Schwierige Rechenexempel

Lokales
Poppenricht
27.09.2014
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Armer Bettelstudent, stimmt dieses Bild noch? Oder hat nicht doch schon jeder ein eigenes Auto? Mit dieser Frage müssen sich die Poppenrichter Gemeinderäte beschäftigen. Eine definitive Antwort haben sie noch nicht gefunden.

Ein Investor plant, auf dem Areal des Zweiradgeschäfts Berghammer in Witzlhof Studentenappartements und ein Café zu errichten. Der Bau- und Umweltausschuss begrüßte in seiner Sitzung dieses Vorhaben ausdrücklich, mit einer Einschränkung: Es fehlen ausreichende Stellplätze.

Gemeinderat Konrad Scharl (CSU) brachte in die Diskussion eine Richtgröße als Vergleich ein. So würde beispielsweise in Erlangen pro drei Appartements ein Pkw-Parkplatz gefordert. Das sei jedoch ein Unding angesichts der hiesigen Verhältnisse. Die Stellplatzprobleme könnten auch nicht einfach in die Sulzbacher Straße abgeschoben werden, wandte Bürgermeister Franz Birkl (CSU) ein. Dort seien immerhin schon bis zu 6000 Fahrzeuge gezählt worden.

Wenn künftig dort am Straßenrand auch noch dauerhaft Autos abgestellt werden sollten, führe das zu "untragbaren" Zuständen. Einig waren sich auch Michael Eckl (SPD) und Andreas Kopf (CSU), dass ihre Fraktionen das vorliegende Bauvorhaben einschließlich der geplanten Pultdächer billigen, wenn ausreichend Stellplätze ausgewiesen würden. Zuzumuten wäre dem Investor beispielsweise durchaus auch, dass er in unmittelbarer Nähe ein Grundstück anpachte, um so genügend Parkraum zu schaffen.

Tendenz Zustimmung

Zusammenfassend legte Amtsleiter Hartmut Gawlik dar, dass die Gemeindeverwaltung das ebenso sehe. Poppenricht kann jedoch derzeit nicht auf eine Garagen- und Stellplatzverordnung, wie sie in vielen Gemeinden üblich ist, zurückgreifen. Wie viele Parkplätze für dieses Projekt deshalb definitiv gefordert werden sollen, ist noch nicht klar. Auf Nachfrage hieß es in der Verwaltung am Freitag vor diesem Hintergrund, dass für die nächsten Tage ein Termin zur Abstimmung mit dem Investor vereinbart sei.

Antrag weitergereicht

Abgelehnt wurde von dem Gremium ein beantragter Garagenbau in der Birkenstraße, da nach der vorgelegten Planung bestehende Baugrenzen überschritten werden. Weitere Bauanträge in der Margareten- und der Sulzbacher Straße billigte der Bauausschuss hingegen einstimmig. Zu einer weiteren Bauvoranfrage in Altmannshof merkte Kopf an, dass dieses Vorhaben als Ortsabrundung genehmigt werden könnte. Der Ausschuss einigte sich jedoch darauf, die Entscheidung dem übergeordneten Landratsamt zu überlassen.

Eine weitere Bauvoranfrage bezog sich auf den Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage in Wirnsricht, wo der Antragsteller die Grenzen des ausgewiesenen Baufensters überschreiten will. Das Grundstück sei zwar groß genug, befanden übereinstimmend die Gremiumsmitglieder, Haus und Garage dürften jedoch nur innerhalb des leitplanerisch festgelegten Bereichs errichtet werden.
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