Jahreshauptversammlung der Energieplattform
Sonne sorgt für strahlende Mienen

Vermischtes
Pleystein
17.05.2016
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"Die erneuerbaren Energien sind auf der Agenda der großen Politik etwas ins Hintertreffen geraten. Das Bremsen des Zuwachses in diesem Bereich werde als Erfolg gewertet", kritisierte Hubert Burger.

Der Geschäftsführer von "Energieplattform e.V." ergänzte in der Jahreshauptversammlung bei Zoigl-Voit vor 50 Gästen, dass energiepolitische Ziele, die nach Fukushima definiert worden seien, nun überarbeitet würden. "Die erneuerbare Energie hat es momentan nicht leicht, kann aber nicht mehr gebremst werden." Nichtsdestotrotz warteten er und sein Managerkollege Hans Helgert mit vorzüglichen Bilanzen auf.

Die Mitglieder sowie die Gesellschafter der "Sonnenstrom Pleystein GdbR" und der "Sonnenstrom Waidhaus GdbR" waren mit dem Zahlenmaterial rundum zufrieden, fiel doch die Gewinnermittlung der Gemeinschaftsphotovoltaikanlage auf dem Dach der Pleysteiner Sporthalle und auf den Dächern der Grundschule sowie des Pfarrstadls in Waidhaus für 2015 erneut glänzend aus.

"Der erfreuliche Besuch zeigt, dass das Interesse an Umweltschutz und den alternativen Energien ungebrochen ist", so Burger. "Kostensteigerungen im Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG) werden künftig in einen geplanten Fonds ausgelagert." Die Vergütung bei neuen EEG-Anlagen solle nicht mehr fest erfolgen, sondern im Ausschreibungsverfahren.

"Die Energiekonzerne haben den Anschluss an die 'Erneuerbaren' verschlafen und versuchen jetzt durch Aufspaltung der Konzerne die Fehler der Vergangenheit und die Altlasten auf die Steuerzahler zu übergeben", bemängelte er. Stromtrassen würden ohne Rücksicht geplant. Es gebe aber auch Positives zu berichten. "Am Mittwoch war die Stromproduktion der 'Erneuerbaren' am höchsten Stand, der je gemessen worden ist. Die Strommenge erreichte teilweise fast 90 Prozent des Verbrauchs."

Das Vorzeigeprojekt auf dem Sporthallendach mit 224 Kollektoren auf 284 Quadratmetern Fläche und einer Leistung von 35,6 kWp entspreche nach wie vor voll den Erwartungen. Die Anlage habe einmal mehr ein Spitzenergebnis erzielt. Die Pilot-Anlage am Ortseingang arbeite seit dem Start 2003 ohne Probleme. In den vergangenen zwölf Monaten seien 28 787 kWh sauberer Sonnenstrom ins Netz eingespeist worden. Das Einsparvolumen beim Kohlenstoffdioxid betrage 17 400 Kilogramm. Die Bayernwerke haben auf das Konto der Sonnenstrom Pleystein 19 521 Euro netto überwiesen. Seit Inbetriebnahme vor 13 Jahren habe man 380 067 kWh erzeugt und eingespeist.

Bei 315 Anteilen und aktuell 66 Gesellschaftern ergebe sich eine Ausschüttungsrate von 38,41 Euro pro Anteil einschließlich 25 Euro Tilgung. Dies entspreche einer Rendite von 5,96 Prozent. Für Schönauer-Kunden gebe es erstmals keine Sonderausschüttung, da die Förderung nach elf Jahren ausgelaufen sei. "Wir befinden uns weiter auf einem erfolgreichen Weg."

Für die am 21. Januar 2005 ins Leben gerufene Sonnenstrom Waidhaus GdbR stellte geschäftsführender Gesellschafter Hans Helgert die Abrechnung 2015 vor und gab einen ausführlichen Überblick über die elf Jahre seit Inbetriebnahme. "Das Waidhauser Sonnenwerk mit einer Anlagengröße von 38,95 kWp wies den zweithöchsten Stromertrag seit seinem Bestehen aus." Die Gesellschafter erhalten pro Anteil 51,71 Euro einschließlich 25 Euro Tilgung. Hinzu kommt der Anteil an der Reparaturrückstellung von aktuell 15 327,42 Euro in Höhe von 42,58 Euro, so Helgert.

Insgesamt seien 37 887 kWh Strom produziert und 24 627 Kilo Kohlenstoffdioxid eingespart worden. Den durchschnittlichen Jahresertrag, bezogen auf die elf Betriebsjahre, gab Helgert mit 5,56 Prozent an. Seit 2005 seien 367 552 kWh Strom produziert und eingespeist worden. "Die Investitionen der Bürger in ein solches Projekt rentieren sich nicht nur umweltschutzmäßig, sondern auch steuerlich."

Die Energieplattform habe nach wie vor ihre Daseinsberechtigung. "Politik und Wirtschaft müssen noch nachhaltiger Hand in Hand gehen, um den Energiemix weiter voranzubringen. Es gibt zur Umwandlung der Energieversorgung von fossilen auf regenerative Brennstoffe keine Alternative", schloss Helgert.

Im letzten Teil informierte Stefan Müller von der Firma Erensys aus Weiden über den aktuellen Stand der Speichertechnik, die Einbindung von Speichern in bestehende sowie neue PV-Anlagen und zeigte die praktische Umsetzung auf.
Am Mittwoch war die Stromproduktion der "Erneuerbaren" am höchsten Stand, der je gemessen worden ist. Die Strommenge erreichte teilweise fast 90 Prozent des Verbrauchs.Hubert Burger
Die Investitionen der Bürger in ein solches Projekt rentieren sich nicht nur umweltschutzmäßig sondern auch steuerlich.Hans Helgert
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