Horn Glass Industries baut Produktionsanlage in Turkmenistan
Großauftrag am Kaspischen Meer

Ekaterina Firsova leitet bei Horn Glass Industries den Bereich Float. Zuständig ist sie auch für das Projekt in Turkmenistan. Stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler und die Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch und Reiner Meier (von links) hörten aufmerksam zu. Bei der Präsentation mit dabei waren auch (von rechts) Vorstand Christoph Jatzwauk und Vorstandsvorsitzender Stephan Meindl. Bilder: Schirmer (2)
Vermischtes
Plößberg
06.05.2016
1229
0
 
Mit den Bereich Floatglas, Containerglas und Fertigung vor Ort hat das Unternehmen rund 440 Kunden in 61 Ländern der Welt.

Wenn in Turkmenistan 2017 auf den Erfolg bei den 5. Asian-Spielen angestoßen wird, hat "Horn Glass Industries" seinen Wettkampf schon gewonnen. Denn die Flaschen, aus denen getrunken wird, stammen aus Anlagen des Plößberger Unternehmens.

Umfassendes Know how, innovative Planer, starke Partner und natürlich eine rührige Belegschaft haben den traditionellen Betrieb vom einfachen Ofenbauer hin zum weltweit erfolgreichen Technologie-Anbieter für Glasschmelz-Prozesse werden lassen. Rund um den Globus hat "Horn Glass Industries" mit leistungsfähigen Anlagen seine Visitenkarte hinterlassen. Wohl auch ein Grund, dass der Zuschlag für die gesamte Technik des 104-Millionen-Dollar-Vorhabens in Turkmenistan (eigener Bericht) an die Plößberger gefallen ist. Am Dienstag durften die Horn-Verantwortlichen durchaus mit Stolz dieses jüngste Kapitel in der Firmen-Geschichte vorstellen - aber auch allen Beteiligten für die Unterstützung danken. Nicht zuletzt der Politik, die das finanzielle Risiko der "Lieferanten" mit einer Hermes-Bürgschaft abfedert. Neben der Stärke der heimischen Mannschaft setzt Vorstandsvorsitzender Stephan Meindl auf weltweite Präsenz und Tochterfirmen vor Ort, ob in Malaysia, China oder Indien. "In den USA sind wir noch etwas schwach, aber das wird sich bald ändern", kündigte Meindl an.

An vielen anderen Standorten hat "Horn Glass Industries" seine Vielseitigkeit bereits bewiesen. Dabei überzeugt Horn mit einem Komplettsystem für die Glasindustrie, plant, baut und betreut Produktionslinien in denen bis zu 800 Tonnen Glas am Tag fließen. Was dabei nicht selbst hergestellt werden kann, wird über ausgesuchte Partner bezogen.

Innovationstreiber


Besonderes Augenmerk wird dabei auch auf einen effizienten Energieeinsatz gelegt, denn auf dem Weg vom Sand zum Glas sorgen Zigtausende Kubikmeter Gas pro Tag für entsprechendes Feuer. Einsparungen sind hier sehr willkommen. "Wir sind weltweit Innovationstreiber auch beim Energieverbrauch der Anlagen", verdeutlichte Meindl die Position des Unternehmens.

Auf dem Weg zum Großauftrag in Turkmenistan hat Meindl neben der Rückendeckung des Horn-Besitzers, der Certina Holding mit Dr. Hans Wehrmann an der Spitze, auch die politische Unterstützung erhalten. Bei der Präsentation ging deshalb ein Dank an die Bundestagsabgeordneten Reiner Meier (CSU) und Uli Grötsch. Meier begründete das Engagement auch in der Bedeutung der Firmen für die Region. Mit dem Erfolg könnten nicht nur Arbeitsplätze gesichert, sondern auch das Wissen in der Region gesichert werden. Dabei sollte die Unterstützung auch Anreize für Firmenansiedlungen schaffen. "Denn wir haben hier auch tüchtige Arbeitnehmer", wusste Meier.

Mit den Bereich Floatglas, Containerglas und Fertigung vor Ort hat das Unternehmen rund 440 Kunden in 61 Ländern der Welt.Horn-Vorstandsvorsitzender Stephan Meindl


Horn Glass Industries AGOfenbau war gestern - die Horn Glass Industries AG ist heute Planer und Anbieter von kompletter Glasschmelztechnik aus einem Guss. "Mit den Bereich Floatglas, Containerglas und Fertigung vor Ort hat das Unternehmen rund 440 Kunden in 61 Ländern der Welt", so Vorstandvorsitzender Stephan Meindl. Gegründet wurde das Unternehmen schon 1884 von August Horn. Jüngstes Kapitel war 1999 die Übernahme durch die Certina Holding. In den nächsten Jahren folgten die Gründung und Erwerb von Tochterfirmen in Malaysia, China, Indien und Tschechien. Heute peilt das Unternehmen die 100-Millionen-Grenze beim Umsatz an, beschäftigt 250 Mitarbeiter in Plößberg und insgesamt rund 300 Personen. Die Exportquote von rund 80 Prozent verdeutlicht die Stellung des Unternehmens am Weltmarkt. Im Jahr werden etwa 10 bis 15 Großprojekte abgewickelt. (ws)

Glasproduktion für ganzes Land


Mit dem 100-Millionen-Dollar-Projekt wird auf 240 000 Quadratmetern in dem Land am Kaspischen Meer eine Glasproduktion aus dem Nichts aus dem Boden gestampft. Bislang ist diese Industrie nicht vorhanden. Bis in eineinhalb Jahren soll die gewaltige Anlage dann den kompletten Bedarf an Floatglas sowie Flaschen decken.

Ekaterina Firsova, Bereichsleiterin für den Bereich Float, durfte den Gästen am Dienstag das kühne Projekt in Zentralasien vorstellen. Dabei ist "Horn Glass Industries" für die komplette Technologie des Werkes zuständig und das ist weitaus mehr als Ofenbau. Von Gemengehaus, über Schmelzaggregate und Zinnbad bis hin zu Schneidlinie und Lagertechnik sind die Horn-Planer zuständig. "Von der Rohstoffanlieferung bis zur Glasveredelung ist Horn zuständig", schildert Firsova. Nicht alles kann in Plößberg gefertigt werden, wo unter anderem Komponenten für die Schmelzöfen und Spezialanlagen für die Glasfertigung entstehen.

Eigenes Know how findet sich auch bei den Energieanlagen, wobei hier beim Verbrauch nicht unbedingt der Rotstift angesetzt werden muss. Schließlich besitzt Turkmenistan eines der größten Erdgasfelder der Welt. Was Horn nicht selbst baut, wird zugekauft. Bei der Wertschöpfung durch die eigene Produktion fällt immerhin ein Posten von rund 35 Millionen Euro an. Das ist der bislang größte Einzelauftrag.

Doch fordert das Projekt auch von den Plößbergern Höchstleistungen. Denn schon im Mai soll die Linie für Behälterglas funktionieren. Als Jahresproduktion werden 95 Millionen Flaschen angepeilt. Im September 2017 dann soll die Produktion von Floatglas starten, mit einer Glasmasse von 250 Tonnen pro Tag und einer Kapazität von 8 Millionen Quadratmeter pro Jahr.

Die Produktionsanlage auf der "grünen Wiese" verlangt entsprechendes Personal, das bislang fehlt. Horn übernimmt deshalb für den Bereich Technik auch die Schulung der späteren Arbeiter in dem Werk in Turkmenistan. Rund 600 Leute sollen in dem Glaskomplex Arbeit finden, 700 weitere in der Begleitproduktion.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.