Was ist von Vielfalt geblieben?

Lokales
Plößberg
18.10.2014
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Wie sah die Flur um Plößberg früher aus? Das wollte die Bürgerinitiative bei einer Tour am Kirchweihsonntag erfahren. Recht spannend gestaltete sich der Ausflug in die Flurgeschichte.

Was hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert, was ist von einstiger Vielfalt geblieben? Um das herauszufinden, begaben sich die Mitglieder der Plößberger Bürgerinitiative am Kirchweihsonntag mit Dieter Horn auf eine spannende Wanderung.

Der Weg führte über Winkelmühle und Bärenweiher, dann am Geisbach entlang bis zur Kriegermühle und in einem großen Bogen zurück bis zur Einkehr am Großen Weiher. Mit Hilfe alter Karten, Fotos und Überlieferungen aus der eigenen Familie machte Dieter Horn die Teilnehmer mit alten Wegen und Flurnamen bekannt, zeigte, wo früher Flurkreuze, Weiher und Sumpfgebiete zu finden waren, aber auch wo die Flurbereinigung Wäldchen und Teiche neu angelegt hat. Die Kriegermühle hatten einige der Teilnehmer noch in Betrieb erlebt, die engen Mäander, in denen sich der Geisbach oberhalb auf alten Karten durch sein Auental schlängelte, hatte jedoch niemand mehr zu Gesicht bekommen. Die Begradigung und die Steinbrücken stammen aus der Zeit des ersten Weltkriegs.

Manches Kleinod

Viel ist auch von den alten Hohlwegen, die zum Teil bis in die Zeit der Goldenen Straße zurückreichen, nicht übrig geblieben und dort, wo sie sich noch romantisch in die Landschaft schneiden, wachsen sie langsam zu oder werden gedankenlos mit Feldsteinen und Schnittmaterial aufgefüllt. So hat die moderne Agrar- und Forstlandschaft einerseits viel von ihrer früheren Mannigfaltigkeit eingebüßt. Andererseits konnten die Wanderer manches Kleinod bewundern, den Buchnerweg im Geisbachtal oder auch neue Wasserflächen, die der zurückgekehrte Biber mitten im Wald hat entstehen lassen. Man war sich einig, dass auch die Silhouette von Plößberg durch den Abriss der Hauptschule gewonnen hat und dass dieser angenehme Anblick nicht eines Tages durch überdimensionale Windräder zerstört werden dürfe. Bei der Einkehr an der Weiherklause gab die Oktobersonne noch einmal ihr Bestes und man konnte im Freien sitzen, wo auf alten Fotos nur Wasser zu sehen war.
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