Gebietsversammlung der Waldbesitzervereinigung Eslarn-Vohenstrauß
Zu wenig Holz vor der Hütten

"Auf dem Holzmarkt war in diesem Jahr nicht viel los, weil weder Windbrüche noch großer Borkenkäferbefall Holzeinschläge notwendig gemacht haben." Zitat: WBV-Vorsitzender Hans-Peter Lang
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Pleystein
28.10.2016
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Die Waldbesitzervereinigung Eslarn-Vohenstrauß wird künftig aus den Wäldern ihrer Mitglieder keine geringen Mengen an Holz zum Weitertransport an die Sägewerke aufnehmen. Die Gründe nannte Geschäftsführer Josef Maier in der ersten Gebietsversammlung am Donnerstagabend im Gasthof Weig.

Vorsitzender Hans-Peter Lang nannte die jährlichen vier Gebietsversammlungen eine auch weiterhin aufrecht zu erhaltende Tradition. Die Waldbesitzervereinigung hat laut Lang aktuell rund 1200 Mitglieder, was als Zeichen guter Arbeit zu werten sei. "Auf dem Holzmarkt war in diesem Jahr nicht viel los, weil weder Windbrüche noch großer Borkenkäferbefall Holzeinschläge notwendig gemacht haben." Dennoch werde vermehrt Holz am Markt angeboten, was sich auf den Preis auswirke. Die Fichte als "Baum des Jahres 2017" sei für die Waldbesitzer noch immer der Brot- und nicht der Problembaum. Unabhängig davon plädierte Lang dafür, auch kleine Gruppen anderer Baumarten anzupflanzen. Dies bringe ein schönes Landschaftsbild und erwecke nicht den Eindruck, den Wald nur als Zweck für die Industrie zu sehen.

Milde Winter


Maier nannte die Situation auf dem Holzmarkt derzeit "nicht einfach". Der Schnittholzmarkt floriere dank der intensiven Bautätigkeit, Sägerestprodukte seien aber schlecht an "Mann und Frau" zu bringen. Die drei zurückliegenden Winter seien sehr mild gewesen, dementsprechend gering sei der Bedarf an Hackschnitzeln, Sägespänen und Brennholz für private Verbraucher und der daraus resultierende Ertrag, betonte der Geschäftsführer.

Die Rundholzversorgung der Sägewerke sei ebenfalls sehr gut. Der momentane Preis für die Fichte mit 85 Euro für den Festmeter mit 25 Zentimeter Durchmesser unterliege unterschiedlicher Betrachtungsweise, meinte Maier. Der Preis habe vor zwei Jahren wohl bei rund 100 Euro gelegen, 2006 aber auch nur bei 62 Euro. Damit erscheine der jetzige Preis noch in einem guten Licht.

Der Vohenstraußer prognostiziert für die beiden nächsten Jahre keine wesentlichen Preisänderungen. Die Ursache dafür sah er unter anderem in den großen Holzanlieferungen aus Tschechien. So erhalte ein großes Sägewerk in der nördlichen Oberpfalz mit eigenem Gleisanschluss pro Tag 3000 Festmeter Fichte. Damit ergebe sich keine Chance, den Preis "nach oben" zu bringen. Sollte aber zusätzlich noch ein großes Schadensereignis auftreten, gehe der Preis auf das Niveau von 2006 zurück. Insgesamt habe die Waldbesitzervereinigung heuer so wenig Holz wie seit zehn Jahren nicht mehr an die Holzindustrie weitergegeben.

Hoher Frachtaufwand


Die WBV sei gegenüber den Mitbewerbern auf dem Holzmarkt im Nachteil. Künftig könnten geringe Mengen Holz, beispielsweise fünf Festmeter, nicht mehr zur Weiterlieferung aufgenommen werden, weil dann das Holz von mehreren Waldbesitzern mit einer Lieferung abtransportiert werden müsse. Dies erhöhe den Frachtaufwand, die Gefahr der Vermischung im Sägewerk und beeinflusse zudem die dortige Preisgestaltung. Zurückgegangen sei auch der Bedarf für Papierholz, weil auch hier vermehrt Altpapier wiederverwendet werde. Eindringlich appellierte Maier an die Mitglieder, die erheblichen Pflegerückstände wieder auszugleichen. "Ohne Pflege gibt es keinen Zuwachs."

Förster Andreas Eiser stellte den möglichen Leistungsumfang der Waldbesitzervereinigung vor. Dazu gehören unter anderem die Abwicklung von Sammelbestellungen für Material und Pflanzen, der Abschluss von Waldpflegeverträgen, der Maschinenverleih, die Holzvermarktung, die Holzernte und auch Pflanzungen sowie die Pflege des Walds.

Auf dem Holzmarkt war in diesem Jahr nicht viel los, weil weder Windbrüche noch großer Borkenkäferbefall Holzeinschläge notwendig gemacht haben.WBV-Vorsitzender Hans-Peter Lang

Borkenkäferbefall melden

Pleystein. (bey) Sebastian Höllerer vom Forstrevier Floß gab bei der Gebietsversammlung der Waldbesitzervereinigung Eslarn-Vohenstrauß Informationen aus Sicht der staatlichen Forstverwaltung. Demnach muss der Staatsforst wegen Mittelknappheit Schwerpunkte setzen und unterstützt nur noch die Wiederaufforstungen für Herbstkulturen 2016 und Wiederaufforstungen, die im Frühjahr 2017 vorgesehen sind. Aus der staatlichen Förderung herausgefallen sind Naturverjüngungen, Pflegemaßnahmen und Erstaufforstungen.

Ausführlich befasste sich der Sprecher mit dem Kiefernsterben 2015, dessen Ursache wahrscheinlich in den extremen Witterungsbedingungen, im weiteren Zusammenspiel mit dem Befall durch den Blauen Kiefernprachtkäfer und den Misteln liegen kann. Ebenso hätten sich in diesem Zeitraum Schäden an den Lärchen gezeigt. Hinsichtlich des Borkenkäferbefalls sieht Höllerer die Notwendigkeit, Käferflächen zu melden und geschädigte Bäume zu beseitigen. In diesem Zusammenhang verwies der Förster auf die gesetzlichen Bestimmungen, die den Waldbesitzer zu Maßnahmen und Meldungen verpflichten. Bei der Befestigung von Forstwegen, Rückwegen und Rückegassen darf Bauschutt grundsätzlich nicht als Untergrund eingebaut werden.

Tipps und Termine

"Mission Böhmisch" spielt auf

Pleystein. (tu) Ein Feuerwerk der böhmischen Blasmusik zündet "Mission Böhmisch" am Samstag, 29. Oktober, im Bachofner-Saal. Der Eintrittspreis im Vorverkauf beträgt acht Euro, an der Abendkasse zehn Euro. Karten sind an den örtlichen Vorverkaufsstellen erhältlich. Einlass ist ab 19 Uhr. Ab 20 Uhr beginnen die "Pleystoiner Bläser".

Musikalischer Leckerbissen

Waldthurn. (fvo) Drei Chöre bietet der Gesang- und Orchesterverein am Sonntag, 30. Oktober, um 18 Uhr in der Vereinshalle auf. Beim Benefizkonzert zugunsten der Wallfahrtskirche Fahrenberg werden der Kinderchor "Canti-Kids", der Jugendchor "Ami-Canti" und der gemischte Chor "TonArt" die Besucher begeistern. "Der Eintritt ist frei, über freiwillige Spenden würden wir uns aber freuen", erklärt Gesangverein-Vorsitzender Bernhard Unger.
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