AOVE-Führung
Der doppelte Sankt Michael

Angelika Beck (rechts) und Brigitte Lindner (Zweite von rechts), die beiden AOVE-Kulturführerinnen, informierten über Besonderheiten der beiden Kirchen in Poppenricht, beispielsweise die bunten Glasfenster an der Ostseite des im Jahr 1964 eingeweihten neuen Gotteshauses. Bild: gf
Kultur
Poppenricht
27.09.2016
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Die AOVE-Führung von der katholischen Kirche St. Michael zum alten, gleichnamigen Gotteshaus bot den Teilnehmern interessante Einblicke. Eine der beiden wurde zum Beispiel über drei Jahrhunderte hinweg als Simultankirche genutzt.

Die beiden AOVE-Kulturführerinnen Brigitte Lindner und Angela Beck begannen die Tour an der im modernen Baustil errichten Kirche St. Michael, deren Grundstein 1962 gelegt und die nach zweijähriger Bauzeit 1964 eingeweiht wurde.

Zu klein geworden


"Das alte Gotteshaus im Ortskern von Poppenricht ist zu klein geworden", erklärte Brigitte Lindner. Die neue Kirche fasse nun weit über 500 Besucher. Sie erklärte das vierfarbige Putzschicht-Fresko über dem Eingangsportal, das das Jüngste Gericht darstelle und die Gläubigen zu einem guten Leben ermahnen soll. Der linke Teil des Freskos zeige die freudig nach oben blickenden Menschen, die ins Himmelreich aufgenommen werden, während auf dem rechten Teil die Leute ihre Köpfe einziehen, denn ihnen droht Verdammnis in der Hölle. Gut 30 Meter hoch sei der Turm, der die vier Glocken mit einem Gesamtgewicht von fast zwei Tonnen tragen muss. Markant für die Kirche sei die Decke in Form von fünf quer verbauten Dachstühlen und die bunten Fenster an der Ostseite, die bei aufgehender Sonne den Kirchenraum in ein buntes Farbenmeer verwandeln. "Abwechslungsreich ist die Geschichte der alten Kirche St. Michael, deren erster Grundstein um 1309 gelegt wurde", so Angelika Beck. Von Katholiken und Lutheranern bis zu Calvinisten sei die Barockkirche in den ersten drei Jahrhunderten genutzt worden, ab 1652 dann nur noch als Simultankirche von den katholischen und evangelischen Gläubigen. "Zwischendurch, um 1870, ist die Kirche neu aufgebaut worden." Im Jahre 1934 wurde das Kreuzgewölbe der alten Michaeliskirche abgebrochen. "Aber sehenswert", meinte Beck, "sind die barocke Kanzel, der Hauptaltar und das Kreuzgewölbe, von dem nur noch der ursprüngliche Schlussstein, das Haupt Christi, erhalten ist."

Als das Simultaneum im Jahr 1964 beendet wurde, habe die evangelische Kirchengemeinde nochmals das Gotteshaus umgebaut und dabei auch den angrenzenden Wehrfriedhof aufgelöst sowie das Umfeld der Kirche als Grünlange gestaltet, fügte Beck ihren Ausführungen hinzu.
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