Wundersame Hilfe

Der prächtige Hochaltar in der Leonhardikapelle. Bild: mei
Vermischtes
Plößberg
04.11.2016
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Vor über 300 Jahren haben die Menschen aus Pilmersreuth ein Gelöbnis abgelegt. Seitdem kommen sie an Leonhardi zu Fuß zum Gottesdienst nach Beidl.

Beidl. Die Pfarrei Beidl und die Ortschaft Pilmersreuth an der Straße feiern am Samstag, 5. November, das Hochfest zu Ehren des Heiligen Leonhard. Am Sonntag, 6. November, steht der Namenstag im liturgischen Kalender.

Der Festgottesdienst wird am Samstag um 9 Uhr in der Pfarrkirche Beidl gefeiert. Der neue Pfarrer der Pfarrgemeinschaft Beidl-Plößberg, Thomas Thiermann, hat als Festprediger Kaplan Andreas Schinko eingeladen. Bis vor einigen Monaten war Schinko als Kaplan in Mitterteich tätig und seit September ist er Kaplan in der Pfarrei St.Wolfgang in Landshut. Der Festgottesdienst wird vom Kirchenchor Beidl festlich mitgestaltet. Die Gläubigen der Ortschaft Pilmersreuth pilgern auch heuer wieder in einer Fußwallfahrt zum Schutzheiligen Leonhard nach Beidl. Abmarsch um 7.30 Uhr an der Bushaltestelle in Pilmersreuth.

Schwere Tierseuche


Vor über 300 Jahren wurden die Bauernhöfe von Pilmersreuth von einer schweren Tierseuche heimgesucht. In ihrer Verzweiflung riefen die Menschen des kleinen Dorfes den Heiligen Leonhard an und baten um seine Hilfe und Fürsprache bei Gott. Dabei wurde das Gelöbnis gemacht, jährlich zum Leonhardifest zur Verehrung des Hl. Leonhard nach Beidl zu pilgern und dabei ein Heiliges Amt zu seiner Ehre feiern zu lassen. Christlicher Glaube und Volksfrömmigkeit werden auch im Jahre 2016 zum Ausdruck gebracht.

Leonhardiritt


Das wundervolle "Beidler Kleinod", die Leonhardikapelle, wird in verschiedenen Kirchen- und Kunstführern aufgeführt. Die Verehrung des Hl. Leonhard erreichte ihren Höhepunkt ab 1935. Jeweils im Juli fand ein großer "Leonhardiritt", eingeführt durch den damaligen Pfarrer Josef Breu, statt. Bis zu 200 Bauernpferde und 2000 Gläubige kamen zu diesem festlichen Ereignis nach Beidl. Ein eigener Freialtar wurde dafür errichtet. Nach dem Festgottesdienst machten sich die Reiter auf zur Flurprozession mit den Pferden. Mit dabei war auf einem Festwagen die Statue des Hl. Leonhard umrahmt von den Erstkommunionkindern, ein Festwagen mit der Blaskapelle sowie ein eigener Wagen für den Vorbeter.

Die jeweils amtierenden Seelsorger waren ebenfalls hoch zu Ross bei der Prozession dabei. Es waren dies Pfarrer Josef Breu von 1933 bis 1956 und Pfarrer Josef Gruber von 1956 bis 1972, jeweils Seelsorger der Pfarrei Beidl. Mit zunehmender Technisierung in der Landwirtschaft wurde der Leonhardiritt eingestellt und letztmals 1966 in der alten, traditionellen Form abgehalten. Die an die Pfarrkirche östlich angebaute Leonhardikapelle erinnert mit ihren Votivtafeln an die langjährige Verehrung des Beidler und Pilmersreuther Schutzheiligen. Die älteste Tafel aus dem Jahre 1767 und weitere Bilder zeugen davon. Sie verweisen und erinnern auf die wundersame Hilfe durch die Anrufung und Fürsprache des Heiligen Leonhard in großen Gefahren und bei Krankheiten an Menschen und Tieren und die Hilfen bei schweren Unfällen mit den damaligen landwirtschaftlichen Gespannen mit Wagen und Geräten auf den Feldern.

Prächtiger Hochaltar


Am prächtigen Hochaltar ist der Heilige Leonhard im Mittelpunkt und eingerahmt von filigranen Akantusschnitzereien. Die beiden Pestheiligen Sebastian und Rochus wurden in der damaligen Zeit bewusst auf dem Hochaltar seitlich angebracht, um an die grausame Pestzeit zu erinnern und mit deren Hilfe neues Unheil zu vermeiden. Ebenfalls Ausdruck tiefer Volksfrömmigkeit kommt durch das prachtvolle Deckengemälde in der Kapelle zum Ausdruck. Die fürbittende Hilfe des Heiligen Leonhard ist dabei mit durchgezogenen Schriftbändern ausgemalt. Sie tragen unter anderem die Aufschrift:" Auf die Fürsprache des Heiligen Abtes Leonhard, diesen Ortes gnadenreichen Patron, sollen Blinde sehen, Taube hören, die Stummen reden, die Teufel fliehen und die Kranken gesund werden.

Wie alljährlich werden auch heuer die Mitfeiernden dieses Festtages zu Ehren des Heiligen Leonhard in die Leonhardikapelle Beidl kommen und in ihren Anliegen für Menschen und Tiere die Fürsprache des Schutzpatrons des Heiligen Leonhard erbitten.
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