Bürger befürchten, dass Ortschaft mit 150 Flüchtlingen überlastet ist - Diskussion in der ...
Ängste und Sorgen bei den Einwohnern

Lokales
Plößberg
19.11.2015
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Die Bitte von Moderator Dr. Klaus Zeitler um eine sachliche Diskussion fand am Dienstag nicht immer Gehör. Gerade ein Zuhörer drängte mit seinen Fragen schon in den Informationsteil, viele Ängste wurden deutlich. Vor allem die Sorge, wie die fast 150 Flüchtlinge auf das Zusammenleben im Ort einwirken, beschäftigte die Besucher.

Mutmaßungen, dass das Projekt gerade aus finanziellen Gründen beantragt worden sei, begegnete Regierungsrat Michael Iglhaut, mit dem Hinweis, dass nicht mehr pro Kopf bezahlt werde, sondern nach Fläche. Zur geplanten Größe merkte Igelhaut an, dass für jeweils 75 Personen ein Betreuer/Hausmeister bewilligt werde. Bei 150 wäre dann mit zwei Betreuern auch die Vertretung gewährleistet. Bei kleineren Einrichtungen gebe es keine Betreuungskraft. Oberregierungsrätin Regina Kestel von Landratsamt bestätigte, dass es keine Quote für Asylbewerber für die Gemeinden gebe. "Aber das Bayerische Kabinett überlegt eine einzuführen." Zur Sorge der Integration empfahl auch Regina Kestel einen "Helferkreis". Unterstützung könnten AWO oder Caritas bieten.

Viel Skepsis

Die Sorge nehmen konnten die Aussagen wohl wenigen. So versicherte Michael Iglhaut: Wir gehen davon aus, dass es keine Probleme gibt. "Nach unseren Berechnungen sollte alles klappen!" Bei den Zuhörern herrschte dagegen die Skepsis vor. "So viele Personen kann Plößberg nicht verkraften; es gibt kein Angebot für die Leute vor Ort; es gibt kein Interesse mehr an den Baugrundstücken in der Nachbarschaft; verweigern sich die Flüchtlinge den Integrationsbemühungen, dann entsteht ein Ghetto", war in der Schulaula zu hören. Zum Hinweis, der Landkreis würde andere leerstehende Hallen nicht nutzen, machte Regina Kestel deutlich: Es gibt in der Region für die Notunterkunft keine geeigneten Hallen. "Wir würden gerne aus der Turnhalle der Berufsschule Wiesau raus", so die Oberregierungsrätin. Auf Nachfrage bestätigte Michael Iglhaut, dass die Asylbewerber keinen Haftpflichtversicherungsschutz hätten.

Nächstenliebe zeigen

Am Ende einer bewegten Diskussion hatten die Geistlichen das Wort. Diakon Egon Giehl gab den Plößbergern mit auf den Weg: "Es liegt an uns, ob das Gebäude ein Segen für die Flüchtlinge und ein Segen für den Ort wird." Pfarrer Edward Sebastian wusste, dass es Ängste gibt. Doch als Christen müsse man Nächstenliebe zeigen. "Die Leute sind froh, dass sie hier aufgenommen werden", betonte der Geistliche. "Wie würden Sie sich fühlen?", bat der Pfarrer um Offenheit gegenüber den Flüchtlingen.
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