Begehung im Pleysteiner Stadtwalt
Holz lässt Verbraucher kalt

Förster Andreas Eiser, MdB Albert Rupprecht, WBV-Geschäftsführer Josef Maier, Bürgermeister Rainer Rewitzer und Hans-Peter Lang (von links), Vorsitzender der WBV Eslarn-Vohenstrauß, sprachen im Pleysteiner Stadtwald über die Vermarktung von Holz und seiner Nebenprodukte. Eiser informierte über die bisherigen Waldumbau-Maßnahmen im Bereich des Stadtforsts. Bild: bey
Wirtschaft
Pleystein
01.07.2016
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Wie können Verbraucher von der sinnvollen Nutzung von Holz und Holznebenprodukten überzeugt werden, besonders im Bereich der Wärmeerzeugung angesichts niedriger Ölpreise? Diese Frage stand bei einer Begehung im Pleysteiner Stadtwald im Mittelpunkt.

Außerdem ging es um den Klimaschutzplan der Bundesregierung bis 2050 mit seinen Bereichen Wald- und Forstwirtschaft und den sich daraus ergebenden Auswirkungen für die Wald- und Forstwirtschaft. Die Gesprächsrunde bestand aus Vertretern der Waldbesitzervereinigung (WBV) Eslarn-Vohenstrauß, MdB Albert Rupprecht und Bürgermeister Rainer Rewitzer.

WBV-Vorsitzender Hans-Peter Lang gab MdB Rupprecht eine Art Vermittleraufgabe mit auf den Weg: Er möge doch bei Weidens Oberbürgermeister Kurt Seggewiß die Nutzung von Hackschnitzeln bei öffentlichen Einrichtungen oder städtischem Wohnungseigentum empfehlen.

Gegen den Klimawandel


Der Ort des Treffens war nicht zufällig gewählt worden: Im Pleysteiner Stadtwald zeigte WBV-Förster Andreas Eiser die Bemühungen zum Waldumbau. Beim Rundgang erläuterte er den bisherigen Weg der WBV in Zusammenarbeit mit der Stadt dem Klimawandel entgegenzusteuern und dementsprechend den Forst mit seinem Bewuchs umzugestalten. Eiser räumte ein, dass die Erträge je nach Baumbestand unterschiedlich sind. Dabei wäre aber zu beachten, dass höhere Erträge bei reinem Fichtenbestand durch Schneebruch und Windwurf schneller zunichte gemacht werden können als bei einem Mischbestand mit Buche.

Lang gab zu bedenken, dass die Buchen besonders im Bausektor mehr Beachtung finden müssten als nur "gepflanzt, dann gefällt und anschließend verheizt" zu werden. Insgesamt finde die Buche beim Verbraucher noch nicht die gewünschte Resonanz, beklagte Eiser.

Lang nannte die Hackschnitzel das Sorgenkind der WBV. Durch Verarbeitung des Holzes entstehe dieses Nebenprodukt zwangsläufig, finde aber bedauerlicherweise aufgrund niedriger Ölpreise kaum noch Zuspruch. Außerdem hätten zwei warme Winter hintereinander Absatz und Kundeninteresse eingeschränkt. Der Boom zur Errichtung von Heizwerken für diese Nebenprodukte sei beendet, erkannte der Vorsitzende. Gerade bei der Stadt Weiden werde das betriebswirtschaftlich betrachtet kostengünstigere Gas bevorzugt, obwohl "außen herum" die Energie fast kostenlos vorhanden sei.

Schwierige Standortsuche


WBV-Geschäftsführer Josef Maier und Lang plädierten dafür, den Aufwand für Energie nicht bis "auf den letzten Cent" herunterzurechnen. Der Vorsitzende räumte ein, dass die Suche nach einem Standort für Hackschnitzelheizwerke oft schwierig sei, weil die zu verlegenden Leitungen zum Verbraucher in die Überlegungen mit einbezogen werden müssten. Dennoch sehe er gerade bei der Stadt Weiden kaum ein Interesse, dieser Heizungsart näherzutreten. Rupprecht sicherte zu, mit Seggewiß über dieses Thema zu sprechen.

Der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung enthält nach Meinung von Eiser und Maier viele Widersprüche. So sei beispielsweise die Aussage enthalten, dass das Ersetzen von Kohle, Öl und Gas durch Energieholz keine klimaschützende Wirkung habe. Vielmehr wolle der Plan eine Klimawirksamkeit durch Flächenstilllegungen erreichen. Die bayerische Vorgehensweise mit dem Waldumbau, der Schaffung von klimatoleranten Wäldern verbunden mit Artenvielfalt, solle deshalb nicht unterbunden werden, betonten Eiser und Rupprecht.
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Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 02.07.2016 | 20:36  
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