50 Jahre Wiedereinweihung der Michaelskirche
Ort des Trostes und der Freude

Die jungen Gemeindeglieder störte der Regen nicht. Sie bastelten fröhlich.
Vermischtes
Poppenricht
20.09.2016
77
0
 
Die Gitarrengruppe und der Singkreis unter Leitung von Günther Vogl erfreuten die Zuhörer mit Sommerliedern. Bilder: cog (2)

Kein Platz war mehr frei in der evangelischen St.-Michaels-Kirche: Poppenrichter beider Konfessionen feierten mit vielen Gästen aus Rosenberg in einem Festgottesdienst die Wiedereinweihung des Gotteshauses vor 50 Jahren.

Pfarrer Uwe Markert zelebrierte den Gottesdienst nicht allein. Pfarrer Dominik Mitterer von der katholischen Schwestergemeinde und Peter Söder, der in Poppenricht seine Jahre als Pfarrer zur Anstellung verbracht hatte, übernahmen die Kyrierufe, Diakonin Sabrina Schmidt die Lesung. Die Fürbitten trugen der kürzlich eingeführte Religionspädagoge Ansgar Döpp, der Vertrauensmann des Kirchenvorstands, Wolfgang Böttner, und der katholische Kirchenpfleger Stefan Hüttl vor. Die musikalische Begleitung übernahmen der Posaunenchor und Doris Weidner an der Orgel.

"Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat": Über diesen Spruch aus dem 1. Johannesbrief hielt Dekan Karlhermann Schötz die Festpredigt. Vielen Gläubigen erscheine es immer noch wie ein Sieg, dass die Kirche seit 50 Jahren evangelisch ist, merkte Schötz an. Aber diese Jahrzehnte seien in die über 700-jährige Geschichte des Gotteshauses und der Christen in Poppenricht eingebettet. 300 Jahre lang war die St.-Michaels-Kirche mitten im Dorf laut Schötz ein Ort des Trostes, der Freude und Zuflucht in Anfechtung für Evangelische und Katholiken. Das sei nicht immer einfach gewesen - aber jetzt gebe es hier eine gute, ökumenische Zusammenarbeit.

Christus als Ziel des Lebens


Der Sieg, von dem im Johannesbrief die Rede sei, sei vor allem die tragende Gewissheit, dass Christus das Ziel des Lebens und auch der Weg dorthin ist. Dieser Sieg befreie und setze Kräfte frei, sagte Schötz: Das könne man in dieser kleinen evangelischen Gemeinde sehen. Den Menschen liege etwas an ihrem Gotteshaus. In verschiedenen Gruppen und Kreisen engagierten sie sich.

"Ich wage mir nicht vorzustellen, wie es in unserem Land ohne die Kirchen aussehen würde", gestand der Dekan. Häufig werde das soziale Engagement der Kirchen gelobt und ihre Wichtigkeit zur Vermittlung von Werten betont. Sie seien aber nicht nur "ein Museum zur Pflege der abendländischen Kultur mit angeschlossenen Sozialbetrieben". Zuallererst seien sie der Ort, an dem das Geheimnis Gottes gefeiert wird: "Und das ganz besonders in unseren Gotteshäusern wie dieser Michaelskirche." Der Sieg des Glaubens, der Liebe, des Friedens, zerstöre nicht, sondern befreie: "Dieser Sieg nimmt mit hinein, lädt ein, Gott zu vertrauen."

Katholische Grüße


s 2. Bürgermeister Hermann Böhm gratulierte zum Jubiläum. Er stellte fest, dass der neue Dorfplatz ein Glücksgriff für die Kirche sei. Sulzbach-Rosenbergs Stadtoberhaupt Michael Göth hob die guten nachbarschaftlichen Beziehungen nicht nur der Kirchengemeinden, sondern auch der Kommunen hervor.

Von der katholischen Schwestergemeinde überreichten Pfarrer Dominik Mitterer, Kirchenpfleger Stefan Hüttl, Gemeindereferentin Regina Probst und Diakon Peter Bublitz Pfarrer Uwe Markert eine Ikone des Erzengels Michaels - verbunden mit den besten Wünschen für eine weiterhin gute Zusammenarbeit.

Gute GemeinschaftDie Festgemeinde in Poppenricht genoss im Gemeindesaal und in einem Zelt das Mittagessen und gemütliche Gespräche mit den anderen Besuchern.

Die Jugend kümmerte sich um die Kinder und bot ihnen nach einem Kasperletheater phantasievolle Bastelarbeiten an. Mit heiteren Sommerliedern beendeten die Gitarrengruppe und der Singkreis unter der Leitung von Günther Vogl das Gemeindefest.

"Seit 50 Jahren haben die beiden Gemeinden ihre eigenen Kirchen - aber die Trennung damals hat heute keine Rolle mehr gespielt", stellte Pfarrer Uwe Markert mit einem Blick auf die fröhlich feiernden Poppenrichter beider Konfessionen fest: "Das Leben hier ist von der guten Gemeinschaft zwischen der evangelischen und der katholischen Gemeinde geprägt, auch wenn die Katholiken zahlenmäßig weit überlegen sind." (cog)
Weitere Beiträge zu den Themen: Kirche (454)Jubiläen (21)St. Michaelskirche (2)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.