Asyl-Informationsveranslatung
Aufnahme „nicht uferlos“

Uli Münchmeier (rechts) schilderte den 50 Teilnehmern die Flüchtlingssituation und die Aufgaben eines Arbeitskreises Asyl. Bild: bey
Vermischtes
Pleystein
13.01.2016
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50 Pleysteiner informierten sich am Montagabend im Rathaussaal über die Aufgaben eines Arbeitskreises Asyl. Uli Münchmeier, zweiter Bürgermeister aus Vohenstrauß und Leiter der dortigen Projektgruppe, gab seine Erkenntnisse und Erfahrungen preis.

Welche personelle Zusammensetzung der Arbeitskreis in Pleystein letztlich haben wird, entscheidet sich beim nächsten Treffen. Neben der Bereitschaft zur Hilfe wurde aber auch deutlich, dass eine Aufnahme von Flüchtlingen "nicht uferlos machbar" sei, sagte Münchmeier.

Kritische Worte


s stellvertretende Rathauschefin Andrea Lang war überzeugt, dass eine Begrenzung kommen wird. Kritische Worte kamen zum Schluss von einer Besucherin: "Woher hat der Staat auf einmal das viele Geld für die Flüchtlinge?" Sie meinte, bei dem Flüchtlingsproblem an das gesamte Deutschland zu denken, nicht nur an das Gebiet um Vohenstrauß oder Pleystein. Kritische Worte dürften aber kaum laut ausgesprochen werden, weil dann eine Zuordnung zu einem bestimmten Personenkreis erfolge. Wegen des Verhaltens einiger Flüchtlinge forderte die Zuhörerin Demütigkeit und Dankbarkeit, hier aufgenommen zu werden und keine Ansprüche zu stellen.

Der Stadtrat habe es für notwendig erachtet, über einen Arbeitskreis Asyl nachzudenken, sagte Bürgermeister Rainer Rewitzer. Doch das Gremium, das dieses Treffen befürwortet hatte, war nur schwach vertreten. Zur Situation des BRK-Hauses "Sonnenhang" berichtete das Stadtoberhaupt auf Nachfrage, dass das Landratsamt noch in dieser Woche den Genehmigungsbescheid für die Umnutzung zum Flüchtlingsheim versenden werde. Diese Genehmigung sei zurzeit auf fünf Jahre befristet. Ihm sei aber nicht bekannt, wann und wie schnell die Eigentümer die Einrichtung umbauen oder renovieren werden. Ausdrücklich machte der Bürgermeister deutlich, dass die Stadt darauf und auch auf die anschließende Vermietung an die Regierung der Oberpfalz keinen Einfluss habe.

Münchmeier hatte für seinen Vortrag eine Power-Point-Präsentation des Landratsamts Neustadt mitgebracht. Ergänzend dazu sprach der Referent über eigene Erfahrungen. Ausführlich schilderte er die Unterkunftsmöglichkeiten. Demnach sind im Landkreis über 1000 Personen untergebracht. Auf einer Landkarte war zu sehen, dass in Kommunen des nordwestlichen Landkreises noch keine Flüchtlinge eine Aufnahme gefunden haben.

Dies begründete Münchmeier mit fehlenden Einkaufsmöglichkeiten für die tägliche Versorgung. Für den Lebensunterhalt bekommt jeder Flüchtling 364 Euro zuzüglich eines betragsmäßig nicht genannten Taschengelds. Außerdem übernimmt der Freistaat die Kosten für Wohnung und Heizung. Es sei festgelegt, dass ein Flüchtling nicht schlechter gestellt werden dürfe als ein Hartz-IV- oder Sozialhilfeempfänger.

Kontakt mit Bevölkerung


Die Aufgaben des Arbeitskreises Asyl werden erst nach Ankunft der Flüchtlinge deutlich, betonte Münchmeier. Dann sei zu sehen, welche Art von Hilfe und Unterstützung notwendig werde. Ausdrücklich hob der Vohenstraußer hervor, dass die Asylbewerber für ihre Kinder keinen Anspruch auf einen Platz im Kindergarten haben. Grundsätzlich müsse geklärt werden, ob die Migranten überhaupt Kontakt zur Bevölkerung wünschten.

Generell sei der Ansturm der Flüchtlinge ohne die ehrenamtlichen Helfer nicht zu bewältigen, sagte Münchmeier. Dennoch müsse die Dauer dieses Engagements überlegt werden.
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