Poppenrichter Klimaschutzbeauftragter Jürgen Stauber trägt im Gemeinderat seinen Bericht vor
Einsparpotenzial ist groß

Der gemeindliche Klimaschutzbeauftragte Jürgen Stauber kritisierte die im Technikraum des Rathauses verbauten Wärme-Messzähler, die schwer abzulesen seien. Der für die VR-Bank (links unten) und der für die Fußbodenheizung des Rathauses (oben Mitte) können nur per Staffelei erreicht werden. Der Zähler für die Wandheizkörper des Rathauses ist rechts oberhalb der Warmwasserleitung gut versteckt. Bild: gf
Politik
Poppenricht
30.03.2016
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Energieverbrauch und CO2-Emission müssen reduziert werden. So lautet das Resümee des Klimaschutzbeauftragten Jürgen Stauber. Mit einer Photovoltaikanlage nebst Speichertechnik und gezieltem Eigenstromverbrauch könnten die Energiekosten im Rathaus erheblich zurückgefahren werden.

Seit einem Jahr im Amt, brachte Stauber diese Erkenntnis dem Poppenrichter Gemeinderat bei dessen Sitzung näher. Er wolle seinen Beitrag leisten, dass die Gemeinde ihrem 2008 beschlossenen Ziel näher komme, auf regenerative Energien umzustellen.

In Poppenricht stünden ihm 13 Strommessstellen für Allgemeinverbrauch, je 2 für Heizstrom und Ölverbrauch sowie je 7 für Wärmemenge und Wasser zur Verfügung. Er habe zum Beispiel feststellen müssen, dass das Ablesen der Wärmemengenzähler im Kindergarten zu aufwendig sei, da dazu Verkleidungen abgeschraubt werden mussten. Dieser Mangel sei mittlerweile behoben. Für 2015 habe er einen Stromverbrauch von 242 826 Kilowattstunden (kWh) festgestellt, wobei Bauhof und Schule jeweils mit knapp über 20 000 kWh zu Buche schlagen, die Pumpstation in Altmannshof mit fast 30 000, die Straßenbeleuchtung aber mit fast 120 000 kWh. Die größten Heizungsverbraucher seien die Schule (256 297 kWh), der Kindergarten Traßlberg (fast 100 000 kWh) und der Bauhof (über 40 000 kWh).

Fast 1000 Kubikmeter (m³) Wasser seien verbraucht worden, davon beim Bauhof über 130, im Kindergarten Traßlberg über 200, in der Schule fast 300 und im Kindergarten Poppenricht fast 200 m³. Beim Stromverbrauch für die Straßenbeleuchtung müsse eingespart werden, forderte Jürgen Stauber, was durch eine Umstellung auf LED möglich wäre.

"Strom-Sieger" sei die Pumpstation in Altmannshof, die nahezu ununterbrochen laufen müsse, um das Abwasser aus Altmannshof abzupumpen. Der Klimaschutzbeauftragte kritisierte auch die im Rathaus eingebauten Leuchtmittel, die häufig defekt und seiner Ansicht nach zu teuer seien.

Der Eigenverbrauch des von den kommunalen Photovoltaikanlagen erzeugten Stroms könnte gesteigert werden. Für 2016 sollte die Gemeinde über eine PV-Anlage auf dem Kindergarten Poppenricht nachdenken. Zu überlegen wäre auch eine PV-Anlage auf dem Rathaus, die einen Speicher aufladen könnte, aus dem dann der in der Nacht im Rathaus benötigte Strom bezogen werden könnte. Stauber denkt auch an ein E-Fahrzeug für den Bauhof und eine öffentliche Ladesäule für E-Autos am Rathaus. Die Wärmeerzeugung für das Nahwärmenetz in Poppenricht sollte auf regenerative Brennstoffe umgestellt werden.

"PV-Anlage zahlt sich von selbst"Bezüglich der Speichertechnik im Rathaus meinte Hardy Barth, Inhaber einer EDV- und Elektrotechnik-Firma in Schwend, dass sich eine PV-Anlage bereits rechne, wenn 30 Prozent des erzeugten Stroms selbst verbraucht würden. Bei diesen Werten gehe er von einer Rendite von sechs Prozent aus: "Keine andere Geldanlage kann da mithalten, die PV-Anlage zahlt sich von selbst." Als lukrativ dargestellte Förderungen hätten immer irgendeinen Pferdefuß, warnte Barth die Gemeinderäte. Als Preisbeispiel nannte der Energieexperte eine Fünf-Kilowatt-Anlage, die etwa 7500 Euro kostet, bis zu 75 Prozent autark mache und nach 20 Jahren ein Plus von gut 14 000 Euro erwirtschaftet habe. Steuere der Nutzer gezielt seien Stromverbrauch, seien weitaus größere Einsparungen möglich. (gfr)
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