Pleysteiner Stadtweiher
Schock nach Algenbefall

Max Müllhofer, Bürgermeister Rainer Rewitzer und Bernhard Scheuringer (von links) von der Firma VTA sind mit dem Einsatz des Algenbekämpfungsmittels sehr zufrieden. Dennoch muss mit dem Messgerät weiterhin der Phosphatgehalt des Wasser überprüft werden. Bild: bey
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Pleystein
10.08.2016
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Fast smaragdgrün leuchtet das Wasser im Pleysteiner Stadtweiher. Bei manchen Bürgern stellt sich die Frage nach einer Gefahr, andere bewundern diese Farbe.

Am Dienstagvormittag erfolgte bei einem Pressegespräch mit Bürgermeister Rainer Rewitzer, Max Müllhofer und Bernhard Scheuringer sowie Birgit Scherer von der Firma VTA die Klarstellung: Das Mittel gegen den Algenbewuchs im Weiher ist für Mensch und Tier ungefährlich. Die Fütterung von Fischen oder Wasservögeln bringt Schmutzstoffe ins Gewässer, die die Algenbildung beschleunigen. Deshalb sollten die Verantwortlichen über ein generelles Fütterungsverbot im Stadtweiher nachdenken, meinte Scheuringer. Ab sofort könne auch wieder ein Fischbestand, der aber gering gehalten werden sollte, im Stadtweiher heimisch werden.

Füttern einschränken


Rewitzer sprach von "einem Schock" nach dem Algenbewuchs. Ein Fütterungsverbot für Wasservögel sah er kritisch, weil vielleicht einmal im Jahr Urlauber mit einem Kind kämen, dass dann mit einem Stück Breze eine Ente füttern möchte. Es sei vielmehr das Verständnis der Bürger und Urlauber gefordert, das Füttern einzuschränken. Deshalb solle ein Hinweisschild künftig aufmerksam machen, dass ein Fütterungsverbot den Tieren zugute komme.

Müllhofer schilderte Scheuringer und Scherer die Entstehungsgeschichte des Stadtweihers. Der natürliche frühere Zufluss aus dem Schwarzenbach als Weiherspeisung sei zugefüllt worden. Jetzt komme das Wasser aus einer früheren Trinkwasserquelle, deren Schutzgebiet wiederum aufgelassen sei. Rund 150 Kubikmeter Wasser laufen pro Tag in den Weiher, der ein Volumen von etwa 5000 Kubikmeter habe. Der Phosphorgehalt sei allerdings so hoch wie im Zulauf der Kläranlage. Das Gewässer sei eineinhalb Jahre stillgelegt gewesen. In dieser Zeit seien verschiedene Sanierungsmaßnahmen umgesetzt worden.

Nach der Befüllung sei das Wasser glasklar gewesen, doch Phosphor und Sonne hätten dann einen Algenteppich wachsen lassen, der die gesamte Wasserfläche bedeckte. Durch Undichtheiten im Uferbereich sei der Wasserstand nicht gestiegen, die Zirkulation blieb aus, Geruchsbelästigungen waren die Folge. Hier habe er sich an Berichte über die Beseitigung der Algen durch die Firma VTA erinnert, berichtete Müllhofer. In Übereinstimmung mit Bürgermeister Rewitzer sei die Entscheidung gefallen, bei der Beseitigung der Algen den Weg zu gehen, der andernorts erfolgreich war.

Scheuringer nannte das schnelle Vorgehen wichtig, weil auch eine Beseitigung der Algen durch Besatz mit Graskarpfen keine Lösung sei. Die Fische schieden wiederum Exkremente aus, die dann den Weiher erneut belasteten. Als positiv habe sich die schnelle Lieferung des Algenbeseitigungsmittels erwiesen, das eine Woche vor dem Bürgerfest ins Wasser gegeben worden sei, so dass bereits am Montag mit dem Absaugen begonnen werden konnte.

An diesem Tag wurden die gesamten gebundenen Nährstoffe für die Algen abgezogen und rund zwölf Kubikmeter Feststoffe an Algen und Schmutz entfernt. "Die jetzige Farbe ist dem pH-Wert geschuldet, aber ungefährlich", erklärte Scheuringer. Das zeigte sich beim Ortstermin auch im quicklebendigen Verhalten von Enten und Schwänen. Das überschüssige Mittel arbeite weiter gegen den Algenbewuchs. Klein dosiert müsse aber das Wasser weiterhin behandelt werden, weil der Phosphatgehalt im Zulauf sehr groß sei.

Aufwand reduzieren


Dabei müsse die Dosierung dem Phosphatgehalt unter Berücksichtigung des Zulaufs angepasst werden. Dann könnte der Aufwand für die Beseitigung der Algen wesentlich reduziert oder im kommenden Jahr sogar überflüssig werden.
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