Schuh Schmid schließt
Immer weniger Absatz

Ende des Jahres schließt das Schuhhaus Schmid in der Pleysteiner Altstadt. Der Räumungsverkauf läuft. Bild: tu
Wirtschaft
Pleystein
24.08.2016
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Nach der Schließung des Kaufhauses Schopper im April steht erneut ein traditionsreiches Geschäft im Herzen Pleysteins vor dem Aus. Das Schuhhaus Schmid in der Altstadt macht am 30. Dezember nach 116 Jahren zu.

"Es rentiert sich einfach nicht mehr. Die Einnahmen tendieren oft gegen Null. Ich stehe täglich acht Stunden im Laden, aber das Ganze rechnet sich nicht mehr. Den Internethandel werde ich weiter betreiben. Nichtsdestotrotz werde ich mich nach einer Arbeitsstelle umsehen müssen", bedauert der 50-jährige Geschäftsinhaber Michael Schmid.

Die Familie Schmid blickt auf eine lange Schuhmachertradition zurück. Im Juni 2010 wurde noch in großem Rahmen das 110-jährige Bestehen des Unternehmens gefeiert. Bereits der Ururgroßvater des jetzigen Geschäftsinhabers, Johann Schmid, war in Böhmisch-Neuhäusl als Schuhmachermeister tätig und dort als "Woldschouster" bekannt. Im Juni 1900 zog dessen Sohn Michael mit seinen Angehörigen nach Pleystein.

Mit einer Nähmaschine und mit einer Lederhaut, die er als Hochzeitsgeschenk erhalten hatte, eröffnete er in der Altstadt eine Schusterei. Das Familienunternehmen überstand die Kriegswirren und entwickelte sich stetig weiter. 1980 erfolgte der Umzug in das einstige Maduschka-Anwesen, Altstadt 3, verbunden mit einer Vergrößerung des Ladens. 1998 übernahm Michael Schmid die Geschäftsführung von seinem Vater Albert Schmid und baute das Warenangebot weiter aus.

Für Schuh-Schmid waren Beratung, Service und Qualität stets selbstverständlich. In den Regalen standen Business-Schuhe, Ballerinas, Slipper, Stiefel, Sportschuhe oder Pumps vieler namhafter Hersteller. Nun läuft der Räumungsverkauf.

Die Einnahmen tendieren oft gegen Null. Ich stehe täglich acht Stunden im Laden, aber das Ganze rechnet sich nicht mehr.Michael Schmid
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