Das Skelett ist fast komplett

Eine Karawanserei dient als Kulisse für die zehnte große Plößberger Krippenschau, die Ende November ihre Tore im Kultursaal öffnet. 80 Helfer werkeln hier Abend für Abend seit etwa vier Wochen, um einmal mehr ein Zeichen in der Hohen Schule des Krippenbaus zu setzen. Bilder: Grüner
Lokales
Plößberg
10.11.2015
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Der Bit "AW 20" ist ein kleiner, aber sehr wichtiger Helfer beim Aufbau der zehnten großen Krippenschau. Er bildet die Spitze jeder Schraubmaschine. Mit ihm haben die Helfer zur Halbzeit bereits 50 000 Trax-Schrauben verbaut.

Damit haben die fleißigen Bauleute seit dem 12. Oktober das Skelett für die Karawanserei im Kultursaal fast komplett fixiert. Etwa 80 Leute stehen diesmal zur Verfügung, um den Aufbau über die Bühne zu bringen. Etwa 20 von ihnen sind jeden Abend da und arbeiten mehrere Stunden. Elektriker, Maurer und Schreiner sind dabei und jede Menge Handlanger. Zusammen haben sie schon etwa 1500 Arbeitsstunden geleistet. 3000 Quadratmeter Spanplatten und rund 25 Kubikmeter Fichtenholz sind eingearbeitet. 300 Quadratmeter blaues Tuch liegen bereit. Sie werden ganz zum Schluss unter der Decke angebracht und symbolisieren den Himmel. 12 000 Quadratmeter Raum werden umbaut sein, wenn in etwa zwei Wochen die Aussteller anrücken und ihre großen Landschaftskrippen in die vorgesehenen Areale einbauen.

Vier Stunden Schlaf

"Vier Stunden", antwortet der für den Aufbau verantwortliche Hubert Haubner auf die Frage, wie lange er denn derzeit am Tag schläft. Und er zitiert auch gleich noch die Queen, wenn er bemerkt, dass seine Frau Sabine "gar nicht erfreut sei" über sein derzeitiges Arbeitspensum. Aber so sei es halt. "Wenn die große Ausstellung vorbereitet wird, muss alles andere zurückstehen." Er freut sich über die enorme Hilfsbereitschaft der Leute, die sich aus der Gemeinde für den Aufbau zur Verfügung stellen. "Es werden immer mehr."

Die stilisierten Säulen an den seitlichen Arkaden aus Sperrholz wurden mit einem Spezialstoff verkleidet. Darauf bringen die Maurer-Spezialisten ihren eigenen Kunstmörtel an, der, nachdem er geweißelt ist, aussieht, wie echter Putz. Genial in der Einfachheit und perfekt in der Wirkung. Das Rezept für die künstliche Putzfassade verraten die Mannen aber nicht.

Haubner hat selbst eine Schreinerei. Auf Baustellen hält er immer die Augen offen, ob Dinge, die weggeworfen würden nicht als Dekomaterial dienen könnten. So hat er drei, etwa 150 Jahre alte Kirchenfenster, eines davon noch mit Originalglas, vor der Deponie gerettet. In der Ausstellung setzen sie wunderbare Akzente. Begeistert zeigt sich der Vorsitzende des OWV, Robert Hecht, der ebenfalls fleißig mitwerkelt. Um möglichst authentisches Grün in die Ausstellung zu bekommen, hatte Hans Schinner einen Aufruf in unserer Zeitung gestartet. Darin bat er Hobbygärtner, die sich von Zypressen in ihren Gärten trennen wollten, an die Krippenfreunde zu denken.

Beim "Posthalter-Hans"

Einen Lkw dieser Pflanzen karrten Schinner und seine Helfer am Freitag im Umkreis von 20 Kilometern zum Nulltarif zusammen. Der Wurzelberg, der für das Grundgerüst beim Landschaftsbau dient, stammt aus einem Wald bei Floß. Die Feuerwehr hat die Wurzelstöcke gesäubert, gelagert waren sie bisher in einer Scheune beim "Posthalter Hans."
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