Feste Größe im Rundfunk

Der berühmte Kinderchor der Plößberger Schule beim Auftritt mit Lehrer Johann Greger in Hof. Bild: cr
Lokales
Plößberg
25.09.2015
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Ein Kinderchor aus Plößberg begeisterte vor rund 80 Jahren sogar den Rundfunk. Es war die zielstrebige Arbeit für die Pflege des Gesangs durch den Plößberger Lehrer Johann Greger. Seit 1932 war es ihm gelungen in seiner Dorfschule einen Kinderchor zu schaffen, der weit über die Region, damals wurde vom Gau gesprochen, einen guten Ruf und viele Freunde hatte.

Nach der "Feuerprobe", die in Gesangseinlagen zu einem Theaterstück bestand, wurde eine vierstimmige Messe eingeübt. Nach sechs Monaten intensiven Probens wurde der erste Auftritt geplant. Die Gemeindebürger waren hellauf begeistert und ließen ihre kleinen Sänger mit Auftritten durch den ganzen Landkreis reisen. An allen größeren Orten wurde Halt gemacht und gesungen. Die Presseberichte über diese gelungenen Auftritte veranlassten den Münchner Rundfunk die Schulkinder in der Marktgemeinde zu besuchen. Im Oktober 1935 konnte Lehrer Greger die Männer vom Reichssender München von der Leistung seiner Zöglinge mit ihren glasklaren Stimmen überzeugen. Bald darauf wurde die Sendung mit dem Titel: "Wir besuchen Schulkinder in einem Dorf in der Oberpfalz" gesendet. Die Hörer waren begeistert, Briefe voller Lob erreichten den Sender, das Ergebnis: Der Kinderchor wurde ins Sendehaus nach München eingeladen. Mit dem Titel "Heißa Kathreinerle" wurde die Sendung bayernweit ausgestrahlt. Ein Jahr später kam eine erneute Einladung nach München. Im Rahmen der Sendung "Dorfschulkinder singen den Frühling an" trat der Chor ans Mikrofon. Auf der Rückfahrt wurde in Landshut und Regensburg Halt gemacht, dort gab der Chor unter großer Anteilnahme Lieder zum Besten.

Winterlieder aus Plößberg

Zum Weihnachtsfest 1935 war der Kinderchor aus Plößberg bereits eine feste Größe im Programm des Rundfunks. "Winterlieder aus Plößberg" wurden im Rahmen einer Werbewoche in der damaligen Adolf-Hitler-Halle in Hof aufgenommen. Auch Ostern 1937 gingen frohe Lieder über den Äther ins Land. Mit der Verschlechterung der politischen Situation und dem näher rückenden Krieg nahm auch der hoffnungsvolle Kinderchor sein Ende.

Erst Ende der 1960er Jahren schaffte es der Plößberger Lehrer Reinhold Schiener einen klangvollen Chor zu bilden. In den Rundfunk schafften es aber nur die Plößberger Sänger unter seiner Leitung.
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