Siedlergemeinschaft beim Bundeswettbewerb
Plößberg vertritt Bayern

Vorsitzende Elli Müller und ihr Stellvertreter Reinald Roderer hoffen, dass die Jury nach der Begehung ebenfalls die Daumen für Plößberg hochhält.
Vermischtes
Plößberg
18.05.2016
302
0
 
Den Obstlehrpfad an der Floßer Straße stellt der Siedlerbund als Beispiel für soziales und gesellschaftliches Engagement vor. Bilder : Grüner (2)

Einen dritten Platz haben die Plößberger Siedler schon sicher. Elli Müller, Reinald Roderer und ihre Mitstreiter aber wollen mehr: Den Sieg im Bundeswettbewerb "Zukunftsweisende Siedlungen". Jetzt gilt es nur noch, die Jury zu überzeugen. Die kommt Freitag.

Nachhaltigkeit, Ökologie und soziales Engagement sind die drei Säulen, auf die der Verband Wohneigentum diesmal beim Bundeswettbewerb "Wohneigentum - heute für morgen" sein Hauptaugenmerk legt. Die Siedlergemeinschaft Plößberg vertritt dabei Bayern unter den 15 teilnehmenden Bundesländern. Neben einem ersten und zweiten, gibt es für den Rest je einen dritten Platz. Die Preise sind dotiert. Wie hoch im einzelnen wissen Vorsitzende Elli Müller und ihr Stellvertreter Reinald Roderer nicht.

Hoffen auf Sonne


Gartenwerkzeuge und Pinsel beiseite gelegt und letzte Absprachen mit Nachbarn und Gemeindevertretern, heißt es ab heute. In der Siedlergemeinschaft Plößberg fiebern alle dem alles entscheidenden Freitag entgegen. Die Hoffnungen ruhen dabei auf dem Wetter. Denn bei Sonnenschein schaut alles noch viel schöner aus, als es das ohnehin schon tut.

Um 16 Uhr wird der Bus mit den Juroren erwartet. Dazu gehören neben dem Vorsitzenden Dr. Wolfgang Preibisch, Ministerialdirigent a. D., Martin Breidbach, Bundesgartenberater des Verbandes Wohneigentum, Manfred Jost von dessen Präsidium, Rolf Müller vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Heinrich Rose, Vorsitzender des Siedlungs-Förderungsvereins Hessen, und Petra Uertz, Bundesgeschäftsführerin des Verbandes Wohneigentum.

In der Mehrzweckhalle der Schule werden die Gäste mit Kaffee und Kuchen begrüßt. Nur knapp zwei Stunden haben die örtlichen Vertreter Zeit, per Powerpoint-Präsentation und einer Rundreise zu den markantesten Punkten, die Jury von den Vorzügen der Siedlungen zu überzeugen. Dabei stellen sie die Marktgemeinde vor, die aktuell 3300 Einwohner zählt, gehen auf die Infrastruktur genauso ein wie auf den Industrie- und Glasofenbau und die Krippenschauen, die beides Plößberg einen weltweiten Bekanntheitsgrad beschert haben. Daneben wird natürlich auch die Siedlergemeinschaft herausgestrichen, die seit 1939 existiert und aktuell rund 250 Mitglieder zählt. Beim anschließenden Rundgang werden Objekte zu den Themenschwerpunkten Energieeffizienz, Barrierefreiheit, Ökonomie, Ökologie und soziales Engagement besichtigt. Die Tour beginnt am Gründungsort der Gemeinschaft, an der sogenannten Germania an der Ringstraße.

Erdwärme und Solarstrom


Von erhöhter Position aus haben anschließend die Jurymitglieder die Möglichkeit, die Stromerzeugung per Photovoltaik auf den Häusern diverser Mitglieder zu begutachten. Unter anderem ist ein Abstecher zum Anwesen von Gerald Röckl geplant, der Erdwärme für Heizung und Warmwasser nutzt. Außerdem zeigen zweiter Vorsitzender Reinald Roderer und Wolfgang Kinle am Beispiel ihrer eigenen Anwesen, wie Barrierefreiheit in Privatwohnungen aussehen kann. Wie man das eigene Anwesen ökologisch wertvoller macht, sehen die Juroren auf den Grundstücken von Benno Krottenthaler und Martin Üblacker. Als Beispiele für soziales und gesellschaftliches Engagement laden die Mitglieder Jutta Sterl und Anita Krapfl zur Besichtigung ein.

Fein herausgeputzt


Etwa vor einem Jahr haben die Plößberger den Landesentscheid für sich entscheiden können. Damals war der Bezirk auf die Siedlergemeinschaft zugekommen. Ausschlaggebend war, dass die Siedlergemeinschaft Plößberg 2013 und 2015 bereits zwei erste Preise beim Wettbewerb "Mein Garten - das grüne Wohnzimmer" gewonnen hatte.

Für Freitag haben die Mitglieder natürlich nochmal alles fein herausgeputzt. Das neue Insektenhotel beim Siedlerheim an der Dreihöfer Straße verdankt seine Existenz der Begehung durch die Fachjury. Der Obstlehrpfad wurde neu beschildert, um die Germania herum wurde fleißig gemäht, viele Bänke im Ortsbereich haben neue Holzauflagen bekommen.

Von der Teilnahme erhoffen sich Elli Müller und Reinald Roderer, dass Plößberg deutschlandweit noch mehr ein Begriff wird, als dies bereits der Fall ist. Durch das Buch, in dem alle 15 teilnehmenden Siedlergemeinschaften dargestellt werden, erwarten sich die Verantwortlichen einen großen Werbeeffekt für die Gemeinde. Gefördert wird der Wettbewerb vom Umweltministerium, begleitet wird er vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.