Historische Schießgruppe des Schützenvereins 1516 Pleystein gut vorbereitet
Fähnlein feiert kleines Jubiläum

Beim anstehenden Jubelfest vom 8. bis 10. Juli wird das Fähnlein eine wichtige Rolle einnehmen. Die historische Gruppe des Schützenvereins 1516 Pleystein ist jedenfalls gut vorbereitet. Bild: tu
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Pleystein
22.06.2016
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Das "Fähnlein zu Bleystein" besteht seit zehn Jahren. Ein historischer Hintergrund war Anlass für die Gründung der Gruppe.

Die historische Schießgruppe des Schützenvereins 1516 Pleystein kann heuer ein Jubiläum feiern, wenn auch kein 500-jähriges, doch zumindest ein zehnjähriges. Die Geschichte des heutigen "Fähnlein zu Bleystein" begann 2005. Die Feierlichkeiten anlässlich des 675. Jahrestages der Stadterhebung Pleysteins standen im folgenden Jahr bevor.

Im Jahre 1516 wurde das Schützenwesen in Pleystein erstmals urkundlich belegt erwähnt. Aus der Geschichtsschreibung waren Begriffe wie "Stadtwache", "Fähnlein" und "Bürgermilitär" bekannt. Im Staatsarchiv Amberg befindet sich ein Schießregister des "Fähnlein Pleystein-Tännesberg" aus dem Jahre 1612. Also fiel nach einigen Beratungstreffen der Beschluss, ein "Fähnlein" zu gründen.

Emsiger Schneidermeister


Es sollte eine Gruppe sein, die den Verein und auch die Stadt bei öffentlichen Veranstaltungen nach außen hin repräsentieren konnte. Aber die Zeit drängte. Es galt, in Kürze eine Vielzahl von Entscheidungen zu treffen. Für den im Jahr 2005 neu gewählten ersten Schützenmeister Jürgen Güth tat sich ein weiteres Betätigungsfeld auf.

Schneidermeister Erich Pflaum war sofort mit Rat und Tat zur Hilfe bereit, als er von dem leidigen Problem der Bekleidung erfuhr. In gekonnter Manier entwarf er mit einigen Zeichnungen Vorschläge für eine zeitlos historisierende Montur, die mehrheitlich mit großer Begeisterung akzeptiert wurde. Jedes Fähnlein-Mitglied trägt also ein Unikat nach Maßanfertigung. Die Kosten für den Stoff übernahm der Verein, und um die Herstellung kümmerte sich jeder selbst. Die zur Montur sehr gut passenden Knöpfe wurden von der Firma Deglmann gestiftet.

Bei der Auswahl der Bewaffnung musste ein Kompromiss gefunden werden zwischen den Hakenbüchsen und Musketen mit Luntenzündung des 16. und 17. Jahrhunderts, den Waffen mit Steinschlosszündung des 18. sowie 19. Jahrhunderts und den im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts aufgekommenen Gewehren mit Perkussionszündung. Einschüssige Waffen dieser Art sind erlaubnisfrei zu erwerben und zu besitzen, sofern das Modell vor dem Jahre 1871 entwickelt worden ist.

Problem noch nicht gelöst


Doch mit dem bloßen Kauf einer entsprechenden Waffe war das Problem noch nicht gelöst. Jeder Schütze musste einen Lehrgang mit anschließender Prüfung zum Schießen mit Vorderladerwaffen absolvieren. Danach musste beim Landratsamt ein Antrag gestellt werden, in welchem ein Bedürfnis für den Erwerb von und Umgang mit Schwarzpulver glaubhaft dargelegt wurde.

Für die Gruppe musste eine Sondererlaubnis beantragt werden, dass sie in der Öffentlichkeit Waffen mit sich führen kann und unter Umständen im Außenbereich Salut schießen darf. Für die Standarte des Fähnleins wurde dem Verein die Verwendung des Stadtwappens mit den unterlegten Farben der Stadtfahne gestattet.

Die Frauen durften in dem Bild der historischen Gilde natürlich nicht fehlen. Schneidermeister Pflaum entwarf auch hierfür ein Muster für ein Gewand. Für das Fähnlein wurde eine Soll-Aufmarschstärke von zwölf Mann vereinbart, bestehend aus dem Kommandanten, dem Fahnenträger, dem Trommler, sechs Schützen, drei Hellebarden oder Spieße. Nach viel Mühe und persönlichem Engagement stellt sich die Gruppe schließlich im August 2006 der Öffentlichkeit vor. Seit dieser Premiere hat sie die Stadt und den Verein bei vielen Einsätzen nach außen repräsentativ dargestellt und werbewirksam vertreten.
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