Vortrag von Professor Dr. Harald E. Dill über Kaolin
Mineral mit Weltgeltung

Seine große Bedeutung erlangte der Rohstoff durch die Wiederentdeckung des Porzellans in Europa durch Friedrich Böttcher 1708.
Vermischtes
Pleystein
08.04.2016
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Beim zweiten Pleysteiner Geotag gastierte Professor Dr. Harald E. Dill aus Hannover im Stadtmuseum. Thema seines Vortrags war Kaolin.

Rund 50 Zuhörer lauschten im Mineralogie-Ausstellungsraum nach den Begrüßungsworten von Bürgermeister Rainer Rewitzer den Ausführungen des Professors. "Kaolin - ein Oberpfälzer Industriemineral mit Weltgeltung", hatte er sein Referat überschrieben.

"Kaolin ist ein weißes, erdiges Gestein, das auch dem Nicht-Geologen bekannt ist. Seine große Bedeutung erlangte der Rohstoff durch die Wiederentdeckung des Porzellans in Europa durch Friedrich Böttcher 1708", sagte Professor Dill. Die Verbreitung der Porzellanindustrie in Nordbayern sei deshalb nicht dem Zufall geschuldet, sondern gehe rohstofforientiert auf die besonderen geologischen Bedingungen zurück, die für die Entstehung des Kaolins am Westrand der Böhmischen Masse und in seinem Vorland sehr günstig waren.

"Eine tiefgründige Verwitterung während der Erdneuzeit trug zur Bildung der wirtschaftlich bedeutenden Kaolinlagerstätten in der Region Tirschenreuth bei. Verwitterung und Abtragung waren für die Kaolinlagerstätten im Raum Hirschau-Schnaittenbach während des Buntsandsteins verantwortlich", fuhr der gebürtige Oberfranke fort. Es gebe noch zahlreiche kleine Abbau-Stellen, auch in der Region Pleystein, die heute entweder ausgebeutet sind oder wegen ihrer geringen Größe eine Förderung nicht mehr rechtfertigen. Ortsangaben wie "Sandgrube" oder "Sandmühle" im ostbayerischen Grundgebirge könnten Hinweise auf solche alte Abbaue darstellen.

"Kaolin ist auch ein weit verbreiteter keramischer Rohstoff in der angrenzenden Tschechischen Republik, die neben Großbritannien und der Ukraine zu den großen Produzenten in Europa zählt", betonte der Sprecher. Während in den sedimentären Kaolin-Lagerstätten die Mineralvielfalt sehr gering sei und meist der Ton aus Kaolinit-Gruppen-Mineralien und Glimmer bestehe, weisen die hydrothermalen Kaolin-Lagerstätten, die sich bei höheren Temperaturen bildeten, eine größere Mineralvielfalt auf.

"Diese Lagerstätten, die in Peru, Chile, Indonesien, rund um den Pazifischen Ozean weit verbreitet sind, sind jedoch sehr viel kleiner als die sedimentären Vorkommen, wie etwa bei Tirschenreuth und Hirschau. Ein solches wirtschaftlich unbedeutendes hydrothermales Vorkommen findet sich auch in Nordostbayern, in der Hagendorf-Pleysteiner Pegmatit-Provinz", schloss Dill seine Ausführungen. Museumsarbeitskreis- Sprecherin Annemarie Woppmann dankte dem Professor "für das aufschluss- und lehrreiche Referat".
Seine große Bedeutung erlangte der Rohstoff durch die Wiederentdeckung des Porzellans in Europa durch Friedrich Böttcher 1708.Professor Dr. Harald E. Dill.
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