Dr. Andreas Peterek referiert über Nutzen des Rohstoffes
Der Alleskönner Sand

Dr. Andreas Peterek erklärte den Zuhörern im Stadtmuseum, wozu Sand in der Lage ist. Bild: tu
Vermischtes
Pleystein
04.04.2016
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Ein Männchen, das Krümel in die Augen rieseln lässt, damit die Kinder einschlafen, ist nicht das einzige, womit man Sand verbindet. Das Material hat viele nützliche Eigenschaften.

Der Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG) bestimmt alljährlich ein "Gestein des Jahres". 2016 fiel die Wahl auf den Sand. In der Begründung des BDG heißt es, dass Sand "mehr als das beliebteste Spielobjekt der Kinder oder Hauptbestandteil von Traumstränden ist. Sand ist auch ein unentbehrlicher Rohstoff und von herausragender Bedeutung für die Wirtschaft".

"Hauptdarsteller" im Film


In der Auftaktveranstaltung der Pleysteiner Geotage im Stadtmuseum erweiterte Dr. Andreas Peterek vom Geopark Bayern-Böhmen eineinhalb Stunden lang die Palette der Bedeutung von Sand. "Zahlreiche Beispiele aus der Region verdeutlichen, welche Sande hier vorkommen, wo sie abgebaut werden und welche Erkenntnisse Geowissenschaftler aus ihnen ziehen", sagte Peterek. "Sand kennt jedes Kind: Ein mit Sand gefüllter Kasten ist das beliebteste Spielobjekt in Kindergärten und eine wohlbekannte Sagengestalt bringt mit seiner Hilfe die Träume", fuhr er fort.

Filmklassiker wie "Lawrence von Arabien" oder "Der Wüstenplanet" wären ohne den eigentlichen Hauptdarsteller, den Wüstensand, schlichtweg langweilig. "Manchmal wird Sand als Synonym für Zeit gesetzt, die einem durch die Finger rinnt, manchmal knirscht er im Getriebe und bremst den Fortgang von Ereignissen", betonte der Referent.

Unentbehrlicher Rohstoff


Sand sei aber auch ein unentbehrlicher Roh- und Baustoff und somit für alle Volkswirtschaften von wesentlicher wirtschaftlicher Bedeutung: Keine Betonkonstruktion und kein Mauerwerk, weder Stahlbeton-Wolkenkratzer, noch Straßen, Fenster oder Glasflaschen kommen ohne den Zusatz von Sand aus. Das Material sei unerlässlich bei der Herstellung von elektronischen Bauteilen wie Solarzellen oder elektronischen Platinen.

Er wirkt als Schleif- und Poliermittel und wird in der Wasserreinigung in Kläranlagen und Wasserwerken eingesetzt. Sand speichert aufgrund seiner hohen Porosität auf natürliche Weise Grundwasser, aber auch Erdöl und Erdgas. "Allein in Deutschland bestand im Jahr 2014 ein Bedarf von 240 Millionen Tonnen Bausand und -kies, weiteren 10,4 Millionen Tonnen an Quarzsand und -kies sowie von 211 Millionen Tonnen gebrochenen Natursteinen. Bis zu 80 Prozent der Gesamtproduktion mineralischer Rohstoffe werden hierzulande bei öffentlichen Aufträgen verarbeitet", unterstrich er.

Bereitgestellt werden die Gesteinsrohstoffe von Unternehmen der mineralischen Rohstoffindustrie, die mit etwa 27 000 Beschäftigten in Deutschland einen entscheidenden Wirtschaftsfaktor repräsentieren würden.

Für den Museumsarbeitskreis als Veranstalter dankte Annemarie Woppmann dem Referenten "für den hervorragenden Vortrag zu einem hochinteressanten Thema".
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