Pfarrei Beidl verliert Selbstständigkeit
Pater Joy geht, Thiermann kommt

Nach 14 Jahren verlässt Pater Joy Padakoottil die Pfarrei Beidl und wird neuer Pfarrseelsorger in Katzdorf und Premberg. Bild: al
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Plößberg
17.05.2016
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Eine große Aufgabe erwartet Thomas Thiermann als Pfarrer in der vergrößerten Seelsorgeeinheit. Der Tirschenreuther feierte als Spätberufener erst im Juli 2013 Primiz in seinem Heimatort. Bild: hfz

Es war ein lauter Donnerschlag für die Kirchgänger an Pfingsten. Zum 1. September verliert die Pfarrei Beidl, eine der ältesten im Stiftland, ihre Selbstständigkeit.

Beidl/Stein/Plößberg. Pater Joy Padakootill verlässt die Pfarrei, Beidl und die Expositur Stein werden künftig als Pfarreiengemeinschaft von Plößberg aus betreut. Als neuer Pfarrseelsorger für Plößberg ist bereits Kaplan Thomas Thiermann, derzeit noch in Grafenwöhr tätig, ernannt. Er übernimmt die Aufgaben des Plößberger Pfarradministrators Edward Jeyakumar Sebastian, der nach Indien zurückkehrt, und zusätzlich die Seelsorge für Beidl und Stein. Diese Entscheidungen wurden am Pfingstwochenende in den Gottesdiensten in Plößberg, Beidl und Stein bekanntgegeben.

Personalnot im Bistum


Grundlage ist ein Schreiben des Bischöflichen Ordinariats in Regensburg, unterzeichnet von Domkapitular Dr. Franz Frühmorgen. Demnach wechselt Pater Joy zum 1. September als Pfarrseelsorger in die Pfarreien Katzdorf und Premberg bei Schwandorf, die aus Gesundheitsgründen kurzfristig frei geworden seien.

"Aufgrund der personellen Situation im Bistum" heißt es in dem Schreiben weiter, könne die Pfarrei Beidl mit der Expositur Stein nicht mehr mit einem eigenen Pfarrer besetzt werden. Deshalb müsse zum 1. September die von der Pastoralen Planung vorgesehene und im Dekanat angenommene Pfarreiengemeinschaft Plößberg-Beidl gebildet werden.

Sehr kleine Pfarreien


Mit rund 1000 Katholiken waren Beidl und Stein bis zuletzt eine der kleinsten Pfarreien. Zugleich aber gilt Beidl neben Wondreb und Tirschenreuth als eine der ältesten Pfarreien im Stiftland. Schon einmal - vor 14 Jahren - drohte die Pfarrei die Selbständigkeit zu verlieren. Nach Interventionen des Pfarrgemeinderats bei der Diözese in Regensburg konnte die Pfarrstelle damals aber wieder besetzt werden. Mit Beidl, Stein und Plößberg betreut der Tirschenreuther Thomas Thiermann, Absolvent des Spätberufenenseminars in Fockenfeld, künftig insgesamt rund 2400 Katholiken. Die Pfarreien Katzdorf und Premberg, die Pater Joy übernimmt, zählen rund 2450 Katholiken.

"Wir wissen, dass dies für den neuen Pfarrer, aber auch für die beiden Pfarreien eine enorme Umstellung und Herausforderung bedeutet, die nur im gegenseitigen Aufeinandereingehen und Aufeinanderzugehen zu bewältigen ist", schreibt Domkapitular Frühmorgen. Vor allem mit Blick auf die Gottesdienstordnung und die sonstigen seelsorglichen Aufgaben werde "manches neu bedacht, aufeinander abgestimmt und miteinander koordiniert werden müssen". Dabei setzt Regensburg "noch mehr als bisher auf ehrenamtliche Mithilfe". "Wir bitten die Gläubigen und pfarrlichen Gremien in beiden Pfarreien deshalb schon heute um Rücksicht, Flexibilität und Verständnis, wenn es zu Umstellungen kommt und manches nicht mehr in der bisher gewohnten Weise weitergeführt werden kann", so der Domkapitular.

Ein erstes Treffen der Kirchenverwaltungen und der Pfarrgemeinderäte von Beidl/Stein und Plößberg ist nach Angaben von Pfarrgemeinderatssprecherin Gerlinde Lindner bereits am kommenden Donnerstag geplant. Diakon Egon Giehl bleibt den Beidlern erhalten. Giehl zeigte sich in einer ersten Reaktion wenig überrascht von der Bildung der Pfarreiengemeinschaft mit Plößberg: "Es war schon länger damit zu rechnen." Auch Pater Joy versuchte Verständnis für die Regensburger Entscheidung zu wecken: "Nach 14 Jahren ist ein Wechsel nichts Ungewöhnliches. Und Beidl-Stein ist wirklich eine der kleinsten Pfarreien."
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