Wildkräuterführerin informiert über Brennnessel & Co.
Wiesenviagra ist ein Alleskönner

Adolfine Nitschke (links) führte ihre an Wildkräutern interessierte Gruppe in Poppenricht von St. Michael die Straße hinauf zum Friedhof, wo unzählige nützliche, vor allem aber essbare Wildkräuter standen. Ernten sollte man diese aber nur dort, wo sie nicht von Autoabgasen belastet sind oder in Freilaufzonen von Hunden liegen, empfahl sie. Bild: gf
Freizeit
Poppenricht
11.05.2016
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"Es gibt kein wirkliches Unkraut, nur Wildkräuter" - und die könnten alle in der Küche oder zur Heilbehandlung verwendet werden: Das betonte die zertifizierte AOVE-Wildkräuterführerin Adolfine Nitschke bei einem Spaziergang. Wer solche Kräuter sammelt, sollte dazu den späten Vormittag nutzen, lautete der Tipp der Fachfrau - wenn der Tau abgetrocknet sei.

Sehr wichtig sei es, bei zunehmendem Mond die oberen Pflanzenteile, bei abnehmendem Mond die Wurzeln zu ernten. Nitschke machte darauf aufmerksam, dass Korbblütler wie Gänseblümchen, Ringelblume oder Löwenzahn Gerb- und Bitterstoffe enthalten, die für eine geregelte Verdauung sorgten. Kreuzblütler schmeckten scharf und wirkten desinfizierend. Rosengewächse könnten Herz-Kreislauf- und Immunsystem beeinflussen. Schwangere und Allergiker sollten Wildkräuter allerdings nicht verzehren, ohne vorher den Hausarzt zu konsultieren.

Eine der wertvollsten Pflanzen wäre längst ausgerottet, wenn den Menschen ihre Vielseitigkeit bewusst wäre, davon ist die Fachfrau überzeugt: Die Brennnessel sei weltweit verbreitet, gelte als Stickstoffanzeiger auf überdüngtem Boden und weise auf Wasser- oder Erdstrahlen hin. Seit jeher gelte sie als Schutz vor bösen Geistern - und sei einst über den Braubottich gehängt worden, damit das Bier nicht sauer wurde. 30 Mal mehr Vitamin C als Kopfsalat enthalte sie, doppelt so viel wie eine Zitrone, außerdem liefere sie reichlich Mineralien wie Kalium, Eisen und Calcium. Ihre Wirkstoffe seien entschlackend, harntreibend, blutreinigend und könnten gegen Hautleiden oder mangelnden Haarwuchs verwendet werden. Wer ein komplettes Exemplar, von der Wurzel bis zur letzten Blattspitze, einen Mondzyklus lang in gutes Öl einlege, könne seinem Haar zu ungeahntem Glanz verhelfen.

Für Schmunzeln sorgte Nitschkes Hinweis, dass die Brennnessel als Wiesenviagra Wirkung zeigen, aber auch bei Wehen oder Wechseljahrbeschwerden Linderung verschaffen soll. Schell- oder Warzenkraut sei giftig und ungenießbar, beseitige aber Warzen oder Hühneraugen. Die Knoblauchsraute habe den typischen Geruch, verursache aber keine unangenehmen Ausdünstungen. Außerdem diene diese Pflanze als "Pflaster für unterwegs", könne also auf kleine Wunden aufgebracht werden.
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