Kaltes Wasser und Hangneigung

Mit Taferlbuben an der Spitze zog der Jubelverein zum Festkommers ein.
Vermischtes
Plößberg
23.06.2016
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Der Sportverein hat sich in 50 Jahren prächtig entwickelt. Davon kündete der Rückblick beim Ehrenabend. Die Auszeichnung von Gründungsmitgliedern war ein Höhepunkt. So mancher erinnerte sich an Zeiten, als an Umkleiden oder Duschen nicht zu denken war.

Schönkirch. "Als sich im Winter 1966 sieben sportbegeisterte Schönkircher das erste Mal in einer Wirtshausdiskussion mit der Gründung eines Sportvereins befassten, konnte niemand ahnen, wie schnell und vor allem wie dauerhaft dieses Gespräch das Vereinsleben beeinflussen sollte", sagte Vorsitzender Martin Weininger. 35 sportinteressierte Bürger waren damals auf Einladung von Lehrer Emil Hampl am Josefitag ins Gasthaus Preisinger gekommen.

Die noch selbstständige Gemeinde habe ein günstig gelegenes Grundstück für einen Sportgelände erworben. Doch die ersten Spiele wurden auf einem etwas eingeebneten Feld mit enormer Hangneigung absolviert, die ersten Waschgelegenheiten waren mit Wasser gefüllte Wannen im Hinterhof des Vereinslokals Preisinger und die Umkleidekabine war das Nebenzimmer des Gasthofes. Später nutzten die Spieler die beengten Duschräume und Umkleidekabinen des alten Schulhauses. Aber mit tatkräftiger Hilfe des ganzen Dorfes war schon nach fünf Jahren als Vorgänger der neuen Sportanlage ein Sportplatz ausschließlich in Eigenleistung geschaffen worden, erinnerte der Sprecher.

20 Jahre in der A-Klasse


Im ersten Jahr gab es nur wenige sportliche Aktivitäten. Erstmals in der Saison 1967/68 nahm die A-Jugend als 1. Mannschaft des SV Schönkirch an den Punktespielen des Kreises Wunsiedel/Stiftland teil. Spieler, die bereits beim SV Plößberg und SV Wildenau aktiv waren, bildeten den Kern einer eigenen Seniorenmannschaft, die schon in der zweiten Saison in die B-Klasse aufstieg. Der Durchmarsch in die A-Klasse folgte. In zwei dramatischen Spielen, die nach Verlängerung unentschieden endeten, brachte erst das Elfmeterschießen auf dem Platz des SV Mitterteich vor 1000 Zuschauern dem SV Schönkirch diesen Erfolg. "Als dieser Aufstieg in die jetzige Kreisliga 1971 geschafft war, hätte wohl nicht einmal der größte Fan des SV Schönkirch einen größeren Betrag darauf gewettet, dass die Mannschaft die nächsten 20 Jahre ohne Unterbrechung in der A-Klasse spielen würde", resümierte der Vorsitzende. Aber auch die Jugend- und Schülermannschaften hatten Erfolge. 2007 war sportlich wieder ein absolutes Highlight für den SV. Die erste Mannschaft schaffte den Aufstieg in die Kreisliga und die zweite Mannschaft den Aufstieg in die A-Klasse.

Das sportliche Angebot wurde 1970 um die Abteilung Frauenturnen erweitert. 1971 wurde die Sportplatzeinweihung gefeiert. Der Sportheimbau folgte bis 1984. Die zahlreichen Helfer sparten dem Verein durch Eigenleistung mehr als ein Viertel der Gesamtkosten, würdigte Weininger. Viele Hindernisse wie Zuschusskürzungen waren zu beseitigen, eine "Baustein-Aktion" fing das auf. Nach schwierigen Vorarbeiten entstanden 1990 und 1991 auf dem Gelände des Sportvereins zwei neue Rasenspielfelder und eine dringend benötigte Gerätehalle. 2005 folgte der Sportheim-Umbau.

"Seit 1980 trägt die Ski-Abteilung durch beachtliche Erfolge im Skilanglauf dazu bei, dass der Name SV Schönkirch weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist", sagte der Vorsitzende. Es seien aber nicht nur die publikumswirksamen Erfolge, die einen Sportverein prägten. Der Aufgabe der aktiven Freizeitgestaltung komme der SV Schönkirch auch durch die Abteilungen Eltern-Kind-Turnen, Kinderturnen und Skigymnastik nach.

"Stehen sehr gut da"


Allen Aktiven, Unterstützern und Sponsoren dankte der Sprecher: "Wir sind ein gesunder Verein, stehen sportlich und gesellschaftlich sehr gut da und verfügen darüber hinaus über ein Sportgelände mit Sportheim, um das uns sehr viele Vereine beneiden", schloss Weininger und sah das als Verpflichtung für die Zukunft. Mit Einsatzbereitschaft und Idealismus könne das trotz des demografischen Wandels gelingen.

Emil Hampl der erste VorsitzendeNachdem bei der Gründungsversammlung 1965 keine Anwesenheitsliste geführt wurde, ist der namentliche Nachweis der 35 Anwesenden schwierig. Am 1. April 1966 verblieben immerhin noch 25 schriftlich festgehaltene Mitglieder. Erster Vorsitzender des Vereins war Emil Hampl, Stellvertreter Josef Weininger, Schriftführer Heinrich Weber, Hauptkassier Max Schricker, Spartenleiter Fußball Ludwig Löw, Trainer Josef Birner. Als Platzwart fungierte Josef Mayer, als Gerätewart Josef Götz. In der Reihe der SV-Vorsitzenden folgten auf Hampl Josef Preisinger, Josef Weininger, Hermann Wagner, Josef Trißl, Herbert Kraus und seit 2000 Martin Weininger.
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