Beschlüsse des Pleysteiner Magistrats vor 100 Jahren
Wenn der Prinzregent feiert

So sah es 1916 in Pleystein aus, hier das Anwesen Weig in der Neuenhammerstraße/Ziegeltorgasse. Typisch waren vor 100 Jahren die Obstbäume direkt an den Hausmauern. Repro: tu
Vermischtes
Pleystein
26.01.2016
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Einige Beschlüsse des Magistrats aus den Jahren 1891, 1916 und 1941 geben einen guten Einblick in die Tätigkeit der damaligen Gemeindegremien. So genehmigte der Magistrat am 11. März 1891 anlässlich der Feier von Prinzregenten Luitpold zu dessen 70. Geburtstag für die Schulkinder die Summe von 45 Mark.

Die Gebühren für die Fleischbeschau wurden neu festgesetzt, und zwar für jedes Stück Großvieh zehn Pfennig, für jedes Stück Kleinvieh fünf Pfennig, für von auswärts eingeführtes Fleisch über zehn Kilo zehn Pfennig, unter zehn Kilo gebührenfrei. Am 14. Juni 1891 ist folgender Absatz dokumentiert: Zu den Projektierungskosten für den Bau der Eisenbahn von Vohenstrauß über Pleystein nach Waidhaus verpflichten sich die Gutsbesitzer und Industriellen zu einem Beitrag von 50 Pfennig für jeden Plock ihrer Polierwerke. Es wurde noch bestimmt, dass auch Kommerzienrat Kupfer von Frankenreuth mit den 336 Plöcken seiner Werke herangezogen werden solle.

Zulage für Polizeidiener


Am 15. November 1891 wurde die Beifuhr der Granitsteine für das Stadtbachrinnsal an die hiesigen Fuhrwerksbesitzer Johann Walbrunn, Anton Walbrunn, Josef Frank und Josef Bauriedl vergeben. In der Sitzung am 6. März 1916 wurde beschlossen, dem Polizeidiener eine Kriegssteuerungszulage von fünf Mark zu gewähren.

Am 2. Mai 1916 wurde der 35 Jahre alte Volksschullehrer Franz Leibrecht für den Schul-, Mesner-, Organisten- und Chorregentendienst vorgeschlagen. Er bekam statt der 36 Ster Besoldungsholz nur 11 Ster aus dem Gemeindewald, während für 25 Ster Besoldungsholz und zwei Schleißföhren ein Ablösungsbetrag von 200 Mark aus der Schulkasse bezahlt wurden. Von dem jährlichen Schulholz von 31 Ster wurde auch das Wohnzimmer des Schulgehilfen beheizt.

In der Niederschrift vom 27. Juli 1916 ist vermerkt, dass zufolge amtlicher Anregung zur Bereitstellung von Mitteln für die Kriegsanleihe die älteren Bürgermeisterabzeichen an die Silber- und Goldsammlung für die Nationalstiftung an das königliche Bezirksamt abgeliefert werden.

Die Sitzungen des Stadtrats vor 75 Jahren waren zum Teil schon von den Begleiterscheinungen des sogenannten "Dritten Reiches" geprägt. Am 31. März 1941 wurde dahingehend votiert, den Kriegsbeschädigten Willy Thoma bei der Stadtverwaltung als Bürogehilfen auf Probe einzustellen. Der Stadtbach sowie der Stadtweiher wurden weiterhin an Kreisleiter Max Bock für den Preis von 25 Reichsmark als Fischwasser verpachtet. Am 24. April 1941 entschied das Gremium, von dem Anwesen Pingermühle das Werk samt Einrichtung und den anliegenden Grundstücken mit allen Rechten sowie Pflichten für 25 000 Reichsmark an die Firma Bausch-Werke in Lauter in Sachsen zu verkaufen.

Haftlokal im Gerätehaus


Am 25. August 1941 wurde entschieden, als Haftlokal den Raum im Erdgeschoss des Feuerwehrgerätehauses auszubauen. Im Protokoll vom 24. November 1941 heißt es, dass zur Vermeidung von Dammbrüchen an den vorgesehenen Stellen Überlaufvorrichtungen angebracht werden sollen.
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