Die Voit Stefan GmbH aus Pleystein/Waidhaus kauft die Stahlbaufirma Kreutzer
Zukunfts-Schmiede

Der Standort der Firma Voit im Gemeindegebiet von Pleystein/Waidhaus wird ständig erweitert.
Wirtschaft
Pleystein
10.10.2016
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Stefan Voit (links unten mit Ehefrau Margit) taktet mit seinen Mitarbeitern die Stahlbau-Fertigung exakt durch. Bilder: privat (2)

Die nördliche Oberpfalz bildet einen Schwerpunkt für den Stahl- und Hallenbau in Deutschland. Nun schmiedet eine spektakuläre Übernahme eines der größten Unternehmen seiner Art: Die Voit Stefan GmbH aus Pleystein/Waidhaus kauft die Stahlbaufirma Kreutzer in Floß.

Erst im Jahr 2002 gründete Stefan Voit seinen Betrieb nahe der tschechischen Grenze. Zum 1. Januar 2017 übernimmt der 42-jährige Metallbaumeister die rund 40 Jahre alte Stahl- und Hallenbaufirma aus Floß. Die Inhaber Karin Kreutzer (71) und ihr Ehemann Rudolf (76) trennen sich von ihrem Unternehmen aus Altersgründen: Eine regionale, zukunftssichere "Nachfolger-Lösung" für die 26 Mitarbeiter, versichert ihr künftiger Chef Stefan Voit. Mit dann 60 Beschäftigten will Voit ab 2017 etwa 200 Hallen im Jahr fertigen.

Schon heute verarbeitet Voit jährlich rund 4000 Tonnen Stahl zu 150 Hallen. Durch den Zukauf erwartet er die Produktion weiterer 50 Hallen (2000 Tonnen Stahl). Eine Art "Perle" von Kreutzer stellt das 2008 im Gewerbegebiet Windischeschenbach-Neuhaus errichtete moderne Werk II dar. Mit ihm verfügt dann Voit über zwei leistungsfähige Standorte: einmal über sein "Stammwerk" mit einer Fertigungsfläche von knapp 5000 Quadratmetern nahe der Autobahn A 6 in Pleystein/Waidhaus und den Neuerwerb in Windischeschenbach-Neuhaus direkt an der A 93.

Kreutzer gilt als eines der führenden Stadtbau-Unternehmen der Nordoberpfalz mit dem Fokus auf Sonderanfertigungen für Industrie und Landwirtschaft. Einen exzellenten Ruf in der Branche erarbeitete sich Stefan Voit. Die effizienten Arbeitsprozesse gehen mit den modernen Bearbeitungsmaschinen eine geniale Verbindung ein. So ist seine Sägebohranlage für bis zu 19 Meter lange, 10 Tonnen schwere Träger ausgelegt; vollautomatisch fertigt sein Stanz-, Bohr- und Scher-Center. Die CNC-Plasma-Schneidemaschine schafft Blechdicken bis zu 100 Millimeter. Das Lager umfasst 1000 Tonnen Stahl auf Vorrat, um kurzfristig auf Kundenwünsche zu reagieren.

Nicht für Endkunden


Voit leistet sich keinen eigenen Vertrieb, sondern verkauft ausschließlich über den Hallenbauer. Zu den "Spezialitäten" zählen handgefertigte, extra große Spannweiten: Etwa das Stahlskelett für das Hochregal- lager des Versandhauses Witt mit einer Höhe von 31 Metern, 140 Meter Länge und 60 Meter Breite. Das Marktgebiet umfasst nicht nur Süddeutschland: Inzwischen findet sich auf jedem Kontinent der Erde eine Halle von Voit. Gegen den Trend (und damit gegen den weit verbreiteten Outsourcing-Wahn) unterhält er einen eigenen Fuhrpark, um die Baustellen zu bedienen. Clou: Um Leerfahrten zu vermeiden, übernehmen die zum Teil überlangen Lastzüge Frachten für Dritte. Seit der Gründung vor 14 Jahren aus kleinsten Anfängen gehört die ständige Erweiterung seines Werks quasi zum Alltag.

Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung, soll noch in diesem Jahr der Ausbau um zusätzliche 3000 Quadratmeter starten. Am Ende sieht Stefan Voit visionär ein "Stahlfertigungscenter Bayern" mit einer Produktionsfläche von 8000 Quadratmetern. Die CSU-nahe Mittelstands-Union krönt die "vorbildlichen und innovativen Leistungen" von Voit am 15. Oktober in Erlangen mit der Verleihung des Mittelstandspreises 2016: für besondere "Leuchttürme".
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