Fest der Kreuzauffindung beginnt bereits am Samstag um 20 Uhr mit einer Segensandacht - Über 80 ...
Bei den Gläubigen sehr beliebt

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Pleystein
02.05.2015
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"Thronend auf dem Fels ein Tempel niederschaut, den Dank und frommer Sinn dem heiligen Kreuz erbaut. Und zu der Segenshöh' zieht hin der Waller Schar. Wie glänzt ihr Kreuz im Tann so wunderbar." Dieses Gedicht aus dem Buch "Die Geschichte der Kreuzbergkirche", verfasst im Jahre 1914 von Augustinerfrater Joachim Döppler, zieht sich wie ein roter Faden durch die Annalen der Pleysteiner Wallfahrertradition.

Das Herz der Stadt, die 561 Meter über dem Meeresspiegel liegt, ist der bekannte Rosenquarzfelsen. Auf der Spitze dieses 36 Meter hohen, ehemaligen Schlossbergs grüßen das Kloster und die Wallfahrtskirche weithin in die Lande. Das neubarocke Heiligtum lädt zur frommen Einkehr ein, so auch am Wochenende beim traditionellen Fest der Kreuzauffindung, auch Frühlings-Kreuzbergfest genannt.

Die Wallfahrt zum heiligen Kreuz zu Pleystein ist nicht so alt wie manch andere Pilgerstätte, aber sie hat seit über 250 Jahren ihren festen Platz bei den Gläubigen der nördlichen Oberpfalz. Im Jahre 1746 wurde die Pfarrkirche restauriert. Dabei fand sich auf dem Dachboden des Gotteshauses ein altes Kruzifix, doch ohne Kopf und Arme. Schreinermeister Caspar Frank ließ den Corpus von einem Bildschnitzer ergänzen und fertigte dazu ein neues Kreuz. Dieses befestigte er auf dem Hohenberg an einem Baume.

Bald hieß es, dass sich dort Krankenheilungen und Gebetserhörungen ereignet hätten. So pilgerten immer mehr Leidbedrängte und Kranke zu dem einfachen Kreuz, erst in Gruppen, dann auch in Prozessionen bis aus dem benachbarten Böhmen. Sie legten ihr Scherflein in den aufgestellten Opferstock, der heute auf dem Kreuzberg steht und in Stein gemeißelt die Inschrift "1776 im Walde, 1839 hierher gebracht" trägt. Das war der Beginn der geschichtsträchtigen Wallfahrt, die bis heute nichts von ihrer Zugkraft bei den Gläubigen eingebüßt hat. Beim Wiederaufbau der Kreuzbergkirche nach dem Großbrand von 1901 wählten die Architekten Joseph Koch und Heinrich Hauberrisser aus Regensburg zusammen mit den Verantwortlichen der Kirchenstiftung den Barockstil, weil sich dieser in die hügelige Waldlandschaft am besten einfügt.

Trotz der schwierigen persönlichen Situation nach dem Brand wetteiferten die Pleysteiner mit Arbeitseinsatz und Geldspenden. Am 16. Mai 1908 konsekrierte der Bischof von Regensburg, Antonius von Henle, das Gotteshaus. Freiwillige Helfer errichteten 1954 zudem auf dem Klosterplatz den Freialtar. In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Kirchen immer wieder außen und innen umfassend renoviert.

Zum Kreuzbergfest am Wochenende erwartet das herausgeputzte Rosenquarzstädtchen wieder Hunderte Pilger aus nah und fern. Die Festivitäten werden bereits am Samstag mit der Segensandacht um 20 Uhr in der Kreuzbergkirche eingeleitet. Um 20.30 Uhr beginnt die große Lichterprozession rund um die Altstadt mit kurzen Andachten bei der Ölberg- und der Lourdesgrotte. Sie endet mit dem Segen am Freialtar.

Beichtgelegenheit ist am Sonntag von 7.30 bis 9 Uhr in der Kreuzkirche. Messen finden am Sonntag in der Wallfahrtskirche um 6 und 8 Uhr sowie in St. Sigismund um 8.30 Uhr statt. Um 9.15 Uhr trägt Stadtpfarrer Pater Hans Ring das Allerheiligste bei der Prozession über den Marktplatz auf den Kreuzberg, wo um 9.30 Uhr am Freialtar das Hochamt für die Anliegen der Pilger beginnt. Mit dabei sind auch Pater Reinhold Schmitt und Festprediger Pater Thomas Mühlberger aus Fockenfeld.

Der Leiter des Spätberufenenseminars St. Josef bei Konnersreuth im Stiftland, ein gebürtiger Wiener, war in den Jahren 1991/1992 als Novize im Salesianum auf dem Kreuzberg und hielt die Predigten bei den drei religiösen Tagen der Pfarrei St. Sigismund im März. Der Festgottesdienst auf dem Bergplateau wird vom Männergesangverein unter Leitung von Alexander Völkl und von den Bläsern der Stadtkapelle unter Regie von Markus Schulz mitgestaltet.

Von 10.30 bis 12 Uhr und von 13 bis 14 Uhr schließt sich die Anbetung vor dem ausgesetzten Allerheiligsten in der Kreuzkirche an. Um 14 Uhr sind dort Predigt und Festandacht geplant, anschließend kehrt die Prozession durch die Steingasse zur Pfarrkirche zurück, wo mit dem Tedeum die kirchlichen Feiern ausklingen.

Nach alter Tradition kommt auch der weltliche Teil nicht zu kurz. Über 80 Fieranten und Schausteller offerieren in der imposanten Budenstadt auf dem Marktplatz ein breitgefächertes Warenangebot, und auch die einheimische Geschäftswelt sowie die Gastronomie sind für den Ansturm der Gäste bestens gerüstet.
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