Wallfahrer feiern Kreuzbergfest in Pleystein
Jeder bleibt im Blick Gottes

Pfarrer Georg Hartl stellte bei seiner Predigt am Freialtar auf dem Kreuzberg das Kreuz in den Mittelpunkt. Bild: bey
Vermischtes
Pleystein
09.05.2016
49
0

Bei herrlichem Wetter feierten Gläubige und Wallfahrer das Kreuzbergfest. Das Kreuz stellte Pfarrer Georg Hartl in den Mittelpunkt seiner Ansprache am Freialtar.

Kreuze seien als stille Mahner zu verstehen, gleichzeitig als Hilfestellung für die Menschen, dem Kreuzweg Gottes zu folgen. Jesus habe seinem Tod am Kreuz keine Gewalt folgen lassen, sondern das Böse auf sich genommen und bei sich enden lassen, um damit dem Willen Gottes zu folgen.

Pater Reinhold Schmitt nannte es einen langen Brauch im Mai auf dem Kreuzberg das Fest Kreuzauffindung zu feiern. Der Festprediger Pfarrer Georg Hartl, Waidhaus, habe während der Erkrankung Pater Hans Rings in der Pfarrei Pleystein wertvolle Dienste geleistet und sei deshalb auch an dem Festtag auf dem Kreuzberg ein willkommener Gast.

Der Pater dankte auch dem Männergesangverein Pleystein, der mit seinem Leiter Alexander Völkl und dem Sonntagslied den morgendlichen Festgottesdienst eröffnet hatte. Eine Bläsergruppe der Stadtkapelle begleitete die Geistlichkeit musikalisch von der Kreuzbergkirche zum Freialtar.

Gott wirbt um Menschen


Pfarrer Hartl stellte das Kreuz in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Jesus sei am Kreuz nicht für die Sünden der Menschen, sondern wegen der Sünden der Menschen gestorben. Im Kreuz des Karfreitags werde deutlich wozu Menschen fähig seien, noch mehr zeige Gott in der Osternacht seine Fähigkeiten, sagte der Geistliche. Gott werbe aber um die Menschen unabhängig davon, welcher Taten sie sich schuldig gemacht hätten. "Selbst der Kirchenaustritt eines Einzelnen bedeutet nur den Abschied aus dem kirchlichen Steuerverband, Gott lässt auch diesen Menschen nicht aus", sagte der Waidhauser Pfarrer.

Die Beziehung Gottes zu diesen Menschen sei ein unauslöschliches Merkmal von Gnade, betonte der Geistliche. Jeder bleibe in den Augen Gottes der geliebte Sohn oder die geliebte Tochter. Das Kreuz stehe bei jedem Menschen vor dem Leben, nicht erst bei dessen Tod.

Stille Mahner


Jesus habe die Gewalt der Kreuzigung nicht mit Gewalt zurückgezahlt, sondern das Böse bei sich enden lassen, um damit den Willen Gottes zu erfüllen. Wann immer der Blick zu einem Kreuz geht, müsse es bei den Menschen "Klick" machen. Die in der freien Natur aufgestellten Kreuze seien als stille Mahner aufgestellt, nicht um böse Geister zu vertreiben oder um Unglücke zu verhindern, sondern als Hilfe für die Menschen gedacht am Kreuzweg Jesu Christi mit seinem lebensbestimmenden Charakter dranzubleiben. Doch das Kreuz allein helfe nirgends, es dürfe nur ein Symbol sein, aber es dürfe auch nicht eine Art Endstation sein. Der Gott, an den die Menschen glauben, sei nicht zu erkennen als der strahlende Held mit einem Lorbeerkranz, sondern als der gekreuzigte Sohn mit der Dornenkrone.
Selbst der Kirchenaustritt eines Einzelnen bedeutet nur den Abschied aus dem kirchlichen Steuerverband, Gott lässt auch diesen Menschen nicht aus.Pfarrer Georg Hartl
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.