CSU-Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft informiert über Antibiotika in der Tierhaltung
Chance und Risiko

Politik
Poppenricht
24.12.2015
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Einfache Antworten gab es nicht beim Thema "Antibiotika in der Tierhaltung". Dafür einen kompetenten Referenten - Dr. Andreas Randt, Geschäftsführer und Leitender Veterinärmediziner im Tiergesundheitsdienst Bayern - und viele Zuhörer, über die sich Stefan Schönberger als neuer Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft in der CSU besonders freute.

Randt zeigte auf: Antibiotika sind einerseits hochwirksame Medikamente, andererseits fördert ihre Anwendung die Selektion antibiotikaresistenter Bakterien. Diese resistenten Keime seien ein großes Risiko, eine Gefahr in der gesamten Medizin.

Nach Untersuchungen deutscher Krankenkassen kommen 2 Prozent der multiresistenten Keime aus der Landwirtschaft, aber 95 Prozent aus der Humanmedizin. In Deutschland verschrieben Humanmediziner 40,3 Millionen mal Antibiotika, davon etwa 80 Prozent bei viralen Erkrankungen, bei denen das Mittel nicht wirkt, weil es nur gegen Bakterien hilft. Randt zeigte auf, dass in der Humanmedizin 2,5-mal mehr Antibiotika eingesetzt würden als in der Tierhaltung, wo der Einsatz seit Jahren rückläufig sei (von 2011 bis 2014 um 28 Prozent). Kritisch hinterfragte Randt die derzeitige Gesetzgebung. Das Arzneimittelgesetz verlange zum Beispiel Meldepflichten nur für Landwirte, und es beschränke die Therapiefreiheit der Tierärzte erheblich.

Er zitierte Bundesumweltministerin Hendricks: "Ohne Landwirtschaft wird Deutschland nicht untergehen, man sieht es am Beispiel der Textilindustrie." Und weiter: "Wir brauchen Landwirtschaft zur Pflege der Natur, aber nicht zur Ernährung der Bevölkerung und zur Tierhaltung." Solche Aussagen, so Randt, zeigten die Fehleinschätzung der Landwirtschaft durch Teile der Politik. Man könne nicht die Ursachen ausschließlich in der Tierhaltung suchen.
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