12,2 Millionen Euro Etat für Plößberg
"Brauchen gutes Lebensumfeld"

Wirtschaft
Plößberg
29.04.2015
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"Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben!" Wenn es um Problembewältigung geht, muss schon mal Einsteins Zitat herhalten. Auch im Plößberger Gemeinderat.

Markierte der vergangene Haushalt schon einen Rekordwert in der Geschichte des Marktes, so legt der neue Etat noch eins drauf: Auf 12,2 Millionen Euro bezifferte Bürgermeister Lothar Müller am Montag das Zahlenwerk, das von den Gemeinderäten einstimmig gebilligt wurde.

6,5 Millionen Euro stehen im Verwaltungs- und 5,7 Millionen im Vermögenshaushalt verteilt. Die Schlüsselzuweisungen bezifferte der Bürgermeister auf rund 630 000 Euro, die Gewerbesteuereinnahmen stiegen auf 1,7 Millionen Euro.

Wichtigste Investition der Marktgemeinde ist der Neubau der Grundschule mit Gesamtkosten von 4 745 000 Euro. Auch der Anbau der Kindertageseinrichtung in Beidl ist mit 430 000 Euro angesetzt. Als weiteres Projekt steht die Ertüchtigung der Kläranlage Plößberg an. Für den Unterhalt von Straßen und Wegen sind 120 000 Euro angesetzt. Durch den Neubau der Schule steigt die Verschuldung nochmals an. Es ist eine Kreditaufnahme von 2,1 Millionen Euro eingeplant und der Schuldenstand zum Ende des Haushaltsjahres 2015 wird voraussichtlich 5,6 Millionen Euro betragen.

Für die CSU-Fraktion betonte Tina Zeitler, dass demografische Wandel aktives Handeln erfordere. "Da müssen wir investieren", verteidigte sie die Ansätze für Kinderkrippe, Grundschule und Kindertagesstätte in Beidl. Als positiv für die Gemeinde erwähnte die Sprecherin den Pendlerüberschuss bei den Arbeitsplätzen. Die Unternehmen stünden ganz gut da.

Für die SPD-Fraktion betonte Susanne Bittner die einvernehmlichen Haushalts-Vorberatungen im Finanzausschuss. Konnte man in den Vorjahren von Rücklagenauf- und Schuldenabbau sprechen, so habe sich die Situation mittlerweile gedreht. Nicht alle Wünsche können immer erfüllt werden. "Wir müssen in die Zukunft blicken", zitierte Bittner Albert Einstein mit dem Ausspruch: "Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben!"

Für die Freien Wähler betonte Hans Klupp ebenfalls die vertrauensvolle Zusammenarbeit bei den Vorbesprechungen. Zum Anbau der Kindertagesstätte in Beidl merkte er an, dass damit auf Dauer die örtliche Trennung von Grundschule und Kindertagesstätte verbunden sei. Damit seien Probleme bei der Mittagsverpflegung und der Ganztagsbetreuung sicher zu erwarten. Als nicht berücksichtigt nannte Hans Klupp die Ganztagsbetreuung, die Nachbarschaftshilfe und die Bereitstellung bezahlbarer Bauplätze. "Für die Zukunft auf dem Land brauchen wir ein Lebensumfeld, das den Anforderungen der Menschen - Alten und Jungen - gerecht wird."

Klupp forderte mehr finanzielle Unterstützung der strukturschwachen, ländlichen Kommunen und Landkreise durch den Freistaat. Es müsse alles unternommen werden, um Hilfen aus dem "Bayernplan" zu erhalten.
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