Orgel der Stadtpfarrkirche St. Sigismund generalsaniert
Sauberer Orgelklang

Orgelbaumeister Helmut Kilger aus Neuhausen war vier Wochen lang damit beschäftigt, die 1872 Pfeifen der Orgel auszubauen und zu säubern. Bild: bey
Vermischtes
Pleystein
11.10.2016
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Vier Wochen war die Orgel der Stadtpfarrkirche St. Sigismund stumm. Grund dafür war die Generalsanierung des gewaltigen Klangkörpers.

Orgelbaumeister Helmut Kilger aus Neuhausen bei Metten in der Nähe von Deggendorf hatte alle Hände voll zu tun, um die 1872 Pfeifen der Orgel auszubauen, zu reinigen und zum Abschluss der Arbeiten wieder einzubauen. Doch damit allein war die Arbeit nicht getan. Unterstützt wurde er zeitweise von seinen Mitarbeitern.

Fachmann am Werk


Die 1872 Pfeifen der Orgel haben eine Länge zwischen 5,2 Metern und fünf Millimetern. Sichtbar für den Gottesdienstbesucher sind nur ein kleiner Teil der Pfeifen. Der Rest verbirgt sich sozusagen im "Innenleben" der Orgel, die größte Pfeife ist außerhalb der Orgel angeordnet. Der Blick in das Instrument zeigt, dass es echten fachmännischen Könnens bedarf, um diese Arbeiten durchzuführen.

Kilger ist deshalb gar nicht erfreut, dass der Beruf des Orgelbauers durch den Wegfall der Meisterprüfung an Bedeutung und Wertschätzung verloren hat. Die Orgel der St. Sigismundkirche hat 27 Register und deshalb ebenso viele Klangfarben. Bei der Reinigung werden die Pfeifen mittels Kompressor ausgeblasen, der gelöste Schmutz wird mit einem Staubsauger aufgefangen. Alle 15 bis 20 Jahre ist laut Kilger eine derartige umfangreiche Reinigung erforderlich. In der Zwischenzeit genügt der jährliche Kundendienst.

Nach der Reinigung werden die Pfeifen wieder eingebaut und die 27 Register der Reihe nach intoniert. Darunter versteht der Experte den klangmäßigen Ausgleich. Mit zwei Manualen, also übereinanderliegende Tastaturen, wird die Orgel gespielt. Die Kosten für die komplette Reinigung der Orgel betragen nach Auskunft von Stadtpfarrer Pater Hans Ring rund 12 000 Euro.
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