Schon lang vor der Aufführung warteten die Zuschauer zu Hunderten gespannt auf das, was es in der Gemeinde so noch nie gegeben hatte. Am Ende waren an die 500 Menschen zusammengekommen, die die Herbergssuche
Wie die Flüchtlinge von heute

Lokales
Poppenricht
06.12.2014
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miterleben wollten.

(ild) Als Einstimmung in die Adventszeit hatten sich die Verantwortlichen der Pfarrei St. Michael etwas besonderes einfallen lassen. Aber mit so vielen Besuchern hatte Organisator Martin Gerstacker dann doch nicht gerechnet.

Hin zum Weihnachtsfest

Erste Station der Oberpfälzer Herbergssuche aus der Feder von Erika Eichenseer war das Feuerwehrhaus in Poppenricht. "Lassen Sie sich von Maria und Josef mitnehmen bei der Herbergssuche durch das adventliche Poppenricht auf dem Weg zum Weihnachtsfest hin", lud Gerstacker die Zuschauer ein.

Die Michaelsbläser eröffneten das Schauspiel mit festlichen Klängen. Der ausländerfeindliche Unterwirt (Günter Steindl) und seine Frau (Helga Steindl) wiesen Maria (Lisa Jütte) und Josef (Robert Flierl) sowie einen Flüchtling (Dieter Steindl) auf der Suche nach einem warmen Quartier mit Stammtischparolen schroff ab.

Nach einem Lied der Sankt-Michael-Spatzen zog das heilige Paar weiter zum Rathaus, wo es von der Flötengruppe begrüßt wurde. Die Hölle öffnete ihre Pforten und der Teufel (Ludwig Nerb) erschien tosend im Rauch mit der Absicht, die Geburt des Heilands zu verhindern. Aus dem Büro des Bürgermeisters erschienen zwei Engel (Sarah Strauss und Lorena Eckl), die die Menschen zur Umkehr aufriefen. Begleitet vom Glockengeläut schloss der katholische Kirchenchor die Station mit einem Lied ab.

Bei der nächsten Szene am Anwesen der Familie Singerer versuchte der Teufel, Hannes Bräuwirt (Stefan Hüttl) mit Drohungen davon abzubringen, der heiligen Familie Unterschlupf zu gewähren. Der fromme Gastronom ging augenscheinlich auf die Forderung des Teufels ein, verwies Josef und Maria jedoch heimlich auf einen Stall. Vom Lied des Jugendchors St. Michael ergriffen, zogen Schauspieler und Publikum weiter zum Hof der Familie Geitner, wo sie von den D'Schubauf Boum, der Kirwagemeinschaft Poppenricht sowie den Traßlberger Kirwaleit in einer Biergartenszene begrüßt wurden.

Die Wirtsleute (Sieglinde Bauer und Fritz Schurz) hatten aber genug vom bunten Treiben und warfen sogar die Gäste des Stammtischs (Bürgermeister Franz Birkl, sein Stellvertreter Hermann Böhm, Regisseur Hubert Schuster, Pfarrer Dominik Mitterer, Pfarrgemeinderatssprecher Reiner Hoffmann und Hofbesitzer Robert Geitner) hochkant aus dem Lokal. Allein ein armer, heimatloser junger Mann (Bastian Wild) blieb übrig, der um Obdach bat. Josef und Maria nahmen ihn mit auf ihre Reise zum Stall am Kirchplatz, begleitet von den Liedern des Männergesangvereins Traßlberg.

Teufel dampft ab

An der großen Außenkrippe wurden die Zuschauer von den Michaelsbläsern empfangen. Alle Wirtsleute erkannten ihr Versagen und versuchten als Wiedergutmachung, die Krippe für die Geburt des Herrn zu bereiten. Der Teufel erkannte seine Ohnmacht gegenüber dem göttlichen Plan, die Menschheit zu erlösen, und verließ wetternd die Szene.

Pfarrer Dominik Mitterer schlug abschließend die Brücke vom heiligen Paar zu den Flüchtlingen, die heute hierzulande Obdach suchen. Der Erlös kommt der anschließenden Bewirtung auf dem Kirchplatz mildtätigen Zwecken in der Pfarrei St. Michael zugute.
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