Mineralienvorkommen bei Pleystein
Fund mehrere Millionen Jahre alt

Vermischtes
Pleystein
17.09.2016
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In der Gegend um Pleystein und Hagendorf gibt es viele seltene Mineralien. Professor Dr. Harald G. Dill hat nun dem Museumsarbeitskreis seine neuesten Erkenntnisse zukommen lassen.

Bei Baumaßnahmen südöstlich des Kreuzberg-Pegmatitstocks in Richtung Finkenhammer/Bartlmühlweg vor 3 Jahren wurde kaolinisierter Aplit entdeckt. Er entstand vor 23 Millionen bis 3 Millionen Jahren durch chemische Verwitterung im Miozän-Pliozän. Dieser sogenannte neue Aplit gehört laut Dill von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe aus Hannover zwar primär zum Kreuzberg-Pegmatit, er ist aber nicht direkt Teil des Feldspatmaterials.

"Die Hagendorf-Pleysteiner Pegmatit-Provinz ist hinsichtlich ihrer großen und stockförmigen Quarz-Feldspat-Pegmatite und ihrer Vielzahl an seltenen Mineralien bekannt, die neben Lithium, Beryllium, Scandium, Niob-Tantal und Uran enthalten. Die seltenen Minerale gehören vor allem zur Gruppe der Phophate", weiß Dill.

Tonmineralogisch stehen die Pegmatite dagegen immer im Schatten anderer Tonlagerstätten in der Oberpfalz. In tonmineralogischer Sicht spielt nur der Raum Pleystein eine Rolle. Der Feldspatsaum des Kreuzberg-Pegmatits ist vollständig alteriert und der entstandene Kaolin abgetragen worden. Die "Sandgrube Weiß", ein kaolinisierter Aplit, ist heute abgebaut. Der kaolinisierte Aplit im Liegenden des Kreuzberg-Pegmatits ist nur noch schwer zugänglich.

"Der jüngste Aufschluss ist der sogenannte neue Aplit, den abgesetzt von den anderen Vorkommen bei einem Hausbau angefahren wurde. Der Aplit gehört eindeutig zum Kreuzberg-Pegmatit. Er besitzt korrodierte Columbitkristalle", berichtet Dill. Die für die Hagendorf-Pleysteiner Pegmatitprovinz typischen Phosphate fehlen völlig. Nur Glieder der Aluminium-Sulfat-Phosphatgruppe treten auf.

Während der Kreuzberg-Pegmatit vor allem durch die hydrothermale Kaolinisierung in Mitleidenschaft gezogen worden war, geht die Kaolinisierung im neuen Aplit vor allem auf die chemische Verwitterung zurück. "In den übrigen Pegmatiten und Apliten der Hagendorf-Pleysteiner Pegmatitprovinz spielt die Kaolinisierung eine untergeordnete Rolle. Meist fehlt sie. Die Ursache für die herausgehobene Position des Raums Pleystein liegt in der thermischen Entwicklung der Hagendorf-Pleysteiner Pegmatitprovinz, deren Zentrum in der Pleysteiner Zone liegt", resümiert der Professor.

Die Hagendorf-Pleysteiner Pegmatit-Provinz ist hinsichtlich ihrer großen und stockförmigen Quarz-Feldspat-Pegmatite und ihrer Vielzahl an seltenen Mineralien bekannt.Professor Dr. Harald G. Dill
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