In Spielhof herrscht Ausnahmezustand
Von Odel überflutet

Vermischtes
Pleystein
06.04.2016
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Dieser Mief stieg tief in die Nase. Im Pleysteiner Ortsteil Spielhof ergossen sich am Dienstagmorgen rund 10 000 Liter Gülle auf Dorfstraße, Grundstücke und Wiesen. Für die Einwohner herrschte Ausnahmezustand.

Der idyllische Ort hüllte sich in bestialisch stinkende Luft. Ein mit 25 000 Litern befüllter Truck war in einer leichten Linkskurve mitten im Dorf umgekippt.

Wie die Polizei mitteilte, kam der 27-jährige Fahrer gegen 6 Uhr mit seinem Tankzug von einem Miesbrunner Landwirt und wollte durch Spielhof in Richtung alte Bundesstraße 14 nach Tschechien fahren. Was genau der Mann mit dem Odel im Nachbarland vorhatte, konnte die Polizei auf Nachfrage nicht beantworten. Hauptkommissar Norbert Kellner vermutet allerdings: entsorgen. Bis 11.30 Uhr war der Ort völlig abgeriegelt. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand.

Tank nicht ganz voll


Nach ersten Ermittlungen sei der Tank nicht komplett gefüllt gewesen, weshalb die Flüssigkeit bei der Fahrt vermutlich ins Schwanken geraten war und den Sattelzug zum Umkippen brachte. Die Geschwindigkeit, mit der der Lastwagen unterwegs war, sehen die Polizeibeamten der Inspektion Vohenstrauß momentan jedenfalls nicht als Ursache für das Malheur.

Von den geladenen 25 000 Litern Gärsubstrat liefen etwa 8000 bis 10 000 Liter aus und verteilten sich schmierig auf der Fahrbahn. Auch in den Spielhofer Bach gelangte Gülle. "Es war aber nicht viel, das reingekommen ist", sagt Kellner. "Der Bach wurde gesperrt und komplett ausgepumpt." Zu einem Fischsterben kam es laut dem Polizeibeamten nicht. "Dafür haben wir keinen Hinweis. Kann ich mir aber nicht vorstellen. Das Wasserwirtschaftsamt war draußen und hätte uns schon informiert." Nur durch das schnelle Vorgehen der Feuerwehren aus dem gesamten Umkreis konnte verhindert werden, dass der Odel in die Kanalisation gelangte.

Die Einsatzkräfte mussten alle Öffnungen zu den Kanälen verschließen und den Bachlauf absperren. Für die Ortsbewohner und Einsatzkräfte wurde der Gestank Stunde für Stunde erträglicher. Insgesamt waren knapp 100 Helfer der Feuerwehr, des BRK-Rettungsdienstes und der Polizei im Einsatz.

Gülle auf Feldern verteilt


Das Wasserwirtschaftsamt koordinierte das Ableiten der stinkenden Flüssigkeit. "Die Gülle wird entsorgt. Ein Teil konnte man nicht mehr einsammeln, der wurde auf den Wiesen verteilt. Laut Wasserwirtschaftsamt ist das kein Problem. Man muss sich jetzt halt mit den Bauern auseinandersetzen." Den umgestürzten Sattelzug richtete ein Bergefahrzeug wieder auf. Den Schaden schätzt die Polizei auf 50 000 Euro. Ob durch den Unfall die Umwelt in Mitleidenschaft gezogen wurde, kann die Polizei noch nicht sagen. Die weiteren Ermittlungen übernehmen die Vohenstraußer Polizeibeamten.
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