Pleysteiner Stadtkern akribisch strukturiert
Kern genau geplant

Eine Kartenskizze zeigt die alte Stadt Pleystein nach einer Zeichnung von Dr. Ernst Gagel. Repro: tu
Vermischtes
Pleystein
20.02.2016
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Eine fast akribisch genaue Struktur weist das Bild des Pleysteiner Stadtkerns seit dem Mittelalter auf. Daran konnte auch der verheerende Großbrand von 1901 nichts ändern.

Blättert man in der Ortsgeschichte von Heimatforscher Siegfried Poblotzki, so erfährt man, dass Wall, Graben und Mauer bereits bei der Verleihung der Stadtrechte 1331 vorhanden waren oder vor der Vollendung standen. Die alte Stadt wölbte sich um die Ostseite des Schlossbergs. Der vom Stadtbach gefüllte Weiher bildete die westliche Sicherung und speiste den Wallgraben. Das Haupttor war gegen Osten gelegen. Man nannte es später das "Alte Tor".

Die Altstadt war im Norden wie im Süden (bei der Stadtmühle) durch je ein Tor abgeschlossen. Mit dem Freiheitsbrief der Landgrafen Johann und Sigost von Leuchtenberg 1391 war die Anlage der Neustadt beendet. Sicher waren Graben, Wall und das Tor im Norden, später Ziegeltor genannt, vorhanden. Die Bezeichnung "Neutor" für den Ausgang nach Westen deutet auf einen jüngeren Bauabschnitt hin. Die Mauer der Neustadt (Marktplatz, Burggut, Obere Steingasse, Untere Steingasse) dürfte nur zu einem geringen Teil aufgeführt gewesen sein. Der größte Teil bestand aus einer Palisadenbefestigung.

Erst 1556 ging man daran, jenes Zaunwerk durch eine stabile Mauer zu ersetzen. Dass dieses Vorhaben nicht vollkommen gelang, zeigt ein Merianstich aus jener Epoche. Er stellt den nördlichen Teil der Stadtbefestigung als Palisadenzaun dar, der zum Teil schon eingefallen ist. Ebenfalls 1556 wurde das Torhaus des Neutores abgebrochen und wieder aufgebaut, der Turm in der Stadtmauer verbessert und über den Graben beim "Alten Tor" eine steinerne Brücke gebaut. Nach der Anlage der Neustadt blieben das Nord- und das Südtor der Altstadt bestehen.
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