Pleysteiner Theaterfreunde
Zauberhafte Premiere

Viel Hokuspokus machten die beiden Schwestern um ihre zauberhafte Glaskugel, die immer wieder in anderem Licht erstrahlte. Doch plötzlich meldete sich eine Stimme und wie Phoenix aus der Asche tauchte ein Mann in der Kugel auf. Die Teilnehmer der spirituellen Sitzung erschreckten sich fast zu Tode. Bild: bey
Vermischtes
Pleystein
14.03.2016
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Eine Glaskugel verzauberte das Premierenpublikum im voll besetzten Bachofnersaal. Die Pleysteiner Theaterfreunde hatten mit ihrem neuesten Stück wieder einen Glücksgriff getan.

Mit trefflichen und gut gesetzten Pointen, amüsanten Dialogen, einem schönen Bühnenbild und guten Schauspielern wurde die erste Aufführung des Lustspiels "Eine zauberhafte Glaskugel" zum echten Vergnügen. Es ist bekanntlich der Wunsch vieler Menschen, in die Zukunft schauen zu können. Im Dreiakter von Beate Irmisch nutzen das die Schwestern Lina Schick (Alexandra Moll) und Veronika Schick (Alexandra Hartwig) geschickt aus und lassen die Glaskugel sprechen.

Alles geschieht in einem alten Zugwaggon, von dem sie ein Abteil für Wohnzwecke umgewandelt haben. Allein da haben die Bühnenbauer ganze Arbeit geleistet: Das Abteil wird nur noch vom gewölbten Dach des Waggons angedeutet, alles andere sieht nach reinster Wohnkultur aus. Mittendrin die beiden Schwestern, die nicht nur eine sprechende Glaskugel besitzen, sondern auch noch die Fähigkeit, den Menschen ihre Wunderheilmittel zu verkaufen. Um der Glaskugel die Sprechkraft zu geben, muss eine der Damen klammheimlich unter den Tisch kriechen. Dann erzählt sie den Gästen ihrer Sitzung die gern gehörte Wahrheit.

Geheimer Brief


Eine wichtige Rolle spielt der Briefträger (Christoph Müllhofer), dem der Begriff des Briefgeheimnisses unbekannt scheint. Er verrät nämlich, was in einem geheimen Brief mit weitreichenden Folgen für die Schwestern steht. Aber er öffnet auch unter Wasserdampf ein Päckchen und brüskiert mit dem Wissen über den Inhalt Gerlinde Reinicke (Claudia Stahl), die sich ein Mittelchen zur Straffung eines bestimmten Körperteils schicken ließ. Wie das ohne künstlichen Zusatz geht, zeigte der Briefträger dann unter der Begeisterung der Besucher mit Toilettenpapier.

Recht handgreiflich


Wo aber geheime gemeindliche Angelegenheiten aufs Tablett kommen, ist ein Bürgermeister nicht mehr weit. In der "Zauberhaften Glaskugel" heißt das Gemeindeoberhaupt Helmut Gierig (Tobias Plödt) nicht von ungefähr, weil er ebenso handelt. Aber er allein hat nicht das Sagen: Da funkt seine Frau Hilde (Claudia Hammerl) immer lautstark dazwischen und nimmt dazu auch mal recht handgreiflich die Handtasche zur Hand, um ihren Mann zur Raison zu bringen. Dann nämlich, wenn er mit der Dame Irene von Schoen (Verena Pschirrer), die das geheime Bauvorhaben im Bereich besagten Zugwaggons errichten will, allzu nahe in Kontakt tritt.

Doch der Plan der Schwestern, ihren Besuchern möglichst viel Geld abnehmen zu können, gerät immer mehr ins Wanken. Da schlafen der Briefträger und Gregor Hueti (Georg Weiß) unter der Glaskugel ihren Rausch aus und erschrecken die gesamte Runde bei einer Geistersitzung, als sie dank der Beleuchtungseffekte fast schon geisterhaft aus der Glaskugel herausschauen. Hueti leidet noch unter dem missglückten Haarwuchsmittel der Schwestern, und der Bürgermeister hat sogar noch ein etwas älteres "süßes" Geheimnis indirekt durch sein Handeln preisgegeben. . .

Die Pleysteiner Theaterfreunde haben in das Stück immer wieder lokale Ereignisse und Namen einfließen lassen. Auch bei der Besetzung der Rollen haben die Verantwortlichen mit viel Gespür eine sehr gute Wahl getroffen. Der stürmische Beifall zum Schluss zeigte den Darstellern und Helfern, dass sie eine ausgezeichnete Vorstellung abgeliefert haben.
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