Eisenbahnbrücke bei Altmannshof soll breiter werden
Relikt aus dem Ochsen-Zeitalter

Wo die Kreisstraße AS 31 unter der Bahnstrecke hindurch nach Altmannshof hineingeht, muss sie durch das Nadelöhr der nur 3,20 Meter hohen und 4 Meter breiten Unterführung. Doch schon 2019 könnte diese Engstelle beseitigt sein. Bild: Huber
Politik
Poppenricht
14.03.2016
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Poppenricht: Altmannshof |

Laut Josef Gilch wurde die Eisenbahnüberführung über die Kreisstraße AS 31 bei Altmannshof vor 140 Jahren für Ochsengespanne angelegt. Der Bauausschuss will sie jetzt im Zeitalter der straßenbegleitenden Geh- und Radwege ankommen lassen. Aber nicht um jeden Preis.

Amberg-Sulzbach. Für so manchen Lastwagen ist - trotz entsprechender Beschilderung - die nur 3,20 Meter hohe Brücke eine Falle, erläuterte Markus Simon, der Leiter des Landkreis-Tiefbauamtes, am Montag in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses. Oft könnten sich hier Lkw-Fahrer nur mit komplizierten Manövern wieder befreien.

Straße wird tiefergelegt


Insofern sei es eine "einmalige Gelegenheit", dass die Deutsche Bahn (genauer: die DB Netz AG) 2019 die Überführung erneuern wolle. Von sich aus werde sie das Bauwerk allerdings in denselben Abmessungen wie heute wieder hinstellen, erläuterte Simon. Im Zuge dieser Arbeiten könne aber der Landkreis mit Kostenvorteilen die Durchfahrtsbreite - bisher vier Meter - und -höhe auf einen modernen Stand bringen. Sprich: 4,50 Meter lichte Durchfahrtshöhe und eine lichte Breite von 8,50 bis 10,50 Meter. Diese breiteste Variante ließe dem Landkreis die Option, auch den Geh- und Radverkehr mit durch das vormalige Nadelöhr zu führen. Die Höhe erreicht man laut Simon, indem man das Fahrbahnniveau absenkt.

Wenn der Landkreis sich bei den Bauarbeiten mit der DB zusammentut, verteilen sich die Kosten für die Gesamtmaßnahme nach Angaben von Simon so, dass die Bahn fiktiv berechnet, was der alleinige Ersatzneubau kosten würde. Alles oberhalb dieser Summe muss dann der Landkreis tragen. Wobei man wohl die Hälfte davon als Förderung erhalte.

Die Kreisräte interessierte es, was da ungefähr auf den Landkreis zukommen könnte. Achim Bender (SPD) nannte das Beispiel der Bahnbrücke bei Großalbershof, deren Modernisierung die Stadt Sulzbach-Rosenberg ("wir wollten nur ein bisschen verbreitern") auf rund 100 000 Euro gekommen wäre.

Unter einer Million bleiben


Markus Simon hatte in der Sitzungsvorlage angegeben, die Höhe der Kosten könne derzeit, da noch keine Planung vorliege, weder berechnet noch grob geschätzt werden. Auf Drängen der Kreisräte äußerte er nun vorsichtig, er hoffe, dass man unter einer siebenstelligen Zahl bleibe. Stefan Lindenberger (Grüne) schien diese Summe "sehr hoch, fast unkalkulierbar".

Landrat Richard Reisinger sprach sich dafür aus, den glücklichen Umstand, "wenn die Bahn schon mal was machen will", für eigene Aktivitäten zu nutzen. Der zusätzliche Geh- und Radweg habe den Charme, dass dort eine mögliche Alternativroute für den Fünf-Flüsse-Radweg verlaufe. Das Gremium stimmte der Beteiligung an der DB-Baumaßnahme grundsätzlich zu und hielt sich auch die Option des Geh- und Radwegs offen.
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