Kindheit inmitten des Krieges

Atran Youkhana von der Stiftung Wings of Hope berichtete über die Arbeit des Traumahilfezentrums in der Stadt Dohuk im Norden des Irak. Die Arbeit von Wings of Hope können die Bürger durch Spenden unterstützen. Bild: lk
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Plößberg
09.08.2016
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Von Krieg und Gewalt sollte niemand bedroht werden, schon gar nicht Kinder. Viele suchen Sicherheit durch Flucht. Das Projekt "Dohuk" will den Kinder helfen, die weiter umgeben von Krieg ums Überleben kämpfen.

Atran Youkhana von der Stiftung Wings of Hope stellte bei seinem Vortrag am Samstag im Gemeindehaus der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde die Arbeit des Traumahilfezentrums in der Stadt Dohuk im Norden des Irak vor. Traumatisierte Kinder, Jugendliche und Erwachsene finden dort einen sicheren Ort und erhalten therapeutische Unterstützung. Das Projekt Dohuk arbeitet mit der Jiyan Foundation für Human Rights zusammen und wird unterstützt und abgesichert durch die Evangelisch-Lutherische Kirche Bayern. Atran Youkhana stammt aus dem Irak, lebt in München und ist armenischer Christ.

Psychosoziale Unterstützung


Laut Atran Youkhana hilft Wings of Hope Deutschland Kindern des Krieges aus dem Trauma der Gewalt. Schwerpunkt der Arbeit sei Psychosoziale Unterstützung für Kinder und Jugendliche, die Krieg und Gewalt erlebt haben. In Deutschland werde mit lokalen Partnern in mehren Ländern zusammengearbeitet. Seit 2004 ist die Organisation im Irak tätig und seit dem Bürgerkrieg 2006 ausschließlich in der Kurdischen Autonomieregion Nordirak. Der Irak, so der Referent, sei ein Land der ethnischen Vielfalt in dem sunnitische Araber, Kurden, Assyro-Chaldäer, Jesiden, Turkmenen, Shabak und andere leben. Infolge der Invasion durch die USA im Jahre 2003 sei der Irak als einheitlicher Staat auseinandergefallen. Seit dem IS-Vormarsch herrsche extreme Gewalt. Es gebe etwa 2,6 Millionen Binnenflüchtlinge. Zudem hätte man noch 250 000 Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen.

Spenden willkommen


"Flucht und Vertreibung haben große Teile aller Altersgruppen erlebt und mussten teilweise auch mit erlebter Gewalt aufwachsen", schilderte Youkhana. Besonders betroffen und der Hilfe bedürftig seien die Minderheiten, die sich nur bedingt schützen und wehren können. Die Hilfsorganisationen würden versuchen, sichere Orten für Kinder und Jugendliche zu schaffen, die "Child Friendly Spaces". Zudem würden Helfer zu Traumatherapeuten ausgebildet. In neun Zentren würde versucht Menschen, die unter den Folgen traumatischer Erlebnisse und weiteren Störungen leiden, zu behandeln. Durch die "Child Friendly Spaces" werde der hohe Stress, dem Kinder in der unsicheren Situation als Flüchtlinge ausgesetzt sind, reduziert. Das Programm setzt sich aus vier Bereichen zusammen und sei ein "Naturschutzgebiet für die Seele". Abschließend informierte der Referent Atran Youkhana noch über "Child Friendly Spaces" in Dawoodiya, einem Flüchtlingslager, in dem mehrere Tausend Jesiden, Christen und Muslime leben. Dieses Programm komme über 450 Kindern im Alter von 10 bis 14 Jahren zugute. Hilfen und Unterstützung, besonders durch Geldspenden, sind nach wie vor notwendig und können über die Evangelisch-Lutherische Kirche Bayern und über die erwähnten Hilfsorganisation gegeben werden-.
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