Karl will Umdenken erreichen

MdL Annette Karl und MdB Uli Grötsch (Mitte) ließen sich von 3. Bürgermeisterin Susanne Bittner und Bauamtsleiter Armin Reiter (rechts) über die Investitionsprojekte des Marktes informieren. Bild: hfz
Lokales
Plößberg
31.05.2015
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Millionen von Euro investiert der Markt Plößberg in die Bildung der Kinder. Darüber freuen sich auch MdL Annette Karl und MdB Uli Grötsch. Und üben Kritik an der fehlenden Förderung des Kita-Anbaus.

Die beiden SPD-Abgeordneten nutzten ihr Informationsgespräch an der neuen Ortsumgehung (wir berichteten), um sich über die wichtigsten Investitionsprojekte des Marktes zu informieren.

Der Leiter des Bauamtes, Armin Reiter, stellte im Neubau der Grundschule die weiteren Planungen des Innenausbaus vor, während die große Besuchergruppe den weit fortgeschritten Rohbau des Bildungshauses besichtigte. In dem 3,6 Millionen Euro teuren Projekt entstehen für 5 Klassen zeitgemäße Unterrichtsräume. Mit weiteren Investitionen in die Außen- und Sportanlage und dem Bau einer Buswendeschleife investiert der Markt 4,7 Millionen Euro in die Bildung seiner Kinder.

3. Bürgermeisterin Susanne Bittner berichtete, dass der Markt wohl nur mit Zuschüssen in Höhe von 1,3 Millionen Euro rechnen könne, so dass der weitaus größere Teil von der Kommune finanziell zu stemmen sei. Auch wenn die SPD im Marktrat sich früher gegen diesen Neubau gestellt und ein Gesamtkonzept für die Betreuung aller Kinder von Klein bis Grundschule in dem alten und auf neuen Stand sanierten Hauptschulgebäude gefordert habe, so freue man sich jetzt auch auf die modernen Räume für die Schüler.

Die Besuchergruppe, zu der auch SPD-Kreisvorsitzender Rainer Fischer und Kreisrätin Hannelore Bienlein-Holl gehörten, war von der Raumaufteilung und dem Konzept beeindruckt. Äußerst positiv sei, dass der Bau zum allergrößten Teil von regionalen Betrieben durchgeführt werde. Grötsch und Karl kündigten an, nach der Fertigstellung die Schule gerne wieder zu besuchen, um dann auch den Innenausbau und die Außenanlagen kennen zu lernen.

Zweite Station war der Anbau einer Gruppe in der Kindertagesstätte in Beidl. Dieser war aufgrund der positiven Kinderzahlen notwendig geworden. Kritisch merkte Bittner an, dass dem Markt hierbei keine Zuschüsse gewährt werden. So müsse der Markt die Investition von 600 000 Euro alleine stemmen. Ablehnungsgrund war die Raumgröße im bestehenden Gebäude. So hatte die Regierung gefordert, durch Verschiebung und Neubau von Zwischenwänden aus den bisherigen drei vier Gruppenräume zu schaffen. Diese Maßnahmen wären aber in den vier Wochen Sommerpause nicht realisierbar gewesen, so dass dann eine kostspielige Zwischenlösung nötig gewesen wäre.

Landtagsabgeordnete Annette Karl kritisierte die Unflexibilität der Regierung. "Keine Rolle spielte beim ablehnenden Bescheid offensichtlich das Wohl der Kinder, denen mit der durchgehenden Nutzung der bisherigen Räume ein Umzug für wenige Wochen erspart geblieben ist." Außerdem könne es nicht sein, dass "zu große" Räume zum Komplettausschluss aus der Förderung führten. Hier wäre allenfalls ein Verzicht der Förderung der zusätzlichen Quadratmeter nachvollziehbar."

Nicht berücksichtigt wurde auch der Umstand, dass der Anbau barrierefrei gestaltet wird. Dies wäre im Bestandsbau nur mit Einschränkungen umsetzbar gewesen. Karl sicherte zu, sich noch einmal mit der Regierung in Verbindung zu setzen, um hier mit weiteren Argumenten ein Umdenken bei der Behörde zu erreichen. MdB Uli Grötsch mahnte an, dass der Bund bei der Mittelvergabe auch auf die Schonung von Ressourcen achten und Spielräume bei der Sanierung von Altbauten zulassen müsse.
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