Beerdigung von Thekla Bauer (105)
Trauer um älteste Pleysteinerin

Thekla Bauer. Bild: tu
Vermischtes
Pleystein
30.07.2016
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Die älteste Einwohnerin der Großgemeinde Pleystein, Thekla Bauer, Vohenstraußer Straße 7, ist am Montag im Alter von 105 Jahren gestorben. Am Donnerstag erwies ihr in Burkhardsrieth eine große Trauergemeinde die letzte Ehre.

Burkhardsrieth. Im Requiem in der Nikolauskirche erinnerte Stadtpfarrer Pater Hans Ring an die Lebensstationen der Verstorbenen. Als Thekla Weig kam sie am 19. Januar 1911 in der Finstermühle zur Welt. In dieser Idylle an der Pfreimd wuchs sie als ältestes von 13 Kindern der Eheleute Margereta und Josef Weig auf.

Glückliche Kindheit


Sie verbrachte eine glückliche Kindheit im Kreise der großen Familie und arbeitete schon in jungen Jahren fleißig auf dem elterlichen Bauernhof und im angeschlossenen Mühlenbetrieb mit. Sie besuchte die Hauswirtschaftsschule der Klosterschwestern in Vohenstrauß und führte anschließend zwei Jahre den Haushalt eines Weinbaubetriebs in Kitzingen.

Als 1931 ihr jüngster Bruder Max zur Welt kam, kehre sie nach Hause zurück, um ihre Mutter im Haus und auf dem Hof zu unterstützen. 1939 heiratete sie den Landwirt Hans Bauer aus Zengerhof, mit dem sie den Bauernhof bewirtschaftete. Der Ehe entstammen zwei Buben und drei Mädchen, von denen eines im Kindesalter starb.

Beim Einmarsch der amerikanischen Truppen 1945 brannte das bäuerliche Anwesen durch Granatenbeschuss ab. Gemeinsam bauten die Eheleute mit viel Mühe die Gebäude wieder auf. Ihren Mann musste Bauer 1981 zu Grabe tragen. 2002 zog die beliebte Jubilarin mit Sohn Josef und dessen Familie von Zengerhof in das Haus an der Forststraße in Pleystein. Seit 2006 lebte sie im Pflegeheim "Wohnen am Kreuzberg" und beteiligte sich dort rege am Veranstaltungsprogramm, solange es ihr Gesundheitszustand erlaubte. Dieser ließ dann im zunehmenden Alter immer mehr nach, so dass sie die letzten Jahre im Rollstuhl und im Bett verbringen musste. Gerne erzählte sie in gemütlicher Runde aus dem Leben ihres Großonkels, Bischof Johann Baptist von Anzer.

Singen große Leidenschaft


Ihre große Leidenschaft war bis ins hohe Alter das Singen. So war es für sie selbstverständlich, über viele Jahre hinweg den Kirchenchor Burkhardsrieth mit ihrer schönen Stimme zu verstärken. Das Gebet und die Mitfeier der Gottesdienste waren für sie zeitlebens etwas ganz Prägendes. Als sie nicht mehr selbst die Messen besuchten konnte, ließ sie sich mit der Krankenkommunion stärken. Geistig blieb sie bis zuletzt hellwach und ließ ihre Angehörigen an der Geschichte ihrer Familie teilhaben. Ihren reichen Erfahrungsschatz hatte sie in einem Büchlein unter dem Titel "Lebensweisheiten - Wissenswertes - Sprüchesammlung" dokumentiert. Viel Freude bereiteten der Seniorin neun Enkel und elf Urenkel. Organistin Katharina Grötsch und der Burkhardsriether Kinderchor mit Gitarristin Monika Weig begleiteten den Trauergottesdienst.
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Evelin Lehnert aus Brand | 31.07.2016 | 21:42  
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