Einigkeit über die letzte Ruhe

Lokales
Poppenricht
21.09.2015
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Haben sich die Fraktionen des Poppenrichter Gemeinderates verbrüdert? Bei dem Thema alternative Bestattungsmöglichkeiten und der von der CSU-Fraktion beantragten Querungshilfe über die Staatsstraße 2040 an der Einmündung Goethestraße könnte man das meinen.

Meist ziehen sich die Sitzungen des Gremiums schon in die Länge, vor allem, wenn zum diskutierten Punkt einfach kein Konsens gefunden werden kann. Nicht so bei der vergangenen Sitzung, bei der nur Bestattungsmethoden und ein CSU-Antrag für eine barrierefreie Querungshilfe zwischen den Bushaltestellen nahe der Goethestraße in Traßlberg auf der Tagesordnung standen. Bürgermeister Franz Birkl wies auf die Sitzung des Kindergartenbeirates hin, in der für Poppenricht 71 Plätze beim Kindergarten und 13 in der Krippe festgestellt worden seien. "Damit sind die Betreuungseinrichtungen ausgelastet. In Traßlberg besuchen 45 Mädchen und Buben den Kindergarten und zwölf die Krippe. Die wenigen freien Plätze werden sicher noch gebucht", meinte Birkl. 51 Abc-Schützen seien vergangene Woche eingeschult und auf zwei Klassen verteilt worden, informierte er. Ebenso gab Birkl beim Thema Wasserrechtsverfahren bekannt, dass das Regenüberlaufbecken bei Wirnsricht geräumt worden ist.

Die Gemeindeverwaltung habe die Kläranlage der Gemeinde Freudenberg besichtigt und dort besonderes Augenmerk auf eine Siebanlage zur Abscheidung von Grobmaterial gerichtet. So etwas käme auch für Poppenricht in Frage, damit Probleme beim Abpumpen von Abwasser, wie sie vor zwei Wochen wieder einmal an der Pumpstation in Altmannshof aufgetreten seien, gar nicht erst auftreten, informierte der Bürgermeister. Wieder einmal mussten die Druckleitungen gespült werden. Neue Rückstauklappen wurden eingebaut, außerdem eine neue Pumpe bestellt, um den notwendigen Druck für die 2,5-Kilometer-Leitung aufrecht zu erhalten. Die Echtzeitanlage des Zweckverbandes Nahhverkehr Amberg-Sulzbach an beiden Bushaltestellen in Poppenricht werde im Laufe des Oktobers installiert. SPD-Fraktionssprecher Wolfgang Schmidt wandte ein, dass man dazu eventuell bis zum geplanten barrierefreien Ausbau dieser Haltestellen warten solle, um Kosten zu sparen.

Schnell waren die alternativen Bestattungsformen abgehakt, über die sich die Fraktionen grundsätzlich einig waren. Das Gremium wird aber vorher den Nürnberger Südfriedhof besuchen, der als Musterbeispiel für neue Bestattungsmöglichkeiten gilt. Einstimmig wurde auch der CSU-Antrag verabschiedet, der auf eine barrierefreie Querungshilfe über die Staatsstraße 2040 zwischen den Bushaltestellen in Traßlberg abzielt. SPD-Sprecher Schmidt meinte, vor einem Ausbau sollten zuerst einmal die Zielgruppen festgestellt werden. Hermann Böhm hält die Querungshilfe für unbedingt notwendig, denn immer mehr Kinder aus dem Baugebiet müssten zum Bus oder auf dem Nachhauseweg die Hauptstraße überqueren. Außerdem würden einige geh- oder sehbehinderte den öffentlichen Nahverkehr nutzen. "Und denen käme eine barrierefreie Querungshilfe besonders entgegen", unterstrich Böhm.

Birkl betonte, dass der Gemeinderat nicht festzulegen habe, welche Zielgruppe von dieser Maßnahme profitieren könne. Fachgremien und Behindertenvertretung sollten sagen, wie diese zu gestalten seien. Birkl wollte derzeit nur eine Entscheidung des Gemeinderates, dass Poppenricht diese Querungshilfe befürwortet, dann werde die Gemeindeverwaltung die Fachstellen kontaktieren - was dann auch einstimmig beschlossen wurde.
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