Nein zum Asylbewerberheim

Wie groß wird die Gemeinschaftsunterkunft im leerstehenden Faco-Gebäude an der Flosser Straße? Nach der Ablehnung der 150 Plätze durch den Gemeinderat liegt die Entscheidung beim Landratsamt. Archivbild: tr
Politik
Plößberg
03.02.2016
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Zahlreiche Zuhörer waren zur Marktratssitzung gekommen. Es ging erneut um die geplante Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber. In der Sache gibt es nichts Neues: Nach dem Bauausschuss lehnte auch der Marktrat das Bauvorhaben ab.

Seit Monaten steht das Gebäude der Metallbaufirma Faco leer. Nach dem Insolvenzantrag vor einem Jahr gelang es nicht, für den Betrieb eine Nachfolgelösung zu finden. Nun möchte Eigentümer Michael Pazdera den zweistöckigen Bürokomplex in eine Gemeinschaftsunterkunft für 150 Asylbewerber umbauen. Außerdem ist an ein Wohnheim mit weiteren 38 Plätzen für ein Metallbau-Schulungszentrum gedacht.

Weniger Plätze gefordert


Vielen Plößbergern ist das eine Nummer zu groß. Bei 3300 Einwohnern in der gesamten Gemeinde, davon rund 1200 in Plößberg, dringt auch der Gemeinderat auf eine Reduzierung der Plätze. Dem Bauantrag versagte das Gremium am Montag einstimmig das gemeindliche Einvernehmen mit Verweis auf die mangelnde Infrastruktur, etwa was die Versorgung durch Geschäfte und Ärzte betrifft. In der Sitzung wurde allerdings signalisiert - wie schon im Bauausschuss in Aussicht gestellt - dass die Gemeinde bei deutlich weniger als 150 Plätzen für Asylbewerber zustimmen könnte. Die Größe der Einrichtung müsse für Plößberg verträglich sein.

Bei einer Info-Versammlung im November hatten viele Bürger ihre Bedenken vor allem wegen der Größe der Asylbewerber-Unterkunft zum Ausdruck gebracht. Bürgermeister Lothar Müller sagte damals, er halte nicht viel davon, wenn der Gemeinderat das Projekt ablehne, weil dann ersatzweise das Landratsamt tätig und das Einvernehmen erteilen würde.

Bedenken ernst nehmen


Im Gespräch mit dem "Neuen Tag" relativierte der Bürgermeister diese Aussage. Es sei durchaus sinnvoll, die Bedenken der Bevölkerung ernst zu nehmen und die Belange der Anwohner vorzutragen. Nun ist die Landkreisbehörde am Zug, die erneut formulierten Einwände aus Plößberg zu prüfen und eine Entscheidung zu treffen. Auf Eis liegt übrigens nach wie vor das Vorhaben, zwei Mietwohnungen im Ärztehaus für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Dieser bereits beschlossene Schritt wurde zurückgenommen, nachdem kurz darauf der Bauantrag für das Faco-Gebäude auf dem Tisch lag.
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