern, gleichzeitig bei den Schützen aber auch für Politikverdrossenheit.

Entwurf "schlampig"


Die EU starte erneut eine regelrechte Offensive gegen halbautomatische Waffen, die aus vollautomatischen Waffen entstanden sind, die wiederum in Deutschland ohnehin als Kriegswaffen gelten und verboten sind. Der Gesetzesentwurf sei "schlampig" formuliert und lasse befürchten, dass selbst bei Olympischen Spielen eingesetzte Waffen davon betroffen sein könnten, meinte der Sprecher.

Kritische Worte fand Kink auch für die Ausnahmeregelungen für das Schießen von Unter-Zwölfjährigen. Laut eines Schreibens des Innenministeriums könne beim Schießen mit Druckluftwaffen bei zehn- bis zwölfjährigen Kindern auf ein ärztliches Attest verzichtet werden. Davon wolle aber der zuständige Sachbearbeiter bei der Regierung der Oberpfalz nichts wissen, bedauerte der Landesschützenmeister. Deshalb solle in einem Gespräch mit Regierungspräsident Axel Bartelt auf einen einheitlichen Verwaltungsvollzug in Bayern gedrängt werden.
Es ist uns sehr gut gelungen, den Sport nach vorne zu bringen.Bisheriger Bezirksschützenmeister Roland Roith


NeuwahlenDie Delegierten wählten Harald Frischholz vom Nordgau zum neuen Bezirksschützenmeister. Dieter Beer (Stiftlandgau) ist Stellvertreter. Weiterer Vize ist Peter Moll (Donaugau). Neuer Bezirksschatzmeister ist Stefan Brandmiller (Grenzgau Vohenstrauß). Schriftführer bleibt Bernhard Auburger (Regentalgau), Stellvertreterin ist Helga Schmidt (Nordgau). Neuer Bezirkssportleiter ist Florian Frischmann, Stellvertreter sind Stephan Ach und Hans Kellner (alle Grenzgau Vohenstrauß). Zur Bezirksdamenleiterin wählten die Mitglieder Elfriede Kamm (Stiftlandgau) und zur Bezirksjugendleiterin Monika Meier-Lechner (Juragau). (bey)
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