Pleysteiner Kreuzbergfest
Ein Traum von einer Kirche

Traumhafte Aussicht: Die Kreuzbergkirche steht am Wochenende im Mittelpunkf des Geschehens. Bild: tu
Vermischtes
Pleystein
15.09.2016
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Die Pleysteiner feiern am Wochenende Kreuzbergfest. Die Verantwortlichen erwarten wieder Hunderte von Pilgern.

Auftakt ist am Samstag, 17. September, um 20 Uhr mit der Segensandacht in der Kreuzbergkirche. Um 20.30 Uhr startet die große Lichterprozession rund um die Altstadt mit Andachten bei der Ölberg- und der Lourdesgrotte. Sie endet mit dem Segen am Freialtar.

Festlicher Gottesdienst


Gelegenheit zur Beichte ist am Sonntag, 18. September, von 7.30 bis 9 Uhr im Gotteshaus. Messen sind um 8 Uhr in der Wallfahrtskirche und um 8.30 Uhr in St. Sigismund. Um 9.15 Uhr trägt Stadtpfarrer Hans Ring das Allerheiligste in der Prozession durch den Marktplatz auf den Kreuzberg, wo um 9.30 Uhr der festliche Gottesdienst für die Anliegen der Wallfahrer mit Klosterleiter Pater Reinhold Schmitt und Festprediger Pater Konrad Eßer aus Overbach beginnt. Der Männergesangverein unter Leitung von Alexander Völkl und Bläser der Stadtkapelle unter Regie von Markus Schulz begleiten die Messe.

Von 10.30 bis 12 und 13 bis 14 Uhr ist Anbetung vor dem ausgesetzten Allerheiligsten in der Kreuzkirche. Um 14 Uhr folgen dort Predigt und Festandacht, anschließend kehrt die Prozession durch die Steingasse zur Pfarrkirche zurück, wo mit dem "Te deum" die kirchlichen Feiern ausklingen. Im Klosterladen im Salesianum gibt es von 8 bis 16 Uhr Devotionalien zu kaufen, außerdem können Messstipendien bezahlt werden. Die Stadtkapelle spielt von 13 bis 14 Uhr ein Standkonzert vor dem Rathaus.

Nach alter Tradition kommt auch der weltliche Teil nicht zu kurz. Über 80 Fieranten und Schausteller bieten in der Budenstadt auf dem Marktplatz ein großes Warenangebot an. Auch Geschäftswelt und Gastronomie sind für den Ansturm der Gäste bestens gerüstet.

Die Wallfahrt zum heiligen Kreuz ist nicht so alt, wie bei manchen anderen Pilgerstätten, aber sie hat seit über 250 Jahren ihren festen Platz bei den Gläubigen der nördlichen Oberpfalz. Den Anlass zum Bau einer Kirche gaben die Kooperatoren Gärtner und Schiller. Letzterer träumte in der Nacht vom 2. zum 3. Januar 1814 von einer Kreuzkirche auf dem Schlossberg, auf dem im Mittelalter eine trutzige Burg stand, die aber längst verfallen war.

Über seinen Traum sprach er mit dem Hammermeister Wittmann von Finkenhammer. Dieser war überrascht, denn er und seine Frau hatten in der gleichen Nacht Ähnliches geträumt, ebenso der Schuhmachermeister Balthasar Zimmerer. Sie sahen darin eine Aufforderung. Adam Wittmann bot sich schließlich an, den Bau zu finanzieren.

Die Pleysteiner wurde daraufhin in einen wahren Taumel der Begeisterung gerissen. Es begann ein Wettstreit unter der Bevölkerung, so dass die Kreuzkirche in etwa acht Wochen gebaut wurde. Am 1. Juni 1814 war Grundsteinlegung, und am 13. September 1814 benedizierte Stadtpfarrer Mayer als Bevollmächtigter des Bischofs das Gotteshaus. Fünf Tage später wurde das verehrungswürdige Kruzifix in glanzvoller Prozession mit 10 000 Teilnehmern in sein neues Heiligtum übertragen.

Die feierliche Konsekration vollzog am 9. Mai 1841 der Weihbischof und Dompropst von Regensburg, Bonifacius von Urban. Bei der Neuerrichtung der Kirche nach dem verheerenden Großbrand von 1901 wählten die Architekten Koch und Hauberrisser aus Regensburg im Zusammenwirken mit den Verantwortlichen der Kirchenstiftung den Barockstil, weil sich dieser in die hügelige Waldlandschaft am besten einfügt. Trotz der schwierigen persönlichen Situation nach dem Brand wetteiferten die Pleysteiner mit Arbeitseinsatz und Geldspenden.

Freialtar seit 1954


Am 16. Mai 1908 konsekrierte der Bischof von Regensburg, Antonius von Henle, die Kirche. Den Freialtar auf dem Klosterplatz haben Helfer 1954 errichtet. In den vergangenen Jahrzehnten erfolgten immer wieder kostenträchtige, umfassende Innen- und Außenrenovierungen.
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