Heizung auf Biomasse umstellen

Jürgen Stauber (Mitte) ist der neue kommunale Energieberater und Klimaschutzbeauftragte von Poppenricht. Er tritt damit die Nachfolge von Martin Menzel (rechts) an. Links Bürgermeister Franz Birkl. Bild: gf
Lokales
Poppenricht
23.05.2015
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Jürgen Stauber, der neue Energiebeauftragte von Poppenricht, erwartet, dass alle Beschlüsse des Gemeinderates mit dem Klimaschutz einhergehen. Dies beginne bereits vor der Ratssitzung, etwa beim Verkehrsmittel, das bei der Anfahrt benutzt wird.

Staubers Vorgänger Martin Menzel lieferte im Gemeinderat seinen letzten Bericht ab. Im Bauhof sei im vergangenen Jahr der Energieverbrauch bei der Heizung um 17, der Stromverbrauch um 19 Prozent gesunken. Menzel führte das auf ein "verbessertes Nutzerverhalten" zurück, eventuell habe auch die neue LED-Beleuchtung eine Rolle gespielt. Der Kindergarten Traßlberg hingegen benötigte nach Menzels Berechnungen mehr Heizöl (plus 4,1 Prozent), Strom und Wasser. Der Grund: die Baumaßnahmen.

Im Gerätehaus der Traßlberger Feuerwehr sei vor einem Jahr ein neuer Gasbrennwertkessel eingebaut worden. Trotzdem registrierte Menzel einen höheren Gasverbrauch (plus vier Prozent). Beim Strom waren es 20 Prozent mehr, der Wasserbedarf habe sich auf das Niveau der Vorjahre eingependelt. Beim Feuerwehrgerätehaus in Poppenricht standen 17 487 kW/h Strom zu Buche, was 1700 Litern Heizöl entspreche. In der Schule seien 30 000 Liter Heizöl verbrannt worden, mit ihnen wurden aber auch Rathaus, VR-Bank, Kindergarten und -krippe versorgt. In der Schulturnhalle erreichte der Strom- und Wasserverbrauch nach Darstellung von Menzel ein Rekordtief.

Den für das Jahr 2014 errechneten Heizölverbrauch in der Kinderkrippe Poppenricht von fast 2000 Litern hält Menzel für ein energetisch bestens konzipiertes Gebäude für viel zu hoch. Im neuen Rathaus waren es 16 766 kW/h, womit zwei Drei-Personen-Haushalte versorgt werden könnten. Die Steigerung erklärte Menzel mit der Nutzung von Baustellenstrom, mehr Personen, die im Rathaus tätig seien, der Anschaffung eines neuen Servers und weiterer Computer und damit, dass es nun einen Aufzug gebe. Abschließend betonte der scheidende Klimaschutzbeauftragte, dass die Ölheizung für Rathaus, Schule und Kindergarten samt der "museumsreifen" Regelungsanlage keinesfalls mehr zu den modernen Gebäuden passe. Schleunigst sollte auf Biomasse umgestellt werden.

Jürgen Stauber hob hervor, dass die Gemeinde bis 2020 mit regenerativen Energien versorgt sein solle, was ohne Investitionen in den Klimaschutz, ohne Verhaltens- und Bewusstseinsänderungen kaum zu verwirklichen sei. Klimaschutz gebe es nicht zum Nulltarif. Wenn sich der Gemeinderat für Öko-Strom entscheide, dann dürften nur Anbieter in Frage kommen, die ihr Produkt umweltfreundlich erzeugen. Man müsse aber darauf achten, dass der billigste Anbieter nicht unbedingt auch der günstigste ist. Für ihn kämen nur Naturstrom, Lichtblick oder die Elektrizitätswerke Schönau in die engere Wahl, sagte Stauber.
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