Milcherzeugergemeinschaft zieht in Pleystein Bilanz
Milcherzeuger sauer

Der Milchpreis bereitet der Molkereigenossenschaft Pleystein Sorgen. Von links: Vorstandsvorsitzender Georg Wittmann, Vorstandsmitglied Robert Bodensteiner (wiedergewählt), Aufsichtsratsmitglied Günter Hösl (neu), Aufsichtsratsmitglied Martin Reber (wiedergewählt), Geschäftsführer Hubert Schmid und Georg Müller, Privatmolkerei Bechtel. Bild: bey
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Pleystein
04.05.2016
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Der freie Fall des Milchpreises ist noch nicht zu Ende. Aktuell bewegt er sich pro Kilogramm etwa bei 28 Cent. Der Vorstandsvorsitzender der Molkereigenossenschaft Pleystein, Georg Wittmann, untermauerte mit diesen Zahlen die derzeitige Einkommenssituation der Milcherzeuger.

Geschäftsführer Hubert Schmid stellte mit dem derzeitigen Stand der Milcherzeuger eine Verbindung zum Preis her: Vom 1. Januar 2015 bis 1. Januar 2016 ist die Zahl der Milcherzeuger von 216 auf 207 zurückgegangen. Bürgermeister Rainer Rewitzer nannte die Milcherzeugergemeinschaft fest in der Gesellschaft verankert. Deren gesundes Gefüge sollte nicht aufgelöst werden.

Vollbesetzt war am Montagabend das Sportheim des TSV Pleystein. Mit der Einladung sei diesmal formell alles in Ordnung, meinte Aufsichtsratsvorsitzender Martin Reber. Wegen der Nichteinhaltung von Fristen konnten in der Versammlung im April keine Wahlen stattfinden sowie der Jahresabschluss 2015 nicht genehmigt werden.

Vorstandsvorsitzender Georg Wittmann erinnerte, dass die Molkereigenossenschaft Pleystein seit Dezember 2014 Mitglied bei der Milchplattform e.V. sei. Damit sei der Austausch von Preisen möglich, weil das Kartellamt dies untersagt habe. In dieser Plattform seien laut Wittmann 18 Erzeugergemeinschaften zusammengeschlossen, die wiederum an fünf Molkereien liefern. Die Weitergabe des Milchpreises werde vom Verband der Milcherzeuger Bayerns (VMB) übernommen. Außerdem sei mit dem Beitritt ein Einblick in die bayerischen Durchschnittspreise möglich. Die Europäische Gemeinschaft habe sicher viele Vorteile, doch beim Blick auf die Gewährung von Beihilfen zeige sich, dass sich die EU zu einem bürokratischen Monster entwickle.

Über 200 Mitglieder


Der Geschäftsführer berichtete über die Veränderungen der Mitgliederzahlen nach Zu- und Abgängen. Zum 1. Januar diesen Jahres gehören der Molkereigenossenschaft Pleystein 207 Mitglieder an. Wurden 2014 noch 15 655 824 Euro Milchgeld an die Mitglieder ausbezahlt, waren es 2015 nur noch 12 929 130 Euro. Die im Jahr 2015 angelieferten 38 959 686 Kilogramm Milch verteilen sich im Durchschnitt auf 182 909 Kilogramm je Lieferant. Ein Blick in die Milchanlieferungsstatistik deutet laut Geschäftsführer Hubert Schmid auf ein Ansteigen der Anlieferungsmenge auf über 40 000 000 Kilogramm hin.

Ausführlich stellte Aufsichtsratsvorsitzender Martin Reber den Prüfungsbericht für die Jahresrechnung 2014 vor, der von den Mitgliedern genehmigt wurde. Einstimmig wurde beschlossen den Bilanzgewinn auf das nächste Wirtschaftsjahr zu übertragen.

Bei den Neuwahlen wurde Robert Bodensteiner nach seinem turnusgemäßen Ausscheiden erneut in den Vorstand gewählt. Vom Aufsichtsrat schieden turnusgemäß Martin Reber und Martin Liegl aus. Reber wurde anschließend erneut in den Aufsichtsrat gewählt, neu dabei ist Günter Hösl.

Preisverfall stoppen


Der Bürgermeister verband die Molkereigenossenschaft Pleystein eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt. Ab der Gründung der Genossenschaft und dem Bau der Molkerei in den vierziger Jahren seien viele Arbeitsplätze entstanden.

Jetzt sei es notwendig, das stete bergab im Milchpreis zu stoppen, betonte Rewitzer. Erheblich in Frage stellte er, ob beim TIPP-Verfahren die Lobby der Milcherzeuger ausreichend vertreten sei: "Hier entscheiden Personen, die nicht vom Fach sind."
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