"Kinder sind uns lieb und teuer"

Da tanzen sogar die Mäuse: Mit vielen Beiträgen steuerten die Grundschüler zur Auflockerung der Einweihung bei.
Vermischtes
Plößberg
18.04.2016
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Landrat Wolfgang Lippert übergab eine Spende an Rektorin Irmgard Wittmann. Im Hintergrund Bürgermeister Lothar Müller.

Luftballone stiegen in den Himmel, die Kinder sangen, die Erwachsenen freuten sich mit und sogar ein Staatssekretär war gekommen. Schließlich gibt es nicht alle Tage ein nagelneues Schulgebäude einzuweihen.

Statt Unterricht stand am Freitag ein großes Fest auf dem Stundenplan. 117 Grundschüler und ihre Lehrkräfte erfüllen den Neubau schon seit Oktober mit Leben. Nun folgte die offizielle Einweihung. Nach dem Begrüßungslied der Klasse 3 - die Kinder der verschiedenen Altersstufen erfreuten zwischendurch immer wieder mit Auftritten - freute sich Bürgermeister Lothar Müller über die vielen Gäste. Er betonte dass die Schule mit dem neuen Gebäude Leben gibt. Nach diesen Worten führte

Nach dem "Mäusetanz" der 1. Klasse ergriff Staatssekretär Albert Füracker das Wort. "Die Kinder sind uns lieb und teuer", dankte er der Gemeinde für die Entscheidung zum zukunftsorientierten Bau der neuen Grundschule. Anerkennung gelte den Lehrern, Eltern und der ganzen Schulfamilie für ihr Engagement rund um das Projekt. Der Politiker verwies auf die hohe Förderung durch den Freistaat für fünf Klassen mit Pausenhof und Außensportanlagen. Bei Gesamtbaukosten von 4,2 Millionen Euro gab es einen Zuschuss von rund 1,4 Millionen Euro. Der Fall Plößberg, so Füracker, war auch der Auslöser, die Förderrichtlinie für Zuweisungen zu kommunalen Baumaßnahmen zu überarbeiten (siehe Kasten). Der Freistaat sehe sich der Bildung und Kultur verpflichtet und bleibe ein verlässlicher Partner der Kommunen auch im ländlichen Raum, betonte Füracker.

Dem Lied "Unsere Schule", vorgetragen von den Jüngsten, folgte die Ansprache von Landrat Wolfgang Lippert. "Die Einweihung einer neuen Schule ist etwas ganz Besonderes", verdeutlichte der gelernte Lehrer. Die Gemeinde mache damit auch den Stellenwert deutlich, den sie einer guten Schulausbildung beimisst. Lippert sah Plößberg als Schulstandort gestärkt. Für das rundum gelungene Werk zollte der Landrat allen am Bau Beteiligten Respekt. An die Rektorin Irmgard Wittmann überreichte er eine Spende für die Schule.

Schulamtsdirektor Wolfgang Krauß verdeutlichte, dass die durchdachte Gestaltung des Lehrraumes besonders die Kinder unterstütze und zu ihrem Wohl beitrage. "Die Schule ist auch die Bildungsstätte für unsere Zukunft", wünschte er allen im neuen Gebäude ein frohes Schaffen.

Die Klasse 4b erfreute mit einem afrikanischen Musikstück. Elternbeiratsvorsitzende Belinda Schöner dankte allen, die zum Schulhausbau beigetragen haben. Der Elternbeirat habe auf dem Schulgelände auch eine Tischtennisplatte auf, damit die Kinder in ihrer Freizeit Abwechslung haben. Nach dem Singspiel "Grau" der Klassen 2a/2b ergriff Architekt Friedrich Bär vom Nürnberger Büro BSS das Wort. Er betonte, dass mit dem Neubau der Grundschule die richtige Entscheidung für die Zukunft getroffen worden sei. Den Kindern wünschte er viel Freude bei der Nutzung der Räume.

Schüler der Klasse 4 a trugen das Gedicht "Stein auf Stein" vor, ehe die Geistlichen die kirchliche Segnung des Gebäudes vornahmen. Pfarrer Edward Sebastian und Pfarrer Michael Kelinske erbaten mit Gebeten und der Lesung aus dem Paulusbrief Gottes Segen. Ein Tanz der Erstklässler folgte.

Rektorin Irmgard Wittmann verwies auf die Konzeption der neuen Schule nach modernsten Gesichtspunkte. "Die Kinder brauchen Ruhe, auch beim Unterricht", sagte Wittmann. Das sei durch die Raumgestaltung auch gewährleistet. Sie dankte namens der 117 Schüler dem Bürgermeister, den Marktgemeinderäten und der Verwaltung für die Verwirklichung des Baus. "Party ab" hieß dann das abschließende Lied aller Kinder, die Luftballons vor dem Schulgebäude steigen ließen. Bei einem Rundgang durch das Haus überzeugten sich die Gäste vom gelungenen Werk. Beim "Tag der offenen Tür" am Samstag taten es ihnen viele interessierte Bürger nach.

"Fall Plößberg" löst neue Förderrichtlinien ausDer Freistaat trug zum Neubau der Grundschule Plößberg rund 1,4 Millionen Euro bei. "Die Kosten für den Allwetterplatz mit angebauten Hoch- und Weitsprunganlagen konnten in die Förderung einbezogen werden. Dies geschah im Hinblick auf die zwischenzeitlich erfolgte Änderung der Förderrichtlinie. Der ,Fall Plößberg' war damit sozusagen Auslöser für eine Überarbeitung der Förderrichtlinie für Zuweisungen zu kommunalen Baumaßnahmen", hob Finanzstaatssekretär Albert Füracker bei der Einweihung hervor. Der Neubau wurde mit einem Fördersatz von 48 Prozent im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs bezuschusst.

Durch die Neuregelung könnten nun auch bei Schulen mit weniger als acht Sportklassen Freisportanlagen in einem gewissen Umfang gefördert werden, betonte Füracker: "Ein weiteres Signal zur Stärkung der Bildungsinvestitionen gerade in den kleinen Kommunen." 2016 stelle die Staatsregierung den Kommunen Fördermittel von rund 430 Millionen Euro für den Bau von Schulen, Sportanlagen sowie Kindertageseinrichtungen zur Verfügung. Seit 2005 seien die Mittel für den kommunalen Hochbau um rund 200 Prozent gestiegen: "Dies trägt wesentlich dazu bei, dass in allen Regionen Bayerns gleichwertige Infrastruktur angeboten werden kann."
Die Schule ist auch die Bildungsstätte für unsere Zukunft.Schulamtsdirektor Wolfgang Krauß
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