Frühlings-Kreuzbergfest in Pleystein
Kranke vor dem Kreuz geheilt

"Thronend auf dem Fels ein Tempel niederschaut, den Dank und frommer Sinn dem heiligen Kreuz erbaut. Und zu der Segenshöh' zieht hin der Waller Schar. Wie glänzt ihr Kreuz im Tann so wunderbar." Dieses Gedicht aus dem Buch "Die Geschichte der Kreuzbergkirche", verfasst 1914 vn Augustinerfrater Joachim Döppler, zieht sich wie ein roter Faden durch die Pleysteiner Wallfahrertradition. Bild: tu
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Pleystein
04.05.2016
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Die Wallfahrt zum heiligen Kreuz zu Pleystein ist nicht so alt wie manche andere Pilgerstätten, aber sie hat seit über 250 Jahren ihren festen Platz bei den Gläubigen der nördlichen Oberpfalz. Am Wochenende ist es wieder so weit.

Das Kloster und die Wallfahrtskirche auf dem 36 Meter hohen Rosenquarzfelsen stehen beim Fest der Kreuzauffindung, auch Frühlings-Kreuzbergfest genannt, im Mittelpunkt. 1746 wurde die Pfarrkirche restauriert. Dabei fand sich auf dem Dachboden des Gotteshauses ein altes Kruzifix, jedoch ohne Kopf und Arme.

Gebete erhört


Schreinermeister Caspar Frank ließ den Corpus von einem Bildschnitzer ergänzen und fertigte ein neues Kreuz. Er befestigte es auf dem Hohenberg an einem Baum. Bald hieß es, dass sich dort Krankenheilungen und Gebetserhörungen ereignet hätten. So pilgerten immer mehr Leidbedrängte und Kranke zum einfachen Kreuz, erst in Gruppen, dann auch in Prozessionen bis aus Böhmen. Das war der Beginn der geschichtsträchtigen Wallfahrt. Bei der Neuerrichtung der Kreuzbergkirche nach dem Großbrand von 1901 wählten die Architekten Joseph Koch und Heinrich Hauberrisser aus Regensburg mit den Verantwortlichen der Kirchenstiftung den Barockstil, der am besten in die Landschaft passte. Am 16. Mai 1908 konsekrierte der Bischof von Regensburg, Antonius von Henle, das Gotteshaus. Viele freiwillige Helfer errichten 1954 den Freialtar auf dem Klosterplatz. In den vergangenen Jahrzehnten erfolgten immer wieder kostenträchtige umfassende Innen- und Außenrenovierungen.

Programm des KreuzbergfestsDie Festlichkeiten starten am Samstag, 7. Mai, um 20 Uhr mit der Segensandacht in der Kreuzbergkirche. Um 20.30 Uhr folgt die große Lichterprozession rund um die Altstadt mit kurzen Andachten bei der Ölberg- und der Lourdesgrotte. Sie endet mit dem Segen am Freialtar.

Beichte ist am Sonntag, 8. Mai, von 7.30 bis 9 Uhr in der Kreuzkirche. Messen sind am Sonntag um 8 Uhr in der Wallfahrtskirche und um 8.30 Uhr in St. Sigismund. Die Prozession von der Pfarrkirche auf den Kreuzberg entfällt.

Auf dem Bergplateau beginnt um 9.30 Uhr am Freialtar das Hochamt für die Anliegen der Pilger mit Pater Reinhold Schmitt und Festprediger Pfarrer Georg Hartl aus Waidhaus. Der Männergesangverein unter Leitung von Alexander Völkl begleitet den Festgottesdienst auf dem Klosterplatz. Von 10.30 bis 12 und von 13 bis 14 Uhr ist Anbetung vor dem ausgesetzten Allerheiligsten in der Kreuzkirche.

Um 14 Uhr folgen dort Predigt und Festandacht. Der Klosterladen im Salesianum bietet von 8 bis 17 Uhr Devotionalien an. Auch können dort Messstipendien in Auftrag gegeben werden. Von 13 bis 14 Uhr spielt die Stadtkapelle vor dem Rathaus ein Standkonzert.

Nach alter Tradition kommt auch der weltliche Teil nicht zu kurz. Über 80 Fieranten und Schausteller präsentieren in der imposanten Budenstadt auf dem Marktplatz ein großes Warenangebot. Auch die einheimische Geschäftswelt sowie die Gastronomie sind für den Ansturm der Gäste bestens gerüstet. (tu)
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