"Triumph" mit 1800 Toten

In historischer Gewandung erläuterten Stefan Helml (links) und Heimatpfleger Hans Prem (rechts vom Gedenkstein für die Schlacht bei Amberg) die Geschehnisse rund um die Luitpoldhöhe von 1796 bis heute. Helml hat unter anderem ein Buch über die Schlacht bei Amberg geschrieben. Bild: hrs
Lokales
Poppenricht
27.06.2015
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Noch heute streiten sich Österreicher und Franzosen, wer am 24. August 1796 die Schlacht bei Witzlhof gewonnen hat. Unstrittig ist dagegen, dass dieses Gefecht der Stadt Amberg - nach Napoleons Willen - einen Platz auf dem Arc de Triomphe einbrachte.

Bei einer AOVE-Wanderung mit Hans Prem - Start war am Gedenkstein der "Schlacht bei Amberg" - wurde die Geschichte noch einmal lebendig. Das französische Revolutionsheer traf dabei auf die Österreicher. Beide Oberbefehlshaber scheuten aber eine große Entscheidungsschlacht. Die Franzosen setzten sich via Sulzbach ab.

Ihre Nachhut unter dem jungen Oberstleutnant Deshay trat den Österreichern entgegen. Die drei Bataillone wurden aber durch die Artillerie von der Luitpoldhöhe zusammengeschossen und dann von Husaren und Dragonern niedergeritten. Rund 1800 Tote soll es dabei gegeben haben. Deshay starb einige Wochen später in Amberg an seinen Verwundungen. Anlass für die Führung war die derzeitige Landesausstellung über Napoleon in Ingolstadt.

Bei der Wanderung in Richtung Luitpoldhütte erzählte Prem, dass früher Rohre aller Stärken und Größen lagerten, wo sich heute Wiesen und Gewerbebetriebe erstrecken. An der Selgradstraße war ein heute seltenes Bauwerk zu sehen: die "Kaserne", eine Art Reihenhäuser aus den 20er-Jahren, im Einheitsstil kasernenmäßig gebaut. Hier wohnten Facharbeiter für die Luitpoldhütte. Die erinnert seit 1911 an den Prinzregenten Luitpold, der als Onkel für die "schwermütigen" Monarchen Ludwig II. und dessen Bruder Otto I. regierte. Luitpolds Sohn war übrigens der Namensgeber der Amberger Leopoldkaserne.

Schuss löst sich

In der Barbarakirche, die unter dem Patrozinium der Schutzpatronin der Bergleute steht, erläuterte Mesner Hans Senft den 18 Teilnehmern die Kirche. Über ein tragisches Geschehen berichtete Hans Prem zum Abschluss. Ein Gutsherr aus Neuricht traf, als er von der Jagd zurückkam, auf einige Bekannte und unterhielt sich mit ihnen. Dabei stützte er sich leichtfertig auf sein Gewehr. Ein Schuss löste sich, und er war auf der Stelle tot, denn damals wie heute gilt: "Ist die Kugel aus dem Lauf, hält sie nicht einmal der Teufel mehr auf."
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