Da hört die Freundschaft auf
Gemeinderat sauer über Sparkasse Amberg-Sulzbach

Die letzte Gemeinderatssitzung nutzte der 2. Bürgermeister Hermann Böhm (links), um den Veranstaltungskalender für 2016 vorzustellen. Darin sind alle derzeit gemeldeten Termine der Gemeinde sowie der Parteien, Vereine, Kirchen oder Verbände enthalten sind. Bürgermeister Franz Birkl (rechts) erhielt den druckfrischen Flyer, der ab sofort im Rathaus, in der Volks- und Raiffeisenbank sowie in den örtlichen Geschäften aufliegt. Bild: gf
Politik
Poppenricht
19.12.2015
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Der Poppenrichter Gemeinderat ist sauer. So sauer über das Verhalten der Sparkasse Amberg-Sulzbach, dass das Gremium im nichtöffentlichen Teil seiner Sitzung beschloss, die Geschäftsbeziehungen mit dem Geldinstitut aufzukündigen.

Altmannshof. Die letzte Gemeinderatssitzung 2015 nutzte Bürgermeister Franz Birkl zunächst, um seinen Gemeinderäten für die zum Wohle der Bürger geleistete Arbeit zu danken.

Weichen gestellt


In seinem Rechenschaftsbericht hob Birkl hervor, dass in Poppenricht im vergangenen Jahr für die Zukunft entscheidende Weichenstellungen abgeschlossen worden seien. "In den beiden Kindergärten gibt es fünf Kindergarten- und zwei Krippengruppen, auch die Grundschule ist gut belegt." Die einfache Dorferneuerung ist am Laufen. Der Vorplatz beim Feuerwehrhaus in Poppenricht soll als Dorfplatz gestaltet werden. In der Ortsmitte soll eine weitere Möglichkeit für Veranstaltungen geschaffen werden.

Kritik an Sparkasse


Franz Birkl kritisierte erneut das Verhalten der Sparkasse Amberg-Sulzbach und warf den Vorständen vor, dass sie Informationen zur Schließung der Zweigestelle in Witzlhof bewusst bis auf den letzten Drücker zurückgehalten hätten. Die Gemeinde hätte es als positives Signal angesehen, wenn etwa beim oder im Netto-Markt ein Geldautomat und Kontoauszugsdrucker einen Mindestservice aufrechterhalten hätten. "Aber auf Kundenbindung legt die Sparkasse offensichtlich keinen Wert", meinte Franz Birkl. Ende November hätten Bürgermeister und Wasserwirtschaftsamt beim Gewässer-Nachbarschaftstag die Rahmen-Richtlinie für Gewässer dritter Ordnung, ein Konzept zur Gewässerpflege und eventuelle Fördermöglichkeiten erörtert.

Bei der Bürgermeister-Dienstversammlung Anfang Dezember im Landratsamt habe Job-Center-Geschäftsführerin Sonja Schleicher den Europäischen Sozialfonds Deutschland (ESF) vorgestellt, dessen Ziel die dauerhafte Eingliederung Langzeitarbeitsloser in den Arbeitsmarkt sei. Auch die "Drei Mohren" waren wieder einmal auf der Tagesordnung, nachdem Landrats- und Straßenbauamt Änderungen des Bebauungsplanes fordern. Zehn Meter Gebäude-Abstand müssten zur Staatsstraße eingehalten werden und die Grundstückszufahrt müsse über die Straße zum Sportplatz erfolgen.

Zusage des Investors


Der Gemeinde liegt die Zusage des Investors vor, alle Kosten zu übernehmen, die durch die Änderung des Bebauungsplanes anfallen. Daraus schloss Birkl, dass der Investor ernstlich daran interessiert ist, sein Projekt zu verwirklichen. Einstimmig votierten die Gemeinderäte für die Änderung des Bebauungsplanes. Zum Kommunal-Investitionsprogramm (KIP) meinte Birkl, dass der Bund etwa 3,5 Milliarden Euro für finanzschwache Kommunen bereitstelle. Auf Bayern würden fast 290 Millionen Euro entfallen, mit denen Kommunen energetische Sanierungen oder barrierefreien Ausbau zahlen können. "Wobei die Förderquote bei 80 Prozent liegt", erklärte Verwaltungsleiter Hartmut Gawlik.

könne sich mit einer neuen Heizung für die Schule und den barrierefreien Ausbau öffentlicher Flächen bewerben. Eine endgültige Entscheidung, mit welchen Projekten sich die Gemeinde bewerben soll, will der Rat in einer außerordentlichen Sitzung im Januar fällen. (Zum Thema)

SchlussworteDie letzte Sitzung des Gemeinderats schloss Bürgermeister Franz Birkl mit dem Hinweis, dass derzeit die ganze Welt offensichtlich aus den Fugen gerate. Terroranschläge habe es gegeben, unzählige Menschen würden aus ihrer Heimat Richtung Europa fliehen. "Diese Flüchtlingsströme sind bei uns nur zu bewältigen, weil es die große Anzahl ehrenamtlich tätiger Bürger gibt, die sich um diese Menschen kümmern."

Friedlich solle das Jahr 2016 werden, möglichst ohne Terror und Krieg, wünschte das Gemeindeoberhaupt. CSU-Fraktionssprecher Andreas Kopf stellte die gute Zusammenarbeit im Gemeinderat heraus, trotz gelegentlicher Meinungsverschiedenheiten. SPD-Fraktionssprecher Wolfgang Schmidt war gleicher Ansicht und auch FW-Sprecher Kurt Köhler schloss sich seinen Vorrednern an. (gfr)
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